HSV besiegt VfL Bochum: Labbadia aus der Gefahrenzone

Bochums Andreas Johansson verhilft dem HSV mit einem Eigentor zum 2:1-Sieg in der 88. Minute. Hamburgs Trainer Labbadia lobt die Moral seines Teams, während Bochum um den Klassenerhalt bangt.

HSV-Trainer Bruno Labbadia (re.) kann sich bei "van the man" Nistelrooy (li.) zumindest für die gute Stimmung bedanken. Bild: rtr

BOCHUM dpa | Das 2:1 (1:1) beim abstiegsbedrohten VfL Bochum ist Balsam für die Seele von Bruno Labbadia, der beim HSV schon als Trainer auf Abruf galt. Die Erleichterung war riesig bei dem 44-Jährigen: "Wir haben volles Risiko gespielt. Und das ist aufgegangen" - allerdings nur dank des Bochumers Andreas Johansson, der den Hanseaten in der 88. Minute mit einem Eigentor zu drei Zählern verhalf.

"Wir haben tolle Wochen vor uns", hielt der HSV-Coach nach den zuletzt deprimierenden Vorkommnissen mit Paolo Guerreros Flaschenwurf und vier nicht gewonnenen Erstliga-Partien fest: Seine Elf ist seit dem 3:1 von Lüttich und dem 2:1 in Bochum wieder auf Erfolgskurs. Robert Tesche brachte das Team mit seinem ersten Bundesliga-Treffer im HSV-Trikot per Kopf in Führung (18.), der bei Bochum überragende Slowene Zlatko Dedic glich in der 32. Minute mit einem wundervollen Volley-Linksschuss aus.

Doch für die Westdeutschen war das zu wenig. "Das Ergebnis ist absolut ärgerlich, und der Druck ist jetzt noch größer", sagte VfL-Trainer Heiko Herrlich, dessen Elf nun schon achtmal nacheinander nicht gewonnen hat. "Es ist bitter, dass wir keine Punkte mitnehmen", hielt Bochums Sportvorstand Thomas Ernst fest. Chancen hatte Bochum genug. "Ganz klar: Wir haben sie nicht genutzt. Und die Hamburger drücken noch einen über die Linie", klagte Ernst.

Doch nicht der jubelnde Ruud van Nistelrooy, sondern Johansson war für den HSV-Siegtreffer verantwortlich: "Ist egal, Hauptsache gewonnen", sagte "Van the Man", der den Sieg bei den heimschwachen Bochumern als "glücklich" bezeichnete. Für Labbadia spielte es keine Rolle, dass die Negativserie durch ein Selbsttor beendet wurde: "Meine Mannschaft hat eine sensationelle Moral gezeigt. Da braucht man auch eine mentale Stärke. Und die drei Punkte tun uns sehr, sehr gut."

Platz sechs ist vorläufig wieder gesichert, doch der Vorsprung auf den VfB Stuttgart als bestes Team 2010 beträgt nur einen Zähler. Und die kommenden drei Aufgaben sind allesamt der Kategorie leicht lösbar zuzuordnen: Mainz und Nürnberg gastieren noch in Hamburg, auswärts wartet Krisenclub Hoffenheim. Womöglich fällt erst beim letzten Saisonspiel am 8. Mai in Bremen die Entscheidung über Hamburgs Verbleib im europäischen Wettbewerb.

Für Herrlich und den VfL wird die Situation immer bedrohlicher, die fatale Heimschwäche mit bislang nur zwei Saisonsiegen bringt Bochum immer mehr in die Bredouille. Herrlich beklagte speziell das Manko der Chancenverwertung. Der eingewechselte Österreicher Christian Fuchs hatte das 2:1 (78.) auf dem Fuß, wurde indes in letzter Sekunde gestoppt.

Für Herrlich war das keine astreine Situation. "Christian Fuchs wird in dieser Situation von Frank Rost getroffen. Wolfgang Stark hätte durchaus auf Elfmeter entscheiden können", trauerte Bochums junger Coach der Möglichkeit noch lange nach Spielende hinterher. Die Herausforderung wird immer größer: Am Freitag in Köln, am 23. April gegen Stuttgart, am 1. Mai bei den Bayern und am 34. Spieltag gegen Hannover - an der Castroper Straße geht jetzt die Abstiegsangst um.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de