die anderen über deutsche zustände: :
Die Prager Právo schreibt über den Auftritt Edmund Stoibers auf dem Vertriebenentreffen: Tschechische Nationalisten haben ihr Beneš-Gesetz, die ausgesiedelten Deutschböhmen haben die sonntägliche antitschechische Rede von Edmund Stoiber. Beide haben etwas gemeinsam: Sie entzünden unnötig alte Animositäten. Das Schlimmste an der grenzüberschreitenden Hetze ist, dass sie in Tschechien jene stärkt, die gegen eine gerechte humanitäre Geste sind: nämlich für jene deutschböhmischen Demokraten, die die Tschechoslowakei 1938 mit der Waffe verteidigten, als auch für die deutsche Minderheit, die jahrelang diskriminiert wurde.
Politiken aus Kopenhagen meint zum deutschen Zuwanderungsgesetz: Für Kanzler Schröder ist die Zustimmung zum neuen Zuwanderungsgesetz ein Sieg, doch das Gesetz ist kein Fortschritt. Jetzt kann man Ausländer auf den Verdacht hin ausweisen, dass sie sich nicht der deutschen Demokratie unterwerfen wollen. Droht Verdächtigen in ihrer Heimat die Todesstrafe, sollen sie nicht abgeschoben, aber einer besonderen Überwachung ausgesetzt werden. Dem Verfassungsschutz kommen als Kontrollinstanz für verdächtige Ausländer so viele Befugnisse zu, dass man besser von einem Strafgesetz als einem Zuwanderungsgesetz sprechen sollte.