briten und franzosen über blair und chirac :
The Times aus London kommentiert: In mehreren Reden betonte Frankreichs Präsident Jacques Chirac, dass er anlässlich des hundertsten Jahrestags der „Entente Cordiale“ gern noch enger mit Großbritannien zusammenarbeiten würde. So ist es umso enttäuschender, dass er gleichzeitig die Unstimmigkeiten bezüglich des Iraks unterstrich und Tony Blair für seine US-Politik verspottete – und das in einer Art, die seinen britischen Gastgeber beschämen musste. Dies kann man kaum freundlich oder diplomatisch nennen. Man ist versucht, Chirac mit einem Satz zu antworten, den er vor zwei Jahren selbst an Blair gerichtet hat: Sie sind sehr schlecht erzogen.
Die Zeitung Les Dernières Nouvelles d’Alsace aus dem elsässischen Straßburg schreibt: Bei den britisch-französischen Beziehungen hat man immer den Eindruck eines diplomatischen Minimaldienstes. Den französischen Präsidenten fällt es genauso wie den britischen Premierministern schwer, mehr als die durch die Nachbarschaft am Ärmelkanal und die europäische Integration erforderlichen technischen Beziehungen zwischen ihren Ländern aufrecht zu erhalten. Die Divergenzen wegen des Irakkriegs unterstreichen die Meinungsverschiedenheiten noch. Der Besuch Jacques Chiracs in London dürfte mit diesen gegenseitigen Verdächtigungen kaum aufräumen.