meinungsstark

Kein Krieg mit dem Iran!

„Mit Iran hat Trump recht“, taz vom 10. 6. 19

„Iran leitet Countdown ein: 10 Tage bis Vertragsbruch“ ,

taz vom 18. 6. 19

Dass die taz den Kriegshetzern im Nahen Osten eine Bühne bietet, ist wirklich kaum auszuhalten! „Stop the Bomb“-Grigat will, dass es Bomben auf Iran regnet, aber „die Unberechenbarkeit von Präsident Trump bleibt außenpolitisch ein großes Problem“ … Der Kerl hat ja immer noch nicht auf den roten Knopf gedrückt! Den eigenen Laden solltet ihr aber doch wenigstens in Ordnung haben: Die USA sind nur „einseitig ausgestiegen“ aus dem Atomabkommen mit dem Iran? Hat euer Autor den Vertrag nicht gelesen, der in Bestimmung 36 festhält, dass Iran für den Fall, dass seinen Ansprüchen auf Erfüllung nicht abgeholfen wird, nach Einhaltung der vorgeschriebenen Prozeduren und Fristen [will] „cease performing it’s commitments under this JCPOA [Joint Comprehensive Plan of Action] in whole or in part“? Dies ist ein im Vertrag selbst vorgesehenes Recht auf Austritt. Es handelt sich um Krieg und Frieden – da darf es schon gern ganz genau sein.

Hartmut Niemann, Ebergötzen

… aber wohin mit dem Scheiß?

„Die Überdüngung wird weitergehen“, taz vom 21. 6. 19

„Bundesregierung findet Mist-Kompromiss“, taz vom 19. 6.

Ständig ist in diesen Artikeln vom „Düngen“ die Rede. Wenn aber mehr „Dünger“ ausgebracht wird, als die Pflanzen auf den Feldern oder Weiden aufnehmen können, dann handelt es sich nicht um Fertilisierung, sondern um die Verklappung von Abwässern industrialisierter Fleischproduktion. Ich glaube nicht, dass die Landwirte aus Sorge um ihre Erträge „überdüngen“, sondern dass sie den billigsten Weg wählen, die Exkremente ihrer Tiere loszuwerden. Außerdem ist ein anderer Weg gar nicht etabliert. Wenn aber doch Kläranlagen heute mühelos mit menschlichen Exkrementen fertig werden, wieso dann nicht mit tierischen? Das müsste die Standardmethode sein und die Ausbringung auf dem Ackerland die streng kontrollierte Ausnahme in Abhängigkeit von der jeweils bewirtschafteten Fläche. Wenn durch Abwassergebühren der Preis für konventionell erzeugtes Fleisch ein wenig steigen und der deutsche Fleischexport ein wenig sinken würde, wäre das doch ein durchaus wünschenswertes Nebenergebnis. Matthias Knuth, Hattingen

Der Quatschquotient ist zu hoch

„Hanf gibt vegan Lebenden einen Kick“, taz vom 22./23. 6. 19

Liebe Leute, wenn ich „regelmäßig über veganen Lifestyle“ oder just eine Empfehlung über „süße Träume“ nach einem CBD-Öl-Cocktail von Ariane Sommer lesen oder Infos über die Effekte eines sogenannten Beautyrollers – wie im sogenannten Produkttest – haben wollte, würde ich mir ein Werbeblättchen aus den einschlägigen Drogeriemärkten mitnehmen. Tu ich aber nicht! Ich finde, manchmal treibt ihr es mit dem „Dafür ist die taz nicht gegründet worden“ ziemlich weit. Was soll dieses unsägliche Lifestyle-Gelabere in der von mir so überaus geschätzten taz? Muss das sein? Es grüßt euch herzlich, eure Genossin Andrea Sacher, Unna

Kein Voodoo auf dem Kirchentag

„Was für ein Misstrauen“, taz vom 19. 6. 19

Jan Feddersen rückt einerseits die Äußerungen der AfD in die Nähe von „gespenstischem Voodoogeplapper“, andererseits kritisiert er die Kirchentagsleitung in bombastischer und moraltheologisch angehauchter Wortwahl, weil sie diesem gefährlichen Unfug kein Podium bieten will. Als hätte man sich die Entscheidung nicht gründlich überlegt. Leyendecker hätte allerdings besser nicht von seinem eigenen Desinteresse an Äußerungen von Gauland gesprochen, sondern die AfD eindringlich nach deren Interesse an einem Auftreten beim Kirchentag gefragt. Wenn ich die grimassierenden und hohnlachenden Abgeordneten im Bundestagsplenum sehe, finde ich nämlich: Diesem Verständnis von offener Kommunikation sollte man unbedingt misstrauen. Bärbel Haude, Göttingen