Benhadj & Djilali: Mit der Seife Bilder aus Aleppo nach Berlin bringen
Wem läuft es nicht kalt den Rücken herunter, wenn er in den letzten Jahren auf die berühmte Aleppo-Seife stieß? Genau da setzt Emmanuel Tussore mit seiner „Study for a Soap“ an.
Aleppo meint heute den Bürgerkrieg in Syrien und die fatale internationale politische Einflussnahme, meint Tod, Gewalt, Flucht und Verlust. Aleppo steht aber auch für eine uralte Kultur, das Verfahren des Seifenherstellens stammt aus der frühen Antike. Noch immer wird in der Stadt Seife hergestellt, inmitten von Ruinen.
Bis 23. 11., Di.–Sa., 12–18 Uhr, Torstr. 170
Der 1984 in Monaco geborene Künstler holt sie nach Berlin, indem er Tausende der kleinen Seifenquader in zerbombte, von Granatsplittern perforierte Wohnblocks verwandelt. Was der Installation ihre besondere Dringlichkeit gibt, sind die Kameras, die auf Stative gestellt, das zerstörte, auf einem Monitorturm kreisende Seifen-Aleppo filmen und die Aufnahmen in die Monitore einspeisen. Die Bilder erinnern in ihrer Ästhetik an Drohnenmaterial. Im Bürgerkrieg und als Flüchtling, sagt Tussore, wird man ständig gefilmt und überwacht, kontrolliert, aber nicht geholfen. wbg
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