Der "Dauermeister" im Inlinehockey: Die Rollenspieler

Weil deutsche Eishockeyprofis sich im Sommer fit halten wollen, spielen sie Inline-Hockey im Münchener Vorort Germering. Und der lehrt seine Gegner bundesweit das Fürchten.

Eishockey ohne Eis und Schlittschuhe heißt Inlinehockey. Bild: dpa

So mancher neutrale Zuschauer hätte sich an diesem ersten Wochenende im Juli wahrscheinlich einen neuen Titelträger gewünscht. "Das wird ja langsam langweilig", war von Teilen des Publikums zu hören, nachdem die Rolling Wanderers Germering im heimischen "Polariom" erneut den Meistertitel gewonnen hatten - zum fünften Mal hintereinander! Insgesamt war der 10:3-Erfolg gegen das Team aus Königsbrunn sogar der sechste Meistertitel der Vereinsgeschichte, womit die Münchener Vorstädter zum alleinigen Rekordsieger der seit 1996 bestehenden Deutschen Inlinehockey-Liga (DIHL) aufstiegen.

Zu den Leistungsträgern des Abonnementmeisters aus Germering, einer Großen Kreisstadt im Landkreis Fürstenfeldbruck, gehören eine Reihe von Eishockeyspielern, für die das Inlinehockey fester Bestandteil der Sommerpause und der Vorbereitung auf die kommende Eissportsaison geworden ist. Prominentester Träger des karminroten Trikots ist Nationalstürmer Michael Wolf von den Iserlohn Roosters, 2008 Deutschlands Eishockeyspieler des Jahres und Torschützenkönig in der DEL.

Neben Wolf laufen mit Sasa Martinovic (Iserlohn) und Tobias Draxinger (früher Iserlohn, in der kommenden Saison Straubing Tigers) zwei weitere Spieler aus der höchsten deutschen Eishockeyspielklasse für die Wanderers auf. Auch zahlreiche Zweitligaspieler aus München, Kaufbeuren, Bad Tölz, Dresden und Bietigheim-Bissingen stehen im Kader, darunter auch der Stammtorhüter des amtierenden Zweitliga-Vizemeisters EHC München, Jochen Vollmer.

Zu den "Urgesteinen" des Dauermeisters gehören zwei Spieler, die bei allen sechs Meistertiteln mit von der Partie waren und 1996 auch das Inlinehockey in Germering aus der Taufe hoben: Michael "Billi" Billmeier, zugleich Kapitän des Teams, und Daniel Schury, der als spielender Trainer fungiert.

Als beide vor 13 Jahren den Rollersport in der Münchener Vorstadt etablierten, gehörte die Inlinehockeyabteilung noch zum örtlichen Eishockeyverein, der heute in der bayerischen Landesliga zu Hause ist. Seit mehreren Jahren sind die Rolling Wanderers jedoch ein eigenständiger Verein.

An europäischen Wettbewerben hat Germering trotz der Titelflut noch nicht teilgenommen - und wird es wohl auch nicht, denn der Verein ist Mitglied des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Für den Europapokal können sich jedoch nur Vereine aus Ligen eines Mitgliedsverbands des internationalen Rollsportdachverbands qualifizieren, im Falle Deutschlands also nur aus der IHD-Bundesliga, die unter dem Dach des Deutschen Rollsport- und Inlineverbands (DRIV) existiert.

Der Sieger wiederum, 2009 die Kaufungen Sharks, darf sich nicht Deutscher Meister nennen. Dieses Recht hat nur der Titelträger der DIHL. Erst 2008 verständigten sich die beiden Verbände darauf, künftig im Rahmen der DIHL einen gemeinsamen Champion auszuspielen. Die IHD-Liga gilt seitdem lediglich noch als zusätzliche Qualifikationsrunde für den Europapokal.

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