Little Sun, Big Impact

90.000 Mal Licht

Die Solarlampe „Little Sun” von Olafur Eliasson gibt's im taz.shop – und in der ganzen Welt!

Eine Beduinenfamilie wandert mit ihren Kamelen und der Little Sun durch die Sahara in Tunesien. Bild: Annette Reinbacher

Bereits 2012 entdeckte eine unserer taz-Grafikerinnen die Little Sun – eine tragbare Solarlampe, die vom dänischen Künstler Olafur Eliasson zusammen mit dem Ingenieur Frederik Ottesen in erster Linie für Gegenden ohne Stromversorgung entworfen wurde. Sie verwandelt fünf Stunden Sonnenlicht in vier Stunden helles oder zehn Stunden gedämpftes Licht. Damals gab es diese zwei Lichtstufen noch nicht, und zudem war die Little Sun auf Wunsch der afrikanischen Zwischenhändler und Endkunden noch in Plastik verpackt. Somit kam sie für den taz.shop zunächst nicht in Frage.

Über 700 im taz.shop verkauft

Ein Jahr später sah die Sache schon anders aus. Die zweite Generation der Little Sun war entwickelt, und mittlerweile wurde das kleine Energiewunder in ökologischem Karton verpackt geliefert. Spontan entschloss sich der taz.shop, die Lampe noch vor Weihnachten ins Sortiment aufzunehmen. In den vergangenen knapp drei Monaten haben wir schon über 700 Little Sun verkauft! Das bedeutet, unsere Kundinnen und Kunden haben den Verkauf von vergünstigen Little Sun in Ländern mit schlechter Stromversorgung tatkräftig unterstützt. Denn jede zum Normalpreis verkaufte Solarlampe bei uns ermöglicht lokal bezahlbare Preise in Entwicklungsländern. Darauf sind wir mächtig stolz – und doch ist es nur ein Bruchteil des Gesamterfolgs der Little Sun weltweit.

• Das Projekt Little Sun

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• Der Künstler Olafur Eliasson

2013 war ein extrem erfolgreiches zweites Jahr für das Little Sun Projekt. Weltweit wurden unglaubliche 90.000 Exemplare verkauft. 36.000 davon in Gebieten ohne Stromanschluss. Das Leben von 190.000 Menschen in diesen Regionen hat sich somit zum Teil drastisch verändert. Dadurch wurden 2.200 Tonnen CO2 und 793.800 Dollar Energiekosten für Kerosinlampen, Kerzen und Taschenlampen in diesen Gebieten ohne Stromanschluss gespart. 200 Afrikanische Unternehmen sind mit in den Vertrieb eingestiegen. Und, wie Olafur Eliasson betont: „Das ist erst der Anfang ...”

Little Sun Lampen sind mittlerweile in sieben afrikanischen Ländern, in der EU, den USA, Australien, Kanada und Japan erhältlich. Auf ihrem Eroberungsfeldzug um die Welt ist die kleine Lampe mit vielen Größen aus Politik, Sport, Kunst und Kultur in Berührung gekommen (siehe PDF).

Constance Ntese bessert sich ihr Einkommen auf, indem sie die Little Sun an Freunde und Bekannte verkauft. Mittlerweile macht sie Verkaufsparties zu Hause und ist dadurch der erste Verkaufspartner in Khayelitsha Township, Südafrika, geworden. Bild: little sun

Olafur Eliasson persönlich hat sie beim Weltwirtschaftsforum Kofi Annan (ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen) vorgestellt. Auch José Manuel Barroso (Präsident der Europäischen Kommission) und Abdoul Mbaye (Premierminister Senegal) zeigten sich begeistert. 

Weltweit hilft die Lampe Menschen bei ihrer Arbeit. In Burundi zum Beispiel können Korbflechterinnen nun auch abends arbeiten und so ihr wöchentliches Einkommen verdoppeln. SchülerInnen in der Ndeeba Secondary School in Uganda fällt es dank der Little Sun leichter, abends zu lernen. Im letzten Jahr rockte die Solarlampe das Roskilde Festival in Dänemark, eroberte die Fashion Week in Kopenhagen und erleuchtete das Museum of Modern Art New York.

„Ich wollte ein Gefühl schaffen, gemeinsam in einem Projekt vereint zu sein“, sagt Olafur Eliasson. Jeder Verkauf in der „ersten Welt“ subventioniert den vergünstigten Verkauf in der „dritten Welt.“ Und zumindest was das Licht angeht, kommen wir so vielleicht der Idee von „einer Welt“ ein kleines Stückchen näher.

Nicola Schwarzmaier