Kerber im Halbfinale der US-Open: "Es ist unglaublich"

Unglaublich, aber wahr: Angelique Kerber steht im Halbfinale der US Open. Andrea Petkovic verpasste dagegen erneut ihr erstes Grand-Slam-Halbfinale.

Das mache ich doch mit links! Angelique Kerber stürmt ins Halbfinale. Bild: dapd

NEW YORK dpa | Als erste Deutsche seit Steffi Graf vor 15 Jahren steht Angelique Kerber im Halbfinale der US Open und hat damit für eine riesige Tennis-Überraschung gesorgt. Die Kielerin gewann am Donnerstag in New York 6:4, 4:6, 6:3 gegen die Italienerin Flavia Pennetta und trifft am Samstag auf die Australierin Samantha Stosur. Die letztjährige French-Open-Finalistin, die ebenfalls zum ersten Mal unter den letzten Vier in Flushing Meadows steht, gab zu: "Ich weiß nicht viel über Kerber, außer dass sie Linkshänderin ist. Das ist alles. Wir haben niemals gegeneinander gespielt oder miteinander trainiert."

Kerber war im bislang wichtigsten Match ihrer Karriere nichts von Nervosität anzumerken. Die 23-Jährige behielt gegen die einstige Nummer zehn der Welt in einem langen Spiel zur 4:3-Führung ebenso die Nerven wie beim ersten Satzball. Dort gelang der Linkshänderin aus der Bedrängnis ein Passierball zum 6:4. Auf dem nur mäßig besuchten Außenplatz 17 lag Kerber im zweiten Satz nach einem Break-Festival schon 4:2 vorn, machte dann aber mehr Fehler, während Pennetta ihre Erfahrung ausspielte. Die 29-Jährige führte im entscheidenden Satz 2:0, Kerber schaffte aber noch die Wende und sank nach dem Matchball auf die Knie.

Nach dem Halbfinal-Einzug bei den US Open hat sich Angelique Kerber überrascht und perplex über den mit Abstand größten Erfolg ihrer Tennis-Karriere gezeigt. "Mein Ziel war, in die zweite oder dritte Runde zu kommen, jetzt bin ich im Halbfinale. Es ist unglaublich. Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll", erklärte die 23-jährige Kielerin nach dem 6:4, 4:6, 6:3 gegen Pennetta. "Zehn Minuten später hatte ich schon 50 SMS und 60 E-Mails. Ich habe mein Handy ausgemacht, es war zu viel", berichtete die 92. der Weltrangliste.

Andrea Petkovic hingegen konnte sich zuvor ihren größten Wunsch nicht erfüllen. Die Darmstädterin verlor einen Tag vor ihrem 24. Geburtstag 1:6, 6:7 (5:7) gegen die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki aus Dänemark und verpasste auch im dritten Anlauf ihr erstes Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. "Ich habe den ersten Satz verpennt. Im zweiten war es dann zu spät", sagte Petkovic und freute sich für Kerber: "Super! Ich mag Angelique sehr gern und glaube, dass es auch für uns andere sehr wichtig ist." Zuletzt hatte in Wimbledon Sabine Lisicki das Halbfinale erreicht.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de