Studis vor Bologna-Gipfel gespalten

Sorge um Schavan-Show

In der kommenden Woche möchte Ministerin Annette Schavan die Ergebnisse des Bildungsstreiks mit Studierenden besprechen. Doch die wollen nicht mehr mitmachen.

Anette Schavan am 28.4.2010 in der Kabinettssitzung. Bild: dpa

BERLIN taz | Die Bildungsministerin hat eingeladen, doch die Gäste sind misstrauisch. Studierende sehen der Bologna-Konferenz von Annette Schavan (CDU) am kommenden Montag mit gemischten Gefühlen entgegen. "Je näher die Konferenz rückt, desto mehr wird sie abgelehnt", sagte Jörg Rostek vom Bildungsstreikbündnis. Die Studierenden fürchten eine "Schavan-Show".

Im Februar hatte Schavan nach bundesweiten Bildungsprotesten mit Studierenden und wichtigen hochschulpolitischen Akteuren ein Treffen vereinbart. Den Wünschen der Studierenden entsprechend hatte sie den Termin sogar um einen Monat nach hinten, das heißt aus den Semesterferien auf Mai verlegt. Auf der Konferenz soll überprüft werden, welche Maßnahmen zur Verbesserung des Studiums seit den Streiks umgesetzt wurden.

Zu dem Treffen werden unter anderem die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, erwartet sowie der Chef der Kultusministerkonferenz, Ludwig Spaenle (CSU). Geladen sind auch Aktivisten des Bildungsstreiks - ihre Teilnahme ist innerhalb der Bewegung jedoch umstritten.

Vertreter hochschulpolitischer Gruppen wie "SDS. Die Linke" und der "Freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften" (FZS) sehen in der Konferenz die Chance, nach einem Jahr Protest politisch Einfluss zu nehmen." Wir erhoffen uns, studentische Positionen stark zu machen, und wollen, dass sie umgesetzt werden", sagt Thomas Warnau vom Vorstand des FZS.

Auch Ben Stotz, Vorsitzender vom "SDS. Die Linke", wird teilnehmen. "Alle wichtigen hochschulpolitischen Akteure werden anwesend sein. Wir werden die Auseinandersetzung suchen", sagt er. Stotz sieht jedoch auch die Gefahr einer "Inszenierung". Die Einbettung der Studierenden in die Konferenz könnte die geplanten Proteste im Juni dämpfen. "Es könnte der Eindruck entstehen, dass die Politik handele, dabei tut sie das nicht", sagt Rostek.

An der Humboldt-Universität in Berlin wird unterdessen ein Gegengipfel von Studierenden organisiert. Erst wird die Bologna-Konferenz in den Hörsaal übertragen, dann wird diskutiert. "Schavan wird eine Show abliefern, aber unsere Themen werden nicht berücksichtigt", sagt Max Manzey, Mitorganisator des Gegengipfels. Die Studierenden kritisieren, dass Themen wie soziale Selektion innerhalb des Bildungssystems und Studiengebühren auf der Konferenz ausgespart werden.

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