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Archiv-Artikel

Das Grauen am Sonntag

Ein ganz und gar normaler Arbeitstag für die Wahrheit

BERLIN taz ■ Wenn man am Sonntagmorgen schon vor neun Uhr das Haus verlässt; wenn der Zeitungsladen keine Sonntagszeitungen verkauft, weil sie nicht geliefert worden sind; wenn man an der Bushaltestelle nach zehn Minuten Warten einen kleinen Zettel entdeckt, dass der Bus heute die Haltestelle wegen eines Straßenfestes nicht anfahre; wenn man dann zur nächsten Haltestelle wandert, um dort einen weiteren Zettel zu finden, dass auch hier heute kein Bus durchkomme; wenn man nach einem ausgiebigen Fußmarsch gerade die S-Bahn verpasst und 15 Minuten warten darf; wenn man anschließend in eine U-Bahn umsteigt, in der bei über 30 Grad Außentemperatur die Heizungen eingeschaltet sind; wenn schließlich im Büro das gesamte Redaktionssystem für anderthalb Stunden ausfällt – dann, ja dann kann man diesen Sonntag getrost einen Scheißtag nennen.