Dortmund gegen Udinese: Klopps Team locker ausgekontert

Man merkte den Borussen ihre fünf Jahre ohne internationale Spiele an: Gegen Udineses spielerische Stärke und Abgebrühtheit fanden die Dortmunder einfach kein Mittel.

Kann es nicht fassen: Dortmunds Trainer Klopp. Bild: dpa

DORTMUND dpa Borussia Dortmund hat bei der Rückkehr auf die internationale Fußball-Bühne nach fünf Jahren eine ernüchternde Lehrstunde erhalten. Nach dem 0:2 (0:2) im Erstrunden-Hinspiel des Uefa-Pokals gegen Udinese Calcio droht dem BVB ein früher Abschied aus dem so lange herbeigesehnten Wettbewerb. Antonio Floro Flores und Gökhan Inler nutzten bereits in der 8. und dann in der 34. Minute Fehler der indisponierten Dortmunder Deckung zu zwei Kontertoren wie aus dem Bilderbuch. Damit ist die Hoffnung der Westfalen, den Einzug in die Gruppenphase zu schaffen, vor dem Rückspiel am 2. Oktober in Udine fast schon auf den Nullpunkt gesunken.

"Wir haben dem Gegner so in die Karten gespielt, das wird Udinese international so schnell nicht wieder antreffen", kritisierte BVB-Trainer Jürgen Klopp. "Ich bin ratlos und enttäuscht." Auch Abwehrspieler Neven Subotic haderte mit dem Borussenschicksal: "Bei den Toren haben wir einfach gepennt."

Fünf Tage nach dem rassigen Revier-Schlager gegen Schalke 04 hofften die Dortmunder Fans gegen die abgezockten Italiener vergebens auf eine ähnliche Aufholjagd ihrer Mannschaft. Zwar bemühten sich die Westfalen mit Herz und Leidenschaft dem ballsicheren Gegner Paroli zu bieten, doch wurde gegen den Tabellen-Siebten der Serie A auch deutlich, dass die unerfahrene Abwehr noch keinen internationalen Ansprüchen genügt.

Udinese bestrafte die Stellungsfehler in der BVB-Deckung gnadenlos mit Toren und brachte den Vorsprung clever über die Zeit. Dabei wurde bei den Gästen mit Antonio di Natale der derzeitige Top-Stürmer Italiens erst in der Schlussphase eingewechselt.

Ergebnis: 0:2 (0:2)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Rukavina, Subotic, Hummels (23. Felipe Santana), Lee - Hajnal (63. Frei), Kehl - Blaszczykowski, Kringe - Zidan (9. Tinga), Valdez

Udinese Calcio: Handanovic - Ferronetti (83. Motta), Coda, Lukovic, Domizzi - Inler, D'Agostino, Isla - Pepe, Floro Flores (78. Quagliarella), Sanchez (68. Di Natale)

Tore: 0:1 Floro Flores (8.), 0:2 Inler (34.)

Gelbe Karten: Kehl, Valdez / Domizzi

Beste Spieler: Kringe, Tinga / Coda, Sanchez

Dazu kam ein total verunglückter Start ins Spiel: Während Angreifer Mohamed Zidan nach einem bösen Foul seines Gegenspielers Domizzi noch am Spielfeldrand behandelt wurde, nutzten die Italiener eine Schwäche auf der rechten Dortmunder Abwehrseite eiskalt aus und gingen durch Floro Flores in Führung.

Mit dem frühen Rückstand gegen war genau die Situation eingetreten, vor der Trainer Klopp seine Mannschaft eindringlich gewarnt hatte. Personelle Handicaps kamen hinzu: Der angeschlagene Zidan musste schon nach zehn Minuten für Tinga das Feld räumen, in der 23. Minute war auch für Mats Hummels die Partie beendet. Für ihn kam Felipe Santana.

Das erste Achtungszeichen in der Offensive setzte in der 22. Minute Florian Kringe mit einem wuchtigen Schuss aus 20 Metern. Als der BVB das Spiel allmählich in den Griff zu bekommen schien, wurde er erneut klassisch ausgekontert. Flores passte auf den mitgelaufenen Schweizer Nationalspieler Inler, der Roman Weidenfeller mit einem Schuss in die lange Ecke keine Chance ließ.

Während sich die Gäste als Meister in Sachen Effizienz erwiesen, brachten den Dortmundern 7:1 Ecken bis zur Halbzeit nichts ein.

Auch die Einwechslung von Alexander Frei nach 62 Minuten brachte nicht die erhoffte Belebung für das Dortmunder Spiel. Auf der Gegenseite hätte der Chilene Flores gegen den mit dem Herauslaufen zögernden Weidenfeller in der 64. Minute sogar noch das 0:3 machen können.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de