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Kommentar Roma-Abschiebung Leeres Integrationsgerede

Kommentar von

Marco Carini

Verantwortlich dafür eine SPD, deren Bürgermeister einst versprochen hatte, dass Migranten-Kinder, die hier einen Schulabschluss schaffen, eine Perspektive in der Stadt haben sollen, die ihre einzige Heimat ist.

J edes Schicksal rührt, und die empathielose Härte, mit der es von den politisch Verantwortlichen ignoriert wird, macht sprachlos. Schwer kranke Erwachsene, von Verfolgung bedrohte Familien, Kinder, die ihr Herkunftsland nicht kennen und so gut deutsch sprechen, wie man es manchem Jugendlichen ohne Migrationshintergrund nur wünschen würde, sollen in die mazedonische oder serbische Krisenregion abgeschoben werden, wo sie als Mitglieder der Roma-Minderheit Not und Diskriminierung erwarten.

Verantwortlich dafür eine SPD, deren Bürgermeister einst versprochen hatte, dass Migranten-Kinder, die hier einen Schulabschluss schaffen, eine Perspektive in der Stadt haben sollen, die ihre einzige Heimat ist.

Schall und Rauch. Und so ist auch heute nicht zu erwarten, dass die Abgeordneten dieser Partei genug Rückgrat haben, um die Eingaben der abschiebebedrohten Roma-Familien zumindest zur Wiedervorlage in den Petitionsausschuss zurückzuverweisen - egal, was ihr Innensenator darüber denkt.

Der Umgang mit den Roma in Hamburg ist ein trauriger Beleg dafür, dass das ganze Integrationsgerede in dieser ach so weltoffenen Stadt leider nicht mehr ist als inhaltsloses Geschwafel.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Marco Carini Hamburg-Redakteur

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4 Kommentare

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  • H
    HamburgerX

    @banjo: Ist Ihnen denn überhaupt bewusst, dass der Tellerrand Ihrer Gutmenschen-, Akademiker-, Elfenbeinturm-, Soziallobbyismus-Suppe ziemlich hoch ist?

     

    Vielleicht sehen aber auch Sie irgendwann einmal, wieviel Leid Deutschland durch die blind-gutgläubig-stupide Aufnahmepolitik widerfahren ist. Aber die Opfer sind leicht vergessen, wenn jemand zum X. Mal zur einfältigen Empörung wegen der ach-so-Diskriminierten anstachelt. Tatsache ist jedenfalls, dass Deutschland im Europa-Vergleich am Wenigsten das Recht durchsetzt, wenn es um Ausweisungen geht. Insofern soll sich niemand wundern, wenn sich die Wut über so wenig Rechtsstaat auch mal anders entladen sollte. Aber diesen Tellerrand zu überblicken bzw. die Gefahr dahinter zu sehen, sollte man Ihnen vielleicht lieber gar nicht erst zumuten.

  • B
    banjo

    Lieber Gott im Himmel, wenn es dich wirklich gibt, dann laß alle HamburgerX aussterben. Oder verschaffe ihnen wenigstens den Erfahrungshintergrund, der sie über Ihren Tellerrand blicken läßt. Bitte,bitte.

  • MS
    Michael Sturm

    Kriminalität, Vergewaltigungen, Mord, Drogenhandel. Ist es das was uns als erstes bei Sinti und Roma einfällt? Ich bin entsetzt wie fern uns Deutschen diese Menschen und deren Kultur noch sind und wie schnell es offenbar geht, sie zu diskriminieren. Ich hoffe sehr, dass diese Volksgruppe endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt bevor sie wieder als Grund für soziale Probleme in unserer Gesellschaft herhalten müssen.

     

    M. Sturm

  • H
    HamburgerX

    Weltoffen ja, aber für Kriminalität, Vergewaltigungen, Mord, Drogenhandel, Illegalität?

     

    NEIN. Nicht in meinem Namen!

     

    Ausweisungen und Abschiebungen werden seit Jahrzehnten viel zu lachs gehandhabt, dabei haben sie fast immer (wenige Ausnahmen mag es geben) einen Grund, und es hat zahllose Opfer wegen der Nachlässigkeiten gegeben. Man denke nur an den S-Bahn-Schubser.

     

    Darum: Gesetze durchsetzen!

     

    (Gebürtiger Hamburger)