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Arbeit kostet eben doch zuviel!

■ „Sozial töricht – ökonomisch dumm“, taz vom 22.3.96

Rudolf Hickel argumentiert genauso wirklichkeitsfremd und pauschal wie diejenigen, die Tarifverträge abzuschaffen vorschlagen. Letztere aber tun dies, um Bewegung in die verfahrene Situation zu bekommen, wohingegen Hickels Äußerungen in der verstaubten Ideologiekiste bleiben sollten, aus der sie stammen. Als auch im dritten Jahr hart kämpfender Existenzgründer (und taz-Soli-Abonnent) hätte ich – und mit mir Tausende von Kleinunternehmern und Mittelständlern – nämlich deutlich mehr Arbeitsplätze anzubieten, wenn die von unsereins schlicht nicht mehr bezahlbaren Arbeitskosten um mindestens 20 Prozent gesenkt würden: Dabei geht es nicht um das Monatsnetto, sondern um die völlig aus dem Ruder gelaufenen, prohibitiv hohen Zusatzkosten, die die Liquidität unmittelbar belasten. So aber arbeite ich 80 Stunden und mehr pro (7-Tage) Woche, um die vorhandene Arbeit, deren Erledigung durch Mitarbeiter nicht bezahlbar ist, selbst zu bewältigen. Auf Dauer nützt das weder meiner Gesundheit noch meinem Betrieb, dessen Ausbau gebremst, wenn nicht verhindert wird, noch den Arbeitslosen, die ich wider Willen nicht beschäftigen kann. Felix Maria Roehl, Regensburg

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