Kultursommer in Oldenburg: Auftritt der Tagebuch-Literaten

Der Freigang ist als eigenständiges Festival im Oldenburger Kultursommer der „Ort für Anderes“.

Kickern ist auch keine schlechte Idee: Der Oldenburger Freigang im Jahr 2013. Bild: Jörg Hemmen

OLDENBURG taz | Meckern ist einfach. Und gemeckert wird ja häufig. Meist nach dem Motto: Früher war’s besser. Solche Stimmen vernimmt man durchaus auch zum Kultursommer Oldenburg, der vom 16. bis zum 27. Juli stattfindet.

Besser als zu meckern ist es jedoch, etwas selber auf die Beine zu stellen. Das dachte sich auch Friederike Mondry. Die 31-jährige Sozialpädagogin aus Oldenburg ist Mitinitiatorin des Freigangs – eines Festivals, das es als Teil des Kultursommers dieses Jahr zum zweiten Mal geben wird. Und zwar vom 16. bis zum 20. Juli an der Lambertikirche.

Mondry kam Anfang 2013 auf die Idee, einen etwas anderen, mehr selbst gemachten Kultursommer für die Zielgruppe der 20- bis 30-Jährigen auf die Beine zu stellen. „Gedacht war eine Bühne für Musiker und Künstler, die nicht bekannt sind. Bei den Schlossplatzkonzerten spielen etablierte Bands und Musiker.“

Der Freigang ist ein Zusammenspiel zwischen freier Musiker-, Künstler- und Aktivisten-Szene und dem Kultursommer des Kulturzentrums Kulturetage. Die Kulturetage stellt die Infrastruktur und stemmt den Freigang finanziell, wobei die Hälfte über Sponsoren abgedeckt und die andere Hälfte aus dem Kulturetage-Etat bezahlt wird. Die Programmgestaltung übernehmen ehrenamtlich arbeitende Kreative. „Es gibt natürlich Vorgaben im Bereich technischer Machbarkeit, Brandschutz und Sicherheit. Ansonsten haben wir bei der Programmgestaltung überhaupt keine Vorgaben“, sagt Mondry.

Genau das ist, was der 30-jährigen Anna-Mareike Oellien gefällt. „Für mich bedeutet der Freigang völlige Schlaflosigkeit“, sagt sie. „Ich mag die Organisationsform, dass halt nicht eine Gruppe von etwa drei Leuten einem sagt, was zu machen ist. Sondern dass alle, die Bock haben, sich auch wirklich von Anfang einbringen und demokratisch mitgestalten können.“

Oellien studiert „Materielle Kultur: Textil“ und Sonderpädagogik, macht zurzeit ein Praktikum in der Kulturetage und ist von Anfang an im Organisationsteam, das aktuell aus 25 Menschen besteht. Beim Freigang bietet sie nach dem Motto „aus Alt mach Neu“ Klamottentausch und Upcycling an.

Der Freigang unterteilt sich in ein Nachmittags- und ein Abendprogramm. In der Programmschiene „machbar“ werden tagsüber Mitmachaktionen wie Urban Gardening angeboten. Abends spielen Bands. In der Programmschiene „hörbar“gibt es aber auch Dinge wie eine „Best-of-Tagebuchlesung“ zu erleben.

Insgesamt werden etwa 30 Gruppen und Einzelinterpreten das „hörbar“-Programm bestreiten. Friederike Mondry legt als DJane als eine Hälfte von „Dermädchen & Dasjunge“ Platten auf. Anna-Mareike Oellien freut sich „auf Abende, die man nicht erwartet, die entspannte Stimmung und dass man den ganzen Tag da sein kann und will“. Mondry betont, dass der Freigang von Anfang an ein unkommerzieller Ort ohne Zugangshürden werden sollte. Alle Veranstaltungen sind gratis. Auch Wasser bietet der Freigang gratis an einer selbstgebastelten Zapfstelle an. Jeder kann sein eigenes Gefäß mitbringen. Gleichzeitig wollen die Veranstalter darauf aufmerksam machen, dass wir in Deutschland in der glücklichen Lage sind, sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu haben.

Freigang: 16. bis 20. Juli, Lambertikirche, Oldenburg
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