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Archiv-Artikel

die anderen über die waffenruhe in gaza

Die Neue Zürcher Zeitung schreibt: Effektiv hat der dreiwöchige Krieg die Lage im Kriegsgebiet nur verschlimmert, aber keiner der beiden Seiten einen Gewinn gebracht: Weder können die Einwohner Südisraels darauf vertrauen, dass keine Raketen mehr gegen sie abgefeuert werden, noch hat die Bevölkerung Gazas eine Garantie, dass die israelische Belagerung zu Ende ist. Das zweideutige Ergebnis des Kriegs im Gazastreifen und die prekäre Waffenruhe verlangen von den Friedensmaklern ein schnelles und wirksames Eingreifen.

De Volkskrant (Amsterdam) bilanziert: Der Hamas mag ein schwerer militärischer Schlag zugefügt worden sein, doch die weit verzweigte Bewegung kann man nicht allein mit militärischen Mitteln besiegen. Für die Hamas gilt dasselbe wie für die Hisbollah im Libanon. Die Propaganda-Schlacht hat Israel vermutlich bereits verloren. Die Frage, ob die israelischen Streitkräfte bewusst auf Schulen und UN-Büros gefeuert haben, ist dabei zweitrangig angesichts der Tatsache, dass es in einem dicht bevölkerten Gebiet wie dem Gazastreifen sowieso beinahe unmöglich ist, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Israels Weigerung, Berichterstatter an die Front zu lassen, bewahrte die Armee zwar vor unerwünschten Beobachtern, doch sie bot der Gegenseite reichlich Gelegenheit, ihre eigene Propaganda zu betreiben.