Regisseur Theo Angelopoulos gestorben: Tödlicher Unfall bei Dreharbeiten

Der griechische Filmemacher Theo Angelopoulos ist tot. Er wurde bei Dreharbeiten zu seinem neuen Film über die Schuldenkrise von einem Motorradfahrer erfasst.

Der griechische Regisseur Theo Angelopoulos auf der Berlinale 2009. Bild: dpa

ATHEN afp | Der griechische Filmemacher Theo Angelopoulos ist tot. Der 76-Jährige starb am Dienstag an den Folgen seiner schweren Verletzungen, die er bei einem tragischen Verkehrsunfall erlitten hatte.

Angelopoulus war bei Dreharbeiten nahe Athen zu seinem neuen Film über die griechische Schuldenkrise von einem Motorradfahrer erfasst worden; Zeugen zufolge soll der Rettungsdienst erst 40 Minuten nach dem Unfall vor Ort gewesen sein.

Angelopoulus sei nahe der Küstenstadt Piräus beim Überqueren der Straße von einem Motorrad erfasst worden, sagte ein Klinikmitarbeiter. Beim Fahrer der Maschine soll es sich um einen Polizisten außer Dienst gehandelt haben, der offenbar mit hoher Geschwindigkeit auf der Schnellstraße unterwegs war. Dort hatte Angelopoulos laut Polizei für seinen neuen Film gedreht.

Der Regisseur erlitt bei dem Unfall schwere Kopfverletzungen, mehrere Fraktueren und innere Blutungen, wie der Chef der Intensivstation, Georgios Georgiades, der Nachrichtenagentur AFP sagte. Im Krankenhaus habe das Herz des Filmemachers versagt.

Der für seine langen Einstellungen bekannte Regisseur setzte sich in seinen Filmen immer wieder mit der Geschichte und Gegenwart Griechenlands und des Balkans auseinander. 1998 gewann er mit seinem Film "Die Ewigkeit eines Tages" mit Bruno Ganz in der Hauptrolle die Goldene Palme beim Filmfestival von Cannes. Drei Jahre zuvor bekam er in Cannes den Großen Preis der Jury für "Der Blick des Odysseus" mit Harvey Keitel als Hauptdarsteller.

Beim Filmfest von Venedig erhielt er 1988 den Silbernen Löwen für "Landschaft im Nebel". 1980 war Angelopoulos in Venedig bereits mit dem Goldenen Löwen für sein Werk "Der große Alexander" ausgezeichnet worden. Den Preis der Internationalen Kritik in Cannes bekam Angelopoulos 1984 für den Film "Reise nach Kythera" verliehen. Diesen Preis hatte er bereits 1975 für den von vielen Kritikern als sein Meisterwerk angesehenen Film "Die Wanderschauspieler" erhalten.

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