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Archiv-Artikel

China nimmt 70 Uiguren fest

PEKING rtr ■ Die chinesische Polizei hat nach Angaben von Exilanten in der westlichen Unruhe-Provinz Xinjiang 70 Angehörige der uigurischen Minderheit festgenommen. Der Vorfall habe sich in der Oasenstadt Kashgar an der Seidenstraße ereignet, sagte Dilxat Raxit, Sprecher des in München ansässigen Weltkongresses der Uiguren (WUC). Die Behörden nutzten die bevorstehenden Olympischen Spiele dazu, gegen die mehrheitlich muslimische Minderheit vorzugehen. Die Uiguren verlangen größere religiöse Freiheiten. Die kommunistische Führung bezichtigt sie, gewaltsam für Unabhängigkeit zu kämpfen. Auch aus Tibet wurden weitere Polizeiaktionen gemeldet. Die Internationale Kampagne für Tibet teilte mit, ihr lägen Berichte über Massenfestnahmen und Abriegelungen von Klöstern vor. Zudem seien Sicherheitskräfte gegen die Nutzer von Mobiltelefonen vorgegangen, offenbar aus Angst, Informationen über die Unruhen könnten nach außen dringen. Das Gebiet im Himalaja ist seit Mitte März weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten.