Der 27. Spieltag: Zehn Bayern sind besser als elf

Trotz frühem Gegentor und Roter Karte gewinnen die Bayern souverän gegen Bochum - und sind nun schon neun Punkte vorn. Schalke löst den HSV als Bayernverfolger ab.

Van Bommel durfte früher duschen - was pardoxerweise auch die Bayern auf dem Platz erfrischte. Bild: ap

HAMBURG dpa/taz Der FC Bayern München strebt weiter unbeirrt dem Meistertitel in der Fußball-Bundesliga entgegen. Das Team bezwang am Sonntag zum Abschluss des 27. Spieltages im heimischen Stadion den VfL Bochum mit 3:1 und hat nun schon neun Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten Schalke 04.

Dabei sah es zunächst nicht danach aus: Bereits nach vier Minuten waren die Bayern durch einen Treffer von Mimoun Azaouagh in Rückstand geraten. In der 27. Minute flog dann auch noch Van Bommel wegen widerholten Foulspiels vom Platz. Doch es war, als hätten die Bayern das gebraucht. Wie befreit spielten sie nach dem Rückstand auf und es war Antreiber Lucio, der schon vier Minuten nach der Roten Karte ausgleichen konnte. Franck Ribery (Handelfmeter) und Christian Lell machten dann gegen Ende der zeiten halbzeit alles klar.

Im zweiten Sonntagsspiel kam Borussia Dortmund Zuhause gegen Bayer Leverkusen dank später Treffer von Alexander Frei (87.) und Dede (90.+3) zu einem 2:1-Sieg. Stefan Kießling (51.) hatte die Gäste in Führung gebracht.

Duisburg - Energie Cottbus 0:1

Stuttgart - Hamburger SV 1:0

Schalke 04 - Hansa Rostock 1:0

Arminia Bielefeld - Karlsruher SC 1:0

Frankfurt - 1. FC Nürnberg 1:3

Hertha BSC - Werder Bremen 1:2

VfL Wolfsburg - Hannover 96 3:2

Bayern München - VfL Bochum 3:1

Borussia Dortmund - Leverkusen 2:1

Tabelle:

1. Bayern München 47:16 57

2. FC Schalke 04 41:26 48

3. Hamburger SV 37:20 47

4. Werder Bremen 55:39 47

5. VfB Stuttgart 45:40 45

6. Leverkusen 47:30 44

7. VfL Wolfsburg 45:38 43

8. Eintracht Frankfurt 33:34 42

9. Karlsruher SC 30:34 38

10. Hannover 96 38:45 35

11. Borussia Dortmund 41:45 34

12. VfL Bochum 41:44 33

13. Hertha BSC 29:35 32

14. Energie Cottbus 29:43 26

15. Arminia Bielefeld 26:51 25

16. Hansa Rostock 22:38 24

17. 1. FC Nürnberg 30:43 23

18. MSV Duisburg 27:42 22

28. Spieltag

Fr.: Nürnberg - Wolfsburg, Sa.: Bochum - Hertha, HSV - Duisburg, Karlsruher SC - Rostock, Bremen - Schalke, Hannover - Frankfurt, Cottbus - Bielefel, So.: Leverkusen - Stuttgart, Bayern - Dortmund

Toreerzieler:

16 Tore: Toni (Bayern), 15 Tore: Gomez (Stuttgart), 13 Tore: Petric (BVB), 12 Tore: Diego (Bremen), 11 Tore: Pantelic (Hertha)

Verbalie des Spieltags

"Meine Spieler dürfen in den Mund nehmen, was immer sie wollen - außer zu viel Alkohol." (Wolfsburgs Trainer Magath erlaubt, von Uefa-Cup zu sprechen)

Bereits am Samstag hatte der FC Schalke 04 den Hamburger SV als Bayern-Verfolger Nummer eins abgelöst. Die Königsblauen gewannen am Samstag mit 1:0 gegen Hansa Rostock und die Norddeutschen verloren bei Titelverteidiger VfB Stuttgart mit 0:1. Werder Bremen meldete sich nach vier sieglosen Spielen mit einem 2:1 bei Hertha BSC im Kampf um die Champions League-Plätze zurück. Auch der VfB Stuttgart kann als vorläufiger Fünfter bei drei Zählern Rückstand auf Rang zwei weiter auf die Teilnahme an der europäischen Königsklasse hoffen.

