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Archiv-Artikel

verpasst? Landpomeranze

„Sabine!“, 19.25 Uhr, ZDF

Mit dem Sendeplatz vor der Primetime hält es das ZDF wie der Spießer mit dem Treppenhaus: Es muss blitzblank sein. Deshalb sah Berlin in der neuen Serie „Sabine!“ so besenrein gekehrt aus wie ein Fachwerkstädtchen in der Pfalz. Von dort aus hatte sich die Titelheldin aufgemacht, um als Lehrerin an einem Hauptstadt-Gymnasium zu unterrichten. Kaum angekommen, musste sie erst mal Dramatisches überstehen, etwa den Freund inflagranti erwischen und einen liebeskranken Zögling vor dem Sprung von der altehrwürdigen und migrantenkinderfreien Lehranstalt abhalten. „Dramedy“ nennen die Macher den Landpomeranzenausflug in die Stadt – wohl auch, um ihre Einfallslosigkeit zu kaschieren: „Sabine!“ ist kaum mehr als ein aseptisches Plagiat der ARD-Produktion „Berlin, Berlin“. Wo die Erfolgsserie der Konkurrenz rasant Anomalien mit Alltagsfrust vermischt, wird hier jede Pointe umständlich breitgetreten. Am Ende flaniert die Heldin mit einem Ferkel an der Leine durchs aufgeräumt-urbane Setting. Armes Schwein, im Dreck wälzen darf es sich auch zukünftig nicht im Hochglanzberlin. CHRISTIAN BUSS

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