Kommentar SPD im Wahlkampf: Carstensen schweißt SPD zusammen

Schleswig-Holsteins SPD wird es bei ihrem Landtagswahlkampf schwer haben, die eigene Basis zu mobilsieren. Hilfreich ist dabei in erster Linie CDU-Ministerpäsident Carstensen.

Die SPD sollte Peter Harry Carstensen spontan zum Ehrenmitglied machen: Nichts hat der Partei so gutgetan wie die Fehler des CDU-Ministerpräsidenten in den vergangenen Tagen und Wochen. Erstens der Bruch der Koalition aus nichtigem Anlass. Zweitens die Art und Weise, wie er die sozialdemokratische Ministerriege aus ihren Ämtern gefeuert hat. Drittens das Lavieren in Sachen HSH Nordbank, wo nach langem Schweigen die Aufforderung an den Bank-Chef Nonnenmacher kam, freiwillig auf seinen Millionenbonus zu verzichten.

Die SozialdemokratInnen in Schleswig-Holstein sind sauer, und der Gewinner heißt Ralf Stegner. Er erhielt knapp 90 Prozent der Stimmen, fast so viel wie vor einem Jahr bei seiner Nominierung. Natürlich sind Wahlparteitage sorgsam inszenierte Schauspiele, und eine Demontage des Spitzenmannes wäre zu Beginn der heißen Wahlkampfphase kaum denkbar gewesen. Dennoch, da in der schleswig-holsteinischen Politik derzeit nichts unmöglich scheint, wäre auch eine Klatsche für Stegner drin gewesen - er hat sie nicht bekommen.

Schwierig wird es für die SPD werden, ihr Wählerpotenzial zu mobilisieren. Das Kieler Theater der vergangenen Wochen hat beide große Parteien Sympathien gekostet. CDU und SPD sollten tun, was sie versprochen haben: auf einen Schmutzwahlkampf verzichten - und sich auf Argumente konzentrieren.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de