Video der Woche: Das Buch ist tot, es lebe das Buch!

Hat das gedruckte Buch bald ausgesorgt? Das Video "The Joy of Books" ist perfekt für alle, die sich damit nicht kampflos abfinden wollen.

Nachts tanzen dann die Bücher: Szene aus "The Joy of Books". Bild: screenshot: http://www.youtube.com/watch?v=SKVcQnyEIT8

Mag der Marktanteil von E-Books hierzulande bislang eher peripher sein – in Teilen der englischsprachigen Welt sieht das schon heute grundlegend anders aus. Amazon-USA verkaufte im vergangenen Jahr bereits mehr digitale Bücher als solche auf bedrucktem Papier.

Insofern lässt sich das kanadische Stop-Motion-Video "The Joy of Books" auch als Plädoyer gegen das Verschwinden des Druckerzeugnisses Buch verstehen.

So elegant, wie hier des Nachts die Bücher in den Regalen einer Buchhandlung in Toronto zum Leben erwachen, so elegant bekäme das ein Sortiment aus mit Bits und Bytes gefüllten Kindles sowieso nie hin. Denn Bücher sind eben mehr als ihr bloßer Inhalt, da sie sich in punkto Farbe, Größe, Gewicht, Papier und Gestaltung allesamt voneinander unterscheiden.

Stop-Motion-Altmeister Tim Burton steht in "The Joy of Books" Pate, ein Buch über ihn springt gleich zu Beginn des knapp zweiminütigen Clips aus dem Regal. Ihm folgt ein bunt gemischtes Sammelsurium aus den Sparten Roman, Sach-, Koch- und Kinderbuch.

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Der Non-Book-Bereich – ein in Buchhandlungen stetig an Bedeutung gewinnendes Territorium – hält eifrig dagegen: Plüschtiere jagen einander über Tische, Stifte und Schlüsselanhänger flitzen durch die Gegend.

Das Tolle an "The Joy of Books" ist, wie hier Musik und Kamerabewegungen mit dem Rhythmus der Bücher korrespondieren: Diese drehen sich, kreisen, spucken andere Bücher aus, bilden immer neue Stapel, ordnen sich nach Farben, zelebrieren La Ola.

Bisweilen fühlt man sich an die visuelle Poesie des ebenfalls aus Kanada stammenden Christof Migone erinnert, der in einem seiner Videos den Sound von zuklappenden Bücher eingefangen hat. "The Medium is the message" – so schön ist einem Marshall McLuhans Satz schon lange nicht mehr vor Augen geführt worden.

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