Experten rätseln: Tod nach Impfung weiter unklar

Die Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs sind umstritten. Ob sie tödlich sind, bleibt allerdings offen.

Die Kritik an Impfungen gegen Gebärmutterhalskrebs wächst Bild: ap

Die Ursache für den Tod einer 17-Jährigen, die einen Tag nach einer Anti-Krebs-Impfung gestorben war, bleibt ungeklärt. Dies hat das Paul-Ehrlich-Institut jetzt in einer Stellungnahme bestätigt. Der Fall ist brisant, weil die junge Frau mit dem umstrittenen Wirkstoff "Gardasil" gegen Gebärmutterhalskrebs geimpft worden war.

Das dem Bundesgesundheitsministerium unterstellte Ehrlich-Institut überprüft die Sicherheit von Arzneimitteln. Nach seiner Stellungnahme ist keine "eindeutige Todesursache" festgestellt worden. Eine erste Impfdosis habe die Frau "ohne Probleme vertragen". Der Todesfall, so das Fazit des Instituts, bleibe "ungeklärt", ein Zusammenhang mit dem Wirkstoff Gardasil kann weder ausgeschlossen noch bestätigt werden.

Für eine Zurücknahme der Zulassung für Gardasil gebe es keinen Anlass, sagte gestern der Präsident des Instituts, Johannes Löwer. "Plötzliche ungeklärte Tode treten auch ohne Impfungen auf." Das Problematische sei, dass die Impfung in zeitlichem Zusammenhang stehe und daher als Ursache theoretisch in Frage kommt. Allerdings sei es sehr unwahrscheinlich, dass der Körper so schnell auf eine Impfung reagiere, so Löwer.

Die Impfung war im März 2007 von der Ständigen Impfkommission empfohlen worden, seitdem tragen die Kassen die Kosten bei 12- bis 17-jährigen Mädchen. Der Hintergrund: Die sexuell übertragbaren HP-Viren sollen Gebärmutterhalskrebs auslösen, Mädchen sollten deshalb vor dem ersten Geschlechtsverkehr geimpft werden. KritikerInnen bemängeln, dass Wirkung und Effektivität der Impfung noch zu wenig erforscht seien. Pläne von Gesundheitsämtern wie in Bremen, an den Schulen jahrgangsweise die Impfung anzubieten, wurden wegen der Kritik zurückgestellt. In Bayern unterstützt der Gardasil-Hersteller Sanofi-Pasteur aber eine Kampagne der Bayerischen Krebsgesellschaft und der Techniker Krankenkasse, mit der an Schulen für die Impfung geworben wird. Verlässliche Zahlen, wie viele Mädchen geimpft wurden, gibt es nicht. Der Berufsverband der Frauenärzte hatte im Oktober gemeldet, nach einer eigenen Umfrage 37 Prozent der 12- bis 17-Jährigen seien geimpft seien.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de