Halbfinale Champions League: Inter mauert Barcelona ein

Bereits in der 28. Minute musste ein Italiener vom Platz. Die Italiener zogen sich komplett an den eigenen Strafraum zurück, Barcelona rannte an – am Ende vergeblich.

Freud und Leid auf dem Rasen Barcelonas: Inter Mailands Spieler Chivu und Sneijder jubeln, während Krkic mit den Tränen kämpft. Bild: reuters

BARCELONA dpa | Mit zehn Spielern hat Inter Mailand den Sturmlauf von Cup-Verteidiger FC Barcelona gestoppt und fordert nun im Endspiel der Champions League den FC Bayern München. Mindestens 2:0 hätte Barcelona im eigenen Stadion vor 90.000 Zuschauern gewinnen müssen nach der 1:3 Niederlage in Hinspiel in Mailand.

In einer wahren Abwehrschlacht hatte Thiago Motta in der 28. Minute rot gesehen. Doch trotz Überzahl konnte Barcelona nur einen Treffer erzielen. Gerard Pique Treffer in der 84. Minute fiel einfach zu spät, um die Italiener noch in Bedrängnis zu bringen. Damit zieht Inter Mailand zum ersten Mal seit 1972 wieder in ein europäisches Landesmeister-Finale ein.

Im Finale trifft das Team von Trainer Jose Mourinho, am 22. Mai in Madrid auf die Münchner, die sich am Dienstag mit 3:0 bei Olympique Lyon fürs Final qualifiziert hatten. Damit kommt es für die Bayern zu einem Wiedersehen mit ihrem früheren Abwehrchef Lucio, der vor Beginn dieser Saison in die Serie A gewechselt war.

In den bisherigen Europacup-Duellen gegen Inter Mailand behielten die Bayern die Oberhand. So feierten die Münchner in der Gruppenphase der Champions League 2006/2007 einen 2:0-Sieg in San Siro. Legendär war eine Partie im Achtelfinale des UEFA-Pokals 1988/89: Damals folgte einer 0:2-Niederlage im Olympiastadion ein 3:1-Auswärtssieg, der als "Wunder von Mailand" in die (bayerische) Vereinsgeschichte einging.

Einen bitteren Abend erlebte am Mittwoch Barcelonas Weltfußballer Lionel Messi, der auch in seinem siebten Spiel gegen ein von Mourinho betreutes Team leer ausging. Mit vier Toren gegen den FC Arsenal hatte der argentinische Wirbelwind seine Mannschaft ganz alleine in die Vorschlussrunde geschossen. Nach dem Halbfinal-K.o. für Barcelona bleibt das Gesetz der Serie bestehen: Noch nie hat ein Titelträger in der Champions League seine Trophäe verteidigen können.

Die Rollen in dem von manchen als vorgezogenes Finale bezeichneten Duell waren von Beginn an klar verteilt: Mit dem Zwei-Tore-Polster aus dem Hinspiel im Rücken zogen sich die Italiener weit zurück und machten damit die Räume für Barcelonas Kurzpass-Künstler eng. Darunter litt vor allem Messi, der sich immer wieder in Zweikämpfen gegen Maicon und Co. aufrieb und zunächst nur bei Standardsituationen auf sich aufmerksam machte. Allerdings fehlten im Spiel der Katalanen ohne den verletzten Andres Iniesta häufig auch Tempo und Spielwitz.

Auch als Inter durch den Platzverweis für Thiago Motta wegen eines Ellbogenschlags gegen Sergio dezimiert war, kam der großspurig angekündigte "Sturmlauf des Jahrhunderts" der Blau-Roten nicht richtig ins Rollen. Mit einer Klasseparade gegen Messi verhinderte Mailands Schlussmann Julio Cesar (32.) zwar den drohenden Rückstand, sonst musste der Brasilianer aber nur selten eingreifen. Wegen Spielverzögerungen bei Abstößen handelte sich Cesar die Gelbe Karte vom belgischen Schiedsrichter Frank de Bleeckere ein.

Im zweiten Durchgang bot sich meist das gleiche Bild: Der Tabellenführer der Serie A baute ein engmaschiges Abwehrnetz auf, in dem sich Barcelonas Millionenstars bis zur 84. Minute immer wieder verfingen. Außer gelegentlichen Entlastungsaktionen hatten die Mailänder im Spiel nach vorne gar nichts zu bieten. So blieb auch der frühere Barca-Stürmer Samuel Eto'o ohne Torchance.

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