: Schule schwänzen programmiert
Rund 600 Schüler und Eltern haben gestern früh gegen die Schließung der Schule Röthmoorweg im sozialen Brennpunkt Schnelsen-Süd demonstriert. Sie überquerten dabei den vielbefahrenen Ring 3, um auf die unzumutbaren Wege aufmerksam zu machen, die die Schüler künftig gehen müssen.
„Die Kinder sollen auf die Schulen Sportplatzring und Sachsenweg gehen“, berichtet der Elternratsvorsitzende Udo Jungesblut. „Das ist fünf und sechs Kilometer entfernt.“ Der Weg dauere schon mit dem Bus eine halbe Stunde. Da die Schüler dabei umsteigen müssen, fürchten auch die Sozialarbeiter vor Ort, dass viele Kinder nicht in der Schule ankommen und das Schwänzen zunimmt.
Die Haupt- und Realschule darf keine siebte Klasse einrichten, weil es für beide Schulzweige nur 26 Anmeldungen gibt. Laut Jungesblut waren solche Zahlen bisher kein Problem, weil sie sich mit Schülern aus benachbarten Gymnasien rasch auffüllten. Doch in diesem Jahr sollen diese 50 bis 60 Schüler nur den anderen Schulen zugeleitet werden. Deshalb müssten dort gleich vier und fünf Klassen eingerichtet werden. Jungesblut: „Das Konzept der Behörde ist es, große Zentren zu schaffen.“ Wie diese mitgeteilt habe, sollen dort zudem große Klassen mit 25 Schülern entstehen. KAJ