Entlang der Oder : Programm der Reise

vom 28. Juni bis 5. Juli 2020

Eisenbahnbrücke über die Oder Bild: Inka Schwand

Eisenhüttenstadt - Frankfurt/Slubice - Kostrzyn/Küstrin - Cedynia - Schwedt - Szczecin/Stettin

1. Tag (Sonntag) Anreise

Wir starten die 220 Kilometer lange Radreise entlang der Oder in der sozialistischen Planstadt Eisenhüttenstadt. Nach dem Einchecken im Hotel lernen wir uns am Abend kennen und besprechen die Details der Fahrt. Die Anreise ist zum Beispiel über Berlin und von dort mit dem RE 1 um 16.21 Uhr nach Frankfurt (Oder) und von dort um 17.37 Uhr nach Eisenhüttenstadt möglich. Die Ankunft wäre dann um 17.57 Uhr. Beide Züge fahren im Stundentakt.

Abendessen und Übernachtung in Eisenhüttenstadt.

2. Tag (Montag) Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder)

Am Vormittag bekommen wir eine Stadtführung durch die Planstadt, die zusammen mit dem Bau des Stahlwerks entstanden war und bis 1963 Stalinstadt hieß. Im Anschluss besuchen wir das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR.

Nach dem Mittagessen radeln wir los zur Oder, auf die wir im Ortsteil Fürstenberg treffen. Dort geht es auf dem Oderradweg 15 Kilometer bis nach Aurith. Das ist die erste Gelegenheit, über den Wandel der Oder als Grenzfluss zu sprechen, denn auf der gegenüberliegenden Seite liegt das polnische Dorf Urad. Wie vor dem Krieg sollen beide Dörfer künftig wieder mit einer Fähre verbunden werden.

Nach einer Kaffeepause geht es über weitere 22 Kilometer nach Frankfurt (Oder). Nach dem Einchecken im Hotel spazieren wir über die Oderbrücke ins polnische Słubice. Im Kulturzentrum Smok (Drache) sprechen wir mit dem Direktor und einem Aktivisten über die Lage in der deutsch-polnischen Doppelstadt, von der ja auch politisch ein neuer Aufbruch ausgeht.  Im Smok essen wir auch zu Abend.

Übernachtung in Frankfurt (Oder)

3. Tag Frankfurt (Oder)

Nach dem Frühstück begeben wir uns auf eine Stadtführung durch Frankfurt (Oder) und Słubice. Nach dem Mittagessen wird dann die Bewerbung beider Städte als Kulturhauptstadt 2029 das Thema sein. Größenwahnsinn oder der Charme der Provinz als Europäisches Thema?

Den späten Nachmittag verbringen wir an der Europa-Universität Viadrina, Brandenburgs erste Landesuniversität, die nach der Wende neu gegründet wurde. Danach treffen wir uns auf dem Brückenplatz, einem multikulturellen Ort, der vor allem für Geflüchtete eine neue Heimat geworden ist.

Abendessen und Übernachtung in Frankfurt (Oder)

4. Tag (Kostrzyn und Cedynia)

Nach dem Frühstück geht es früh aufs Rad, denn an diesem Tag haben wir die längste Etappe auf dem Oderradweg vor uns. Nach 35 Kilometern erreichen wir Kostrzyn an der Mündung der Warthe in die Oder. Das ehemalige Küstrin wurde im Krieg zerstört, seitdem wächst dort Gras. Der Wiederaufbau der Altstadt ist beschlossene Sache, aber noch nicht realisiert, wie wir auf einer Führung sehen werden.

Küstrin - Polnisches Pompeji Bild: Inka Schwand

Anschließend geht es weiter ins 60 Kilometer entfernte Cedynia, wo wir auf den Leiter des dortigen Museums und einen Journalisten treffen, die uns von der Lage auf der polnischen Seite der Grenzregion berichten werden.

Abendessen und Übernachtung in Cedynia

5. Tag (Criewen und Schwedt)

Nach dem Frühstück fahren wir 32 Kilometer bis Criewen, dem Tor zum Nationalpark Unteres Odertal, dem einzigen Nationalpark in Brandenburg. Wir erkunden auf dem Fahrrad das atemberaubende Zwischenoderland zwischen West-Oder und Ost-Oder.

Frisch gestärkt geht es nach der Mittagspause weiter nach Schwedt, der nächsten Industriestadt der ehemaligen DDR an der Oder, die wir besichtigen, bekannt durch das Petrochemische Kombinat PCK. Eine Stadtführung zeigt uns die liebevoll restaurierte Altstadt an der Oder.

Nationalpark Unteres Odertal Bild: Archiv

Abendessen und Übernachtung in Schwedt

6. Tag (Stettin)

Wir nähern uns nun dem Höhepunkt der Reise. Nach 50 Kilometern erreichen wir Stettin, auf Polnisch Szczecin, neben Breslau (Wrocław) die größte Stadt an der Oder. Eingebettet ist die Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Westpommern in eine hügelige grüne Landschaft, durch deren Mitte die Oder durch viele Seen strömt. Einen ersten Eindruck von der Stadt gibt es bei einem Treffen mit einem Journalisten auf dem gerade erst revitalisierten Gelände des Alten Schlachthofs, wo man den besten Blick auf die berühmten Hakenterrassen am anderen Oder-Ufer hat.

Am Nachmittag ist dann freien Zeit zum individuellen Erkunden der Stadt, bevor wir uns am Abend in der neu gebauten Stettiner Philharmonie treffen, die in kürzester Zeit zu einem neuen Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Abendessen und Übernachtung in Stettin

Auf der Promenade in Stettin/Szczecin Bild: Inka Schwand

7. Tag (Stettin)

Nach dem Frühstück besuchen wir das Dialogzentrum Umbrüche, ein unterirdisches Museum neben der Philharmonie, wo wir die Nachkriegsgeschichte der Stadt und insbesondere die Zeit der demokratischen Wende (1989/1990) kennenlernen.

Nach dem Mittagessen begeben wir uns auf eine Stadtführung und besuchen dann einen Stadtarchitekten, der uns seine Visionen über die Zukunft der Stadt vorstellen wird, in deren Mittelpunkt die Revitalisierung der Oder-Insel Łasztownia (Lastadie) steht.

Nach einer gemeinsamen Auswertung ist am Abend noch einmal Zeit für das eigene Erkunden der Stadt.

8. Tag (Abreise)

Nach einem ausgiebigen Frühstück endet die gemeinsame Reise. Einige Teilnehmer werden noch einige Tage in Polen bleiben, andere ihre Heimreise individuell antreten. Abfahrt per Bahn nach Berlin über Pasewalk ist z.B. um 9.00 Uhr, Ankunft um 11.29 Uhr in Berlin Hauptbahnhof. Eine direkte Bahnverbindung nach Berlin-Gesundbrunnen gibt es um 10.06 Uhr, Ankunft in Gesundbrunnen um 11.54 Uhr.

Umstellungen und Änderungen im Detail sind möglich.

Stand 14. Januar 2020