Auch ohne den verletzten Torjäger Mario Gomez setzte der VfB Stuttgart seine Aufholjagd in Richtung internationale Startplätze fort. Roberto Hilbert (20.) erzielte das Siegtor gegen den HSV, der nach elf Spielen ohne Niederlage erstmals wieder als Verlierer den Platz verließ.

Schalke 04 eroberte vier Tage vor dem Champions League-Rückspiel beim FC Barcelona den zweiten Platz. Halil Altintop (52.) erzielte das entscheidende Tor für die Gelsenkirchener, bei denen Nationalstürmer Kevin Kuranyi zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Rostock fiel durch die 15. Saisonniederlage auf einen Abstiegsplatz zurück.

Im Duell der Krisenclubs bei Hertha BSC beendete Werder Bremen seine Negativserie. Tim Borowski erzielte in der 73. Minute den 2:1- Siegtreffer für die Hanseaten, die zuvor viermal nicht gewonnen hatten. Markus Rosenberg hatte die Hanseaten mit dem schnellsten Tor dieser Bundesliga-Saison nach 38 Sekunden in Führung gebracht, Andre Lima (10.) hatte zwischenzeitlich für die Hertha ausgeglichen.

"Wir müssen schnell wieder punkten, damit wir mit unten nichts mehr zu tun haben", forderte Arne Friedrich, nachdem Hertha BSC gegen Bremen die dritte Niederlage in Folge kassiert hatte. Mit acht Punkten Vorsprung sind die Abstiegsplätze bei sieben verbleibenden Spielen zwar weiterhin noch weit genug entfernt, doch der Vorsprung betrug vor kurzem noch zwölf Zähler.

Das Tor von Altintop hat Schalke zum Bayernjäger gemacht. Bild: dpa

Werder dagegen präsentierte sich auch nicht gerade übermächtig. Trainer Schaaf wünschte sich nach der Partie, dass das Erfolgserlebnis vor fast 60.000 Zuschauern im Olympiastadion verloren gegangenes Selbstvertrauen und einstige Sicherheit zurückbringt. Borowski sprach zwar von Ansätzen, doch als überzeugend bewertete auch er Werders Vorstellung nicht. Noch deutlicher wurde Clemens Fritz: "Es war nicht das, was wir selbst von uns erwarten."

Der VfL Wolfsburg bleibt die beste Mannschaft der Rückrunde und kann sich weiter leise Hoffnungen auf einen UEFA-Pokal-Platz machen. Im Niedersachsen-Derby gegen Hannover 96 feierten die "Wölfe" durch Tore von Ashkan Dejagah (20./71.) und Marcelinho (29.) einen 3:2- Sieg. Arnold Bruggink (27.) und Jiri Stajner (79.) waren die Torschützen für die 96er.

Der Vormarsch von Eintracht Frankfurt in Richtung UEFA-Cup wurde von Abstiegskandidat 1. FC Nürnberg gestoppt, der mit 3:1 den ersten Sieg unter Coach Thomas von Heesen einfuhr. Angelos Charisteas (18.), Robert Vittek (49.) und Zvjezdan Misimovic (83.) drehten das Spiel für die Franken, nachdem Michael Fink (3.) die Eintracht in Front gebracht hatte.

Nach einer halben Stunde Spielzeit musste die Partie für etwa 20 Minuten unterbrochen werden, nachdem aus dem Nürnberger Fanblock Feuerwerkskörper auf den Rasen geworfen wurden. "Das sind unmögliche Zustände. Sie schaden unserem Club", schimpfte Nürnbergs Präsident Michael A. Roth, der selbst mithalf, die Situation zu beruhigen. Dennoch droht dem FCN eine empfindliche Bestrafung.

Arminia Bielefeld feierte mit dem 1:0 gegen den Karlsruher SC das erste Erfolgserlebnis unter Trainer Michael Frontzeck. Leonidas Kampantais erzielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit das Tor für die Ostwestfalen, die mit dem ersten Rückrundensieg die Abstiegsplätze verließen.

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