… VERA LENGSFELD?

Den schwarzen Block vermissen

Fast hätte man glauben können, über Vera Lengsfeld und ihr Busenplakat wäre schon alles gesagt. Da kam Harald Sielaff. Oder besser, er ging. Sielaff war Wahlkampfmanager für die Direktkandidatin zur Bundestagswahl in Friedrichshain-Kreuzberg. Doch Vera Lengsfeld managte ihren Wahlkampf lieber selbst – so tief, so gut.

Leider ist es nun so, dass das Busenplakat rar ist. Die meisten sind geklaut, andere werden über E-Bay versteigert, ein letztes versucht sich gerade das Deutsche Historische Museum zu sichern. Vera Lengsfeld muss also nachlegen. Und plötzlich feststellen, dass auch sie nicht mehr ihren Wahlkampf managt.

Kurz vor Drucklegung wurde ihr neues Plakat nämlich zurückgezogen. Es war wieder ein Plakat, das provozierte, nicht mit nackter Haut, sondern mit einem flotten Spruch: „Wir sind der schwarze Block“. Nun hat es der CDU-Landesverband kassiert. Eine CDU-Kandidatin, die, wenn auch augenzwinkernd, mit den Autonomen kokettiert? „Das hätte unsere Wähler irritiert“, sagt Exkreischef Kurt Wansner.

Auch Harald Sielaff, der Exwahlkampfmanager, kann nicht still bleiben: „Ein Schockplakat genügte, ein zweites Schockplakat ging nicht mehr“, verriet er der Berliner Morgenpost. Übers neue Plakat verriet er nichts. Harald Sielaff hat nicht nur Vera Lengsfeld verlassen, sondern auch den dazugehörigen Kreisverband. Nun versucht er bei der CDU in Tempelhof-Schöneberg sein Glück.

Bleibt die Frage, mit welcher Botschaft nach „Wir haben mehr zu bieten“ und dem verhinderten „Wir sind der schwarze Block“ Vera Lengsfeld diese Woche in die nächste Runde geht. Der Weg zur Gabriele Pauli der Berliner CDU jedenfalls ist geebnet, ob sie ihn gehen will oder nicht.

Das ist schade, schließlich hätte das neue Plakat mehr Sex gehabt als die Seyfried-Langeweile von Platzhirsch Hans-Christian Ströbele. WERA Foto: reuters