Das andere China: Hongkong und Taiwan: Programm der Reise

vom 31. Okt. bis 14. Nov. 2020

Hongkong: 3.500 Wolkenkratzer sind über 100 Meter hoch Bild: Archiv

1. Tag

Gegen Mittag beginnt die Reise auf dem Flughafen in Frankfurt/M. Mit Cathay Pacific Airways fliegen Sie in rund 11 Stunden direkt nach Hongkong.

2. Tag

Ankunft in Hongkong am frühen Morgen. Nach dem Transfer ins Hotel erhalten Sie ein reichhaltiges Frühstück und können sich danach bis gegen Mittag ausruhen.

Am Nachmittag verschaffen wir uns bei einer Stadtführung einen ersten Eindruck von dieser Stadt der Superlative: acht Millionen Einwohner auf einer Fläche kleiner als Berlin – dazwischen jede Menge Wasser, Inseln und Berge – das macht den Stadtstaat, der seit 1997 offiziell eine chinesische Sonderverwaltungszone ist, so einzigartig.

Weil Flächen schon früh rar waren, bauten die Hongkonger in die Höhe: Heute hat Hongkong über 3.500 Gebäude von mehr als 100 Meter Höhe und bietet im Zusammenspiel mit dem Hafen und den hohen Bergen eine atemberaubende Skyline. Die höchste Bar der Welt, die längste Rolltreppe der Welt, die teuersten Mieten, die höchste Anzahl an Millionären – Hongkong ist eine Stadt der Superlative.

Auch dies ist Hongkong: im Chi Lin Nonnenkloster Bild: Archiv

Bei unserer Stadtführung besuchen wir auch diverse Märkte und fahren auf den bekanntesten Berg Hongkongs, den immerhin 552 Meter hohen Victoria Peak; dort können wir die Aussicht über die Stadt und ihre Inseln genießen.

3. Tag

Heute werden wir mehrere Gesprächspartner aus der Zivilgesellschaft besuchen und dabei einzelne Stadtviertel intensiver kennen lernen. Neben dem vielen Glitzer und Glamour haben sich in der Stadt viele chinesische Traditionen besser erhalten können als auf dem chinesischen Festland, wo die Kommunisten unter Mao in der Kulturrevolution vieles zerstört haben.

Aktuell ist Hongkong vor allem eine Stadt des Widerstands. Seit Monaten halten die Proteste der Demokratie-Aktivist*innen an, die sich gegen das autoritäre Regime in Peking wenden. Wir treffen uns mit Aktivist*innen der Hongkonger Demokratie-Bewegung.

Am Nachmittag sprechen wir mit Vertreter*innen von Amnesty International, die sich auch mit der Menschenrechtslage in der Volksrepublik auskennen. Beim Abendessen in einem Restaurant werden Sie die südchinesische Kanton-Küche kennen lernen.

Bild: Archiv

4. Tag

Am Vormittag ist Zeit für individuelle Spaziergänge oder Museumsbesuche in der Metropole. Am Nachmittag treffen wir mit China Labour Watch eine der wichtigsten Organisationen, die sich um die Belange der WanderarbeiterInnen auf dem chinesischen Festland kümmern und natürlich auch zur Situation der Arbeiter*innen und den Arbeitsbedingungen auf Taiwan Genaueres erzählen werden.

Zum Abendessen gehen wir wieder in ein Restaurant, diesmal gibt es Peking-Ente.

5. Tag

Heute unternehmen wir einen Tagesausflug zur Insel Lantau westlich der City. Lantau ist fast doppelt so groß wie Hong Kong Island und eine der beliebtesten Inseln der Umgebung. Erschlossen wurde sie erst in den 1990er Jahren, als der neue internationale Flughafen neben der Insel ins Meer gebaut wurde.

Wir fahren mit einer Kabinen-Seilbahn auf das Insel-Plateau zum Ngong Ping Village (runter gehen wir zu Fuß), spazieren an der großen Statue eines sitzenden Buddha vorbei zum neu errichteten Po-Lin-Kloster und genießen dort ein vegetarisches Mittagessen.

Die große Buddha-Statue auf der Insel Lantau Bild: Archiv

Zum Ausflug gehört auch der Besuch in Tai O, einem malerischen Fischerdorf, in dem die Häuser auf Pfählen erbaut sind. Am späten Nachmittag geht es zurück nach Hong Kong Island in ein Restaurant zum Abendessen.

6. Tag

Vormittags wird Zeit sein, individuell von Hongkong Abschied zu nehmen, sich nach eigenen Bedürfnissen in den Häuserschluchten der Stadt umzuschauen und letzte Mitbringsel zu kaufen. Am Nachmittag fliegen wir in knapp anderthalb Stunden nach Taipeh, der Hauptstadt Taiwans.

Auf der Insel gibt es eine starke Zivilgesellschaft. 2014 besetzten Studenten*innen wochenlang das Parlament und brachten mit der Sonnenblumenbewegung Hunderttausende auf die Straße. Die Angst der jungen Taiwaner*innen war groß vor der weiter wachsenden wirtschaftlichen und politischen Abhängigkeit vom chinesischen Festland.

