Berliner Uni-Wahl: Neuer Uni-Präsident mit großem Rückhalt

An der Technischen Universität gewinnt der Physiker Christian Thomsen klar gegen Amtsinhaber Jörg Steinbach.

Ein Physiker: der neue TU-Chef Thomsen. Bild: DPA

Dass er so deutlich gewinnen würde, hatte der neu gewählte Präsident der Technischen Universität (TU) Berlin selbst nicht erwartet: „Ich hatte gedacht, die Stimmen verteilen sich halbe-halbe. So groß sind die Unterschiede zwischen uns dann doch nicht“, sagte Christian Thomsen nach seiner Wahl am Mittwoch der taz. Das sahen die Mitglieder des erweiterten akademischen Senats, der den Präsidenten wählte, offenbar anders. 40 von 61 Stimmberechtigten votierten für Thomsen, während der bisherige Präsident Jörg Steinbach gerade einmal 12 Senatsmitglieder für sich begeistern konnte.

Der Prozessingenieur Steinbach führte die TU in den vergangen vier Jahren durchaus mit Erfolg. Die Drittmitteleinnahmen – also Gelder, die für Forschung eingeworben werden und als Indiz für die Leistungsfähigkeit einer Uni gelten – sprudeln, und Steinbach verweist darauf, dass er die TU in die Top 5 der besten deutschen Unis geführt habe. Auf der Popularitätsskala brachte ihm das dennoch wenig Punkte: Er galt mitunter als schroff, als jemand, der Mitarbeiter abbürstet. „Vielleicht hat die ruhigere und verbindlichere Art, die man mir nachsagt, dazu beigetragen, dass man mir mehr Vertrauen entgegenbringt“, mutmaßt der neue Präsident.

Weniger Hürden

Am 1. April tritt Thomsen sein Amt an. Zuerst will er sich die Zulassungszahlen vornehmen und durchsetzen, dass nicht alle Studiengänge mit Zulassungshürden versehen werden. Bereits in der Vergangenheit konnten sich Erstsemester uneingeschränkt für Mathematik und Naturwissenschaften immatrikulieren – hier war Thomsen Dekan. Geht es nach ihm, könnten demnächst auch physikalische Ingenieurwissenschaften oder Economics Numerus-clausus-frei sein.

Zudem kündigte Thomsen an, dass er verstärkt integrative Forschungsprojekte fördern will, die verschiedene Disziplinen einbinden. Ein großer Brocken wird die Reform der Hochschulverwaltung. Die geht er ruhig an: „Das wird Zeit brauchen.“

Zu Thomsens Stellvertreterin wählten die Senatsmitglieder Christine Ahrend. Die Professorin für Integrierte Verkehrsplanung kümmert sich künftig um Forschung, Nachwuchsförderungen und Berufungen. ALE

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