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Fehlende Knöpfe deuten auf Unfall

■ Der tödlich abgestürzte DDR-Bürger Winfried Freudenberg floh allein mit Ballon nach West-Berlin

Der 32jährige DDR-Bürger Winfried Freudenberg, der am Mittwoch bei einer Ballonfahrt nach West-Berlin umgekommen ist, ist offenbar doch alleine geflogen. Aufgrund der am Ballonlandeplatz gefundenen Ausweispapiere einer Sabine Freudenberg hatte die Polizei zunächst vermutet, daß die Eheleute zusammen mit dem Fluggerät geflohen waren.

Die Suche nach Sabine Freudenberg war gestern morgen abgebrochen worden, nachdem eine Meldung der amtlichen DDR -Nachrichtenagentur 'adn‘ darauf schließen ließ, daß die Frau in der DDR geblieben war. Die Mitteilung von 'adn‘ umfaßte ganze fünf Zeilen, in denen es hieß: „Die Ehefrau des Betroffenen hat gegenüber den Behörden der DDR bestätigt, daß ihr Mann mit einem selbstgefertigten Ballon aufgestiegen und offensichtlich abgestürtzt sei“. Ob die Frau festgenommen worden ist, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Dem Obduktionsbefund zufolge steht inzwischen fest, das Freudenberg durch einen Sturz aus großer Höhe ums Leben kam. Seit gestern steht fest, daß der Ballon eine weitaus größere Entfernung als anfänglich vermutet zurücklegt hatte und definitiv von Norden eingeschwebt war: Am Flughafen Tegel war unter anderem eine Heiratsurkunde Freudenbergs gefunden worden, und ein Zeuge hatte den Ballon am Teufelsberg gesehen.

Die spätere Zickzack-Tour zwischen Leichenfundort und Landeplatz kann auf den plötzlichen Gewichtsverlust, die dadurch veränderte Flughöhe und Thermik zurückgeführt werden. Der Ballon wurde gestern noch auf technische Beschaffenheit und Beschädigungen wie Risse oder Einschußlöcher hin untersucht. Fest steht aber, daß er nicht von Heißluft angetrieben wurde, sondern durch einem in Plastikummäntelung eingeschlossenen Gas getragen wurde.

Erste Vermutungen von einem freiwilligen Absprung Freudenbergs, um im Waldsee zu landen, bestätigten sich nicht. Die Tatsache, daß die Knöpfe seiner in dem Tragegurt steckengebliebenen Lederjacke abgerissen waren, so Staatsschutzsprecher Kaiser, deute auf einen Unglücksfall hin.

plu

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