piwik no script img
taz logo

Archiv-Artikel

Keine Vertretung

Behinderte kritisieren Gesetzentwurf der Sozialbehörde. Besser sei es, bestehende Strukturen zu fördern

Von EE

Die Beratungsstelle für Behinderte, „Autonom leben“, hat gestern Kritik am Entwurf des Landesgleichstellungsgesetzes geübt, welches die Sozialbehörde am Vortag vorgestellt hat. Durch dieses soll insbesondere Barrierefreiheit für Behinderte in allen öffentlichen Einrichtungen erreicht werden. Gerlef Gleiss von „Autonom leben“ kritisierte aber zum einen, dass es in Hamburg im Falle von Verstößen gegen das Gesetz kein Verbandsklagerecht geben wird – wie es auf Bundesebene vorgesehen ist. Nach dem Hamburger Gesetz könnte nur ein Behinderter individuell Barrierefreiheit einklagen – und nur, wenn er von einem Rechtsverstoß selbst persönlich betroffen ist.

Zum anderen lehnt Gleiss den von der Sozialbehörde geplanten neuen Behindertenbeirat ab. Der solle beim Senatskoordinator für Behindertenfragen angesiedelt werden. „Dieser Beirat wird keine parteiische Vertretung der Behindertenverbände sein“, kritisierte Gerlef. Statt eine neue Struktur zu schaffen, würden Behindertenverbände sich dafür einsetzen, dass die bestehende besser unterstützt werde. So sei es sinnvoller, die „Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen (LAG)“ personell und finanziell besser auszustatten. EE

taz zahl ich illustration
taz zahl ich

Ihnen liegt die taz am Herzen?

Dann hätten wir eine Bitte: Unterstützen Sie uns mit einem freiwilligen Beitrag! Denn wir sind auf unsere Leser:innen angewiesen, wenn wir taz.de auch weiterhin frei zugänglich halten wollen. Mit nur 5,- Euro sichern Sie unseren Journalismus und die Zukunft der taz – sind Sie dabei?