das wetter: Volkmar
Er ließ den Federkiel sinken. Nein, so nicht. Die Worte zerflossen ihm im Strom der Tinte wie Sepia an Starkstrom. Von stumpfem Grau, ja nachgerade Schwarzbraun, waren seine Ergüsse. Volkmar wurde sich dessen schlagartig gewahr. Es traurigte ihn. Erneut zielte er mit dem Federkiel auf das grob geschorene Büttenpapier. Noch aus Feldpostzeiten verwahrte er es. „Das Bild zeigt meine Frau“, schrieb Volkmar, jetzt heftig zitternd. „Inspiriert durch das fahle Licht, das ein wenig an die Toskana erinnert, wollte ich diesen Moment so festhalten.“ Nun aber war er über den Underberg. Staccato und abermals staccato floss es ihm fürderhin aus dem Federkiel. Volkmar notierte: „Top Gun – Spenger Abendhimmel“. Und schließlich: „Meine Mutter Anneliese und unser Vati aus Gießen während des Weihnachtsspaziergangs. Ende.“
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