: Ökomarkt gegen Supermarkt
■ Morgen auf dem Oldenburger Rathausmarkt: Ein Jahrmarkt der Natur
Vom Vollkornbrötchen über alternative Textilien bis zur Baubiologie reicht die Produktpalette des sechsten Ökomarktes morgen in Oldenburg. SonntagsspaziergängerInnen können zwischen Rathausmarkt und Schloßpark in Natürlichem bummeln und schwelgen. Ab 10 Uhr laden Buden und Stände Umweltbewußte zum Klönen und Kaufen ein. Was die VeranstalterInnen erhoffen: Die eine oder andere macht in Zukunft vielleicht einen Bogen um den nächsten Supermarkt.
Aus den Erfahrungen der letzten Öko-Märkte haben die AnbieterInnen eine Lehre gezogen. Ein verwirrendes Gemisch von Öko- und konventionellen Produkten wollen sie nicht mehr. Es sollen keine „Trittbrettfahrer“ mitgeschleift werden, bei denen „Bio“ nur auf der Verpackung steht. Was umweltfreundliche Herstellung, gesunder Genuß und giftfreie Entsorgung bedeuten, darüber kann sich die Verbraucherin schlau machen, damit sie später beim Einkauf sicher unterscheiden kann.
Deshalb hat der von den Ausstellern neugeründete, selbstverwaltete Verein Ökomarkt e.V. beschlossen, bei der Auswahl der etwa 100 AustellerInnen in diesem Jahr strengere Maßstäbe anzulegen. Beteiligen dürfen sich an der Informationsschau für alltägliches, umweltbewußtes Leben nur bestimmte Betriebe, nämlich solche, die so wirtschaften und arbeiten, daß sie der „fortschreitenden Zerstörung unserer Umwelt etwas entgegensetzen“.
Ein Schwerpunkt bildet, wie auch in den vergangenen Jahren, Obst und Gemüse aus biologischem Anbau. Verkauft werden die Produkte vorwiegend von Erzeugern aus der unmittelbaren Umgebung. Es sei besonders wichtig, keine auswärtigen Aussteller nach Oldenburg zu holen, erklärte Ute Aderholz, in diesem Jahr erste Vorsitzende des Vereins. Nur so seien die Besucher sicher, daß sie auch nach dem Markt alles Angebotene vor Ort bekämen.
Ein weiteres Thema: „Chemie in Kleidung“. Da Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Insektiziden oder Flamm- oder Knitterschutz der Haut schaden können, werden an vielen Ständen des Ökomarktes natürliche Textilien vorgestellt oder angeboten. Auch hier gibt es inzwischen ähnlich wie bei den Lebensmitteln bestimmte Richtlinien für Rohstoffe und Weiterverarbeitung.
Last not least können sich FreundInnen des gesunden Lebens über natürliche Holzverarbeitung und Baubiologie informieren. Wen bei all den Informationen plötzlich der Hunger überfällt, kann sich an den Imbißständen vollwertige Snacks, Salate und Kuchen schmecken lassen.
Kinder amüsieren sich derweil beim Puppentheater Neuenkrug mit dem Märchen „Der Zaunkönig“ und halten sich die Bäuche vor Lachen beim Clown Coco und dem Straßenmusikanten Paule Witzig. taz
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