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Archiv-Artikel

Frankreich: 1.100 €

Einmal im Jahr legt die Regierung die neue Höhe des „Salaire Minimum Interprofessionnel de Croissance“ fest

Von DORA

PARIS taz ■ Der Mindestlohn SMIC – Salaire Minimum Interprofessionnel de Croissance (SMIC) – ist in Frankreich ChefInnensache. Jedes Jahr zum Stichtag 1. Juli legt die Regierung seine Höhe fest. Orientierungswerte sind dabei die Preissteigerung und das Wachstum. Seit diesem Sommer liegt der durchschnittliche SMIC im Lande bei durchschnittlich knapp 1.100 Euro im Monat – für eineN VollzeitbeschäftigteN. Damit müssen mehrere Millionen Beschäftigte – vor allem in der Industrie und im Dienstleistungssektor – auskommen. Der Unternehmerverband Medef nennt den SMIC regelmäßig „zu hoch“.

Ursprünglich ging es beim SMIC darum, einen Stundenlohn festzulegen (zurzeit rund 7 Euro), unter dem kein Patron seine Beschäftigten bezahlen darf. Vor allem in jenen Branchen, wo die Gewerkschaften schwach und die Patrons autoritär sind, haben die Beschäftigten so eine Lohnsicherheit. Tatsächlich sichert der SMIC die Beschäftigten nach unten ab. Zugleich zeigt sich seit zwei Jahrzehnten ein immer stärkerer Trend hin zum SMIC ab: nach unten. In immer mehr Fabriken, ist der SMIC zugleich Mindest- als auch Maximallohn geworden. Dabei stieg der Anteil der „Smicards“ auf weit über ein Drittel der Beschäftigten. DORA

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