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Jörg Sundermeier sichtet die soziale Bewegung in der Stadt

Heute wird im immer stärker auf sich aufmerksam machenden Tristeza über das Kopftuch und seine Bedeutung im Islam und die vielfältige Verwendung des Kopftuchs als politisches Instrument gesprochen. Die Filmemacherin Fathiyeh Naghibzadeh vom Mideast Freedom Forum Berlin ist Iranerin, die in Deutschland im Exil lebt und das Kopftuch weder romantisieren noch simpel verteufeln mag. Sie will vielmehr erklären, wie genau es eingesetzt wird, also gute Aufklärung leisten. In der anschließenden Diskussion soll es auch um das Verhältnis der Linken zu den Kopftuchträgerinnen gehen, das längst nicht so unproblematisch ist, wie manche Linke denken. Am Donnerstag wird im Baiz über das „Ausreisezentrum“ Motardstraße informiert und über die Möglichkeiten, das Abschiebegefängnis zu schließen. Am Samstag dann wird die Insel der Jugend zum Zirkusplatz für das „Kontrollverluste Festival“, dessen Ziel es ist, kostenlos zu sein und keine Türpolitik zu haben. Es werde ein Festival, „auf dem sich keine_r um Aussehen, Herkunft oder sozialen Status der Anderen schert“, heißt es im Ankündigungstext. Das, liebe Veranstalter_innen, wage ich zu bezweifeln, denn gerade bei lustigen Punkkonzerten ist Sexismus virulent, und an den sozialen Status wird man spätestens an der Theke erinnert. Vielleicht sollte man sich einfach weniger hehre Ziele stecken. Spaß haben ist zum Beispiel ein solches. Am Abend des Samstags dann gibt es Gelegenheit zu einer Geschichtsstunde, die Wagenburgen nämlich haben es zu musealen Ehren gebracht und werden im Kreuzberg Museum mit einer Ausstellung gewürdigt. Es gibt Fotos, Geschichten und Objekte, so manche_r kann sich und seine Lieben auf den Bildern wiederentdecken, manch alte Schote wird erzählt werden. Immerhin aber werden auch die heute noch existenten Rollheimer-Ansammlungen berücksichtigt.

Kopftuch: Tristeza, Pannierstr. 5, Mo., 20 Uhr

Ausreisezentrum: Baiz, Christinenstr. 2, Do., 19 Uhr

Kontrollverluste: Insel d. Jugend, Alt-Treptow 6, Sa., 13 Uhr

Wagenburgen: Kreuzberg Museum, Adalbertstr. 95a, Sa., 18 Uhr