Gedenktag

90 Jahre Räterepublik

Sie wollten eine Welt ohne Krieg und Ausbeutung. Gegen Ende des Ersten Weltkrieges hatten sich im ganzen Deutschen Reich Arbeiter und Soldaten in Räten organisiert, die gegen die alte Ordnung kämpften.

In Bremen und München waren sie am stärksten. Während in Berlin der frischgebackene Reichskanzler Friedrich Ebert (SPD) „Ruhe und Ordnung“ als erste Bürgerpflichten verordnete, war man sich in Bremen sicher: „Die beste Regierungsform für das Proletariat ist das Rätesystem.“ Mit diesen Worten rief Adam Frasunkiewicz von der USPD, die sich während des Krieges von der kriegstragenden SPD abgespalten hatte, am 10. 1. 1919 eine „Sozialistische Republik Bremen“ aus. Gänzlich ohne Blutvergießen hatten die Bremer Arbeiter und Arbeiterinnen den Umsturz vollzogen. Allerdings ging das nicht nur den Bremer Pfeffersäcken zu weit, sondern auch der Reichsregierung. Wenn schon Ruhe und Ordnung, dann so wie Kanzler Friedrich Ebert (SPD) das wollte, der selbst lange in Bremen gelebt hatte. Reichswehrminister Gustav Noske fühlte sich zum „Bluthund“ berufen und ließ auf Bremen marschieren. Am 4. November 1919 war der Traum zerschlagen.

Jedes Jahr gedenken Gewerkschafter, Linke und Pazifisten der gefallenen Revolutionäre. Zum 90. Jahrestag allerdings getrennt: Weil der DGB Hans Koschnick von der SPD als Redner einlud, riefen einige Gruppen eine eigene Gedenkveranstaltung ins Leben. ASL

Gedenkfeier für die Gefallenen der Bremer Räterepublik: Sonntag, 11 Uhr, Waller Friedhof