Berlins Super-Uni schrumpft

Nichts zu lachen für Einstein

Die "Einstein-Stiftung", Wissenschaftssenator Jürgen Zöllners Lieblingsprojekt zur universitären Spitzenforschung, wankt. Nach der FU droht auch die TU sich gegen die Stiftungs-Gründung zu sperren. Zu viele Fragen seien ungeklärt.

Die baldige Gründung der "Einstein-Stiftung" - ein Lieblingsprojekt von Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) - wird immer fraglicher. Nach der Ablehnung der Stiftungs-Pläne zur sogenannten "Förderung universitärer Spitzenforschung" durch den Akademischen Senat der Freien Universität (FU) und ihren Präsidenten Dieter Lenzen droht dem Zöllner-Projekt ein Gleiches durch das Gremium der Technischen Universität (TU).

TU-Sprecherin Kristina Zerges sagte, der Akademische Senat stehe dem Stiftungsmodell in vielen Punkten skeptisch gegenüber. Auf der jüngsten Senats-Sitzung seien insbesondere Befürchtungen geäußert worden, die geplante Einrichtung für Spitzenforscher in Berlin könne die Autonomie der Hochschule gefährden. Im Stiftungsvorstand hätten die Senatoren Zöllner und Sarrazin (Finanzen) einen Sitz und damit die Politik zu große Dominanz.

Außerdem, erinnerte Zerges, sehe die TU die Gefahr, dass die Forschungsgelder von jährlich zwischen 30 und 40 Millionen Euro zulasten der Grundausstattung der Unis gehen könnten. Eine schriftliche Stellungnahme dazu werde das Gremium am 12. November vorlegen. Ob sich dann auch TU-Präsident Kurt Kutzler - wie am Montag sein FU-Kollege Lenzen - gegen die Stiftungsgründung sperrt, müsse abgewartet werden.

Nach der Planung von Jürgen Zöllners sollte die Stiftung - lange als "Super-Uni" im Gespräch - noch in diesem Jahr mit den Unis zusammen auf den Weg gebracht werden. Zwar hatten alle vier Berliner Uni-Präsidenten lange Zustimmung signalisiert. Dann stießen die Pläne bei der FU und TU auf wachsenden Widerstand.

Kenneth Frisse, Sprecher im Hause Zöllner, sagte am Montag, der Senator "bedauert die Kritik, die insbesondere im Akademischen Senat der FU zum Ausdruck gekommen ist". Mit den Präsidenten sei zuletzt am vergangenen Mittwoch ein "einvernehmliches Ergebnis" erzielt worden. Die Stiftungs-Struktur biete "ein Höchstmaß an wissenschaftsgeleiteten Entscheidungen".

Zöllner könnte die Stiftung auch ohne Uni-Zustimmung gründen. Anja Schillhaneck, wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen, sagte am Montag dagegen, die Stiftung dürfe "nicht gegen den Willen der Hochschulen errichtet werden".

ROLA

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