die anderen zu Reformen in Deutschland und Migranten in Frankreich :
Der linksliberale Wiener Standard kommentiert die Reformpläne des neuen SPD-Vorsitzenden Kurt Beck: Kurzum hat der designierte SPD-Chef seinen Genossen und dem Wahlvolk also erklärt: Der Staat braucht noch mehr Steuern und hat dennoch weniger zu verschenken. Aber Parteiprogramme sind schöne Theorie. In der Praxis ist der Weg hart, weil mit Verzicht gepflastert. In der Praxis darf die SPD unter der CDU mitregieren und muss jede Menge Kompromisse eingehen. Außerdem muss sich erst zeigen, welchen Weg die SPD unter Beck wirklich einschlagen kann. Sein Pragmatismus sagt ihm, dass Deutschland noch längst nicht am Ende des Reformweges ist.
Die konservative Zeitung L’Alsace aus Mülhausen kommentiert die schärferen Einwanderungsgesetze, über die das französische Parlament streitet: Die Debatte über die Immigration verdient Besseres als niedere parteipolitische Polemik. Ein Land kann nicht alle aufnehmen. Niemand kann Nicolas Sarkozy vorwerfen, wenn er sagt, Frankreich müsse sich seine Immigranten aussuchen. Worüber man debattieren kann, ist das Wie. Dabei stellt sich folgende Frage: Kann man die armen Ländern ihrer Eliten – Techniker, Ingenieure, Ärzte – berauben, diese in Frankreich arbeiten lassen und dann wieder heimschicken, wenn sie uns genug genützt haben?