Kommentar unkonventionelle Erdgasförderung: Wieder ein Dilemma der Energiepolitik

Riesiger Materialverbrauch, Einsatz gefährlicher Chemikalien und Arbeiten mit hohem Druck machen es fraglich, dass ohne Umweltverträglichkeitsprüfung im Gestein gebundenes Gas gefördert werden soll.

Die Pläne, im Gestein gebundenes Gas für eine Förderung zur erschließen, bergen ein Dilemma. Erdgas ist unter den fossilen Brennstoffen vergleichsweise klimafreundlich. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Systemumstellung auf erneuerbare Energien. Doch weil die Gasvorräte schwinden, muss ein immer größerer Aufwand getrieben werden, um sie auszubeuten.

Allein der logistische Aufwand, um die großen Mengen Wasser, Sand und Chemikalien zu den Bohrstellen für das "Fracing" zu transportieren, ist immens. Der Wasser und Bodenverbrauch ist groß und was unter der Erde geschieht riskant.

Deshalb sollte geprüft werden, ob es sich jenseits einer rein betriebswirtschaftlichen Betrachtung lohnt, Gas mit der "Fracing"-Methode zu gewinnen. Dabei wäre genau zu untersuchen, wie sich diese Fördertechnik auf die Umwelt auswirkt, und ob "Tight Gas" bei Berücksichtigung der Förderung klimafreundlicher ist als etwa Steinkohle.

Angesichts des Materialverbrauchs, des Einsatzes gefährlicher Chemikalien und der Arbeiten mit hohem Druck, ist es nicht einzusehen, dass ohne Umweltverträglichkeitsprüfung gebohrt werden kann. Das muss der Gesetzgeber ändern. Außerdem sollten die Interessen der Förderunternehmen sowie der Wasserversorger, Grundstückseigentümer und Anwohner besser ausbalanciert werden.

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