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Die letzte Idylle: Das kleinste Museum der Welt

Foto: Wartehäuschenfoto: ap

An dunklen, tränenreichen Tagen, wenn die Welt gesterngelb erscheint wie des Bittermeeres Wüstenstrand, dann hilft nur eins: ein Blick in die Idylle – zum Beispiel nach Welchenhausen in der Eifel. Dort steht "das wohl kleinste Kunstmuseum der Welt", wie seine Betreiber gestern der Nachrichtenagentur dpa erklärten. Das Museum ist nur acht Quadratmeter groß und eine ehemalige Bushaltestelle. Die Idee zum Museum entstand, weil dort nur noch ein einziges Kind im Dorf morgens auf den Schulbus wartete. Ansonsten war das Gebäude ungenutzt. "Da dachten wir: Da kann Kunst rein", sagte der Vorsitzende des Museumsvereins Christof Thees. Seit der Eröffnung des Minimuseums im Jahr 2002 sind bereits Ausstellungen von rund 60 Künstlern gezeigt worden. Das Kleinkunsthaus ist das ganze Jahr über rund um die Uhr offen. Das Beste aber ist: Bei einem Besuch darf man auch ein Butterbrot essen oder seinen Hund mitbringen. Oder auf einen Bus warten, der aber wahrscheinlich nie kommen wird. Solange es noch solche letzten Idyllen gibt, kann die Welt die falscheste dann doch nicht sein.

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