: Offene Jugendarbeit will offen bleiben
Die Interessenvertretung der Offenen Arbeit übergibt hunderte Postkarten an die Sozialbehörde. Sie will damit auf ihre Unterfinanzierung aufmerksam machen
Christoffer Bethmann, Sprecher der Interessenvertretung der Offenen Arbeit
Von Katharina Gebauer
Am späten Montagnachmittag haben sich rund 100 Menschen am Rathausmarkt versammelt, um bei einer Postkartenübergabe und Spielaktion der Interessenvertretung der Offenen Arbeit (IVOA) für Kinder und Jugendliche dabei zu sein. Sie fordern mehr finanzielle Mittel und bessere Rahmenbedingungen für die Einrichtungen der offenen Arbeit. Zudem wollen sie die Bedeutung der sozialen Arbeit und der Jugend- und Familientreffs deutlich machen.
Unter dem Motto „Wir sind und bleiben entschlossen offen!“ eröffnete Volker Vödisch, ein Vertreter der IVOA, die spielerische Übergabe hunderter Postkarten an die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration. Auf die Postkarten hatten Kinder und Jugendliche aus Hamburger Einrichtungen geschrieben, warum ihnen der Erhalt der offenen Arbeit wichtig ist.
Während der Redebeiträge konnten die Kinder auf dem Rathausmarkt riesige Seifenblasen machen, gesichert auf Kisten klettern und Torschießen üben. Ein fröhlicher Clown hüpfte durch die Menge. Die Unmengen an Postkarten hingen an einem langen Seil vor dem Rathaus.
„Offene Arbeit stellt einen Teil der demokratischen Erziehung der Kinder und Jugendlichen dar“, sagte Christoffer Bethmann, Pressesprecher der IOVA. „Damit integrieren wir sie schon früh in die Gesellschaft, und sie merken: das, was sie sagen, hat eine Bedeutung.“
Die offene Kinder- und Jugendarbeit basiere zudem auf der Freiwilligkeit außerhalb der alltäglichen Pflichtsituationen wie etwa in der Ganztagsschule, wo von morgens bis abends gepaukt werde, sagte Laura Salama, die früher selbst ein „Bauspielplatz-Kind“ war. „Besonders Kinder, die vielleicht nicht so privilegiert sind und wenig Möglichkeiten haben, sich anderswo zu entfalten, können hier Freunde treffen und sich austauschen.“ Diese spontanen Treffen ohne Druck seien enorm wichtig für die kindliche Entwicklung, sagte Salama.
Im Jahr 2013 hatte der Senat den offenen Einrichtungen zehn Prozent der Gelder gekürzt. Laut Bethmann ist das ein großes Problem: „Für die freie Entfaltung benötigt es Orte, wo man auch Fehler machen kann“, sagte er. „Wir haben leider viele Einrichtungen, in denen es nur eine Vollzeitstelle gibt, oder welche, die so unterfinanziert sind, dass es keine Angebote gibt.“
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