Heute unterstützen viele von ihnen die pro-demokratischen Aktivist*innen in Hongkong. Wir werden mit Vertreter*innen der Sonnenblumenbewegung zusammenkommen und mit ihnen über Taiwans Verhältnis zur Volksrepublik diskutieren.

7. Tag

Am Vormittag schauen wir uns die Stadt zunächst bei einer Rundfahrt an; dabei besteigen wir (mit dem Fahrstuhl) auch das Wahrzeichen Taipehs, das 101-Hochhaus. Das über 600 Meter hohe Gebäude ist das höchste Taiwans. Nach seiner Errichtung 2004 war es drei Jahre lang das höchste Gebäude der Welt, inzwischen belegt es Platz 10.

Taipeh mit dem Hochhaus 101 - der über 600 m hohe Wolkenkratzer war bis 2007 das höchste Gebäude der Welt Bild: Archiv

Danach treffen wir ehemalige Journalist*nnen des Taiwan Fact Check Centers. Mehr als tausend Raketen sind von Chinas Küste auf Taiwan gerichtet. Doch nicht nur militärisch fühlen sich viele Taiwaner*innen bedroht. Wir werden unseren Gesprächspartnern erfahren, wie das chinesische Festlandchina versucht, mittels Fake News und Desinformation im Netz Einfluss zu nehmen. Taiwan befindet sich mitten in einem Cyberwar.

Am Nachmittag wirden ein Mitarbeiter der Deutschen Industrie- und Handelskammer über die Wirtschaft des Tigerstaats informieren, u.a. über die wirtschaftlichen Verflechtungen der Insel mit Festland-China.

8. Tag

Wie halten Sie es mit China? Über diese Frage werden wir am Vormittag mit Wu’er Kaixi in seiner Lieblingsbar in Taipei diskutieren. Wu'er Kaixi war Studentenführer der Demokratie-Proteste von 1989 auf dem Tiananmen-Platz in Peking. Er war damals die meist gesuchte Person der KP-Führung. Heute will sie ihn nicht mehr. Zweimal hat er schon versucht, in die Volksrepublik einzureisen, um seine Eltern zu besuchen. Die Behörden der Volksrepublik wiesen ihn ab.

Küstenlandschaft in der Nähe von Taipeh Bild: Archiv

Seit vielen Jahren lebt Wu'er Kaixi in Taiwan und beobachtet von dort den Aufstieg Chinas zur Weltmacht und die Zusammenarbeit westlicher Staaten mit dem Regime in Peking. China, das ist für ihn der große Feind. Und Europa, meint er, habe noch immer naiv-romantisierte Vorstellungen von China und würde die Gefahren der chinesischen Einflussnahme im wirtschaftlichen und im kulturellen Bereich völlig unterschätzen. Heute Hongkong, morgen Taiwan, übermorgen Berlin?

Auf der Reise werden wir jedoch nicht nur über die große Weltpolitik reden. Am Nachmittag erfahren wir bei einem Besuch von „Hotline“, der größten LGBT-Organisation der Insel, wie Taiwan als erstes asiatisches Land gegen Widerstände die gleichgeschlechtliche Ehe gesetzlich verankert hat.

9 .Tag

Vormittags haben Sie Gelegenheit, Taipeh individuell zu erkunden. Am Nachmittag beginnt unsere Rundfahrt über die ganze Insel. Zunächst fahren wir mit einem Superschnellzug in den Süden Taiwans zur Hafenmetropole Kaohsiung.

Die Industriestadt hat sich binnen weniger Jahren zu einer modernen Kulturmetropole entwickelt mit jeder Menge Künstler*inneninitiativen, die in Asien ihres gleichen suchen. Sie haben ehemalige Lagerhäuser zu Ateliers, Galerien und Kleinbühnen umgewidmet. Bei einem Galerien-Rundgang werden Sie diese Kunstszene kennen lernen.

Taoistischer Tempel auf der Insel Liuqiu Bild: outlookxp-by-commons.wikimedia

10. Tag

Heute entspannen wir uns bei einem Ausflug auf die Koralleninsel Liuqiu, rund 30 km vor der Küste von Kaoshiung. Von europäischen Seefahrern wurde die Insel früher auch Lambay genannt. Rund 13.000 Menschen leben in 8 Dörfern auf dem Eiland mit herrlichen Stränden und einigen taoistischen Tempeln. Professionelle Taucher werden uns eine Begegnung mit den berühmten Riesenschildkröten ermöglichen.

Am Nachmittag geht es zurück nach Kaohsiung; wir setzen unseren Galerien-Rundgang fort oder ruhen uns aus. Abendessen in einem Restaurant.

11. Tag

Die Rückfahrt mit dem Bus nach Taipeh dauert etwas länger als die Zugfahrt, zumal wir durch das Gebirge im Osten der Insel zurückfahren. Aber die Strecke lohnt sich. Sie führt uns über die wilde Ostküste zur Taroko-Schlucht, eines der beliebtesten Ausflugsziele der Taiwaner.

Die tiefen Marmorschluchten und reißende Wasserfälle können es mit den landschaftlich schönsten Attraktionen in aller Welt aufnehmen. Wir nehmen uns die Zeit, zu Fuß in die Schlucht zu laufen und übernachten in Hualien, dem größten Ort an der Ostküste.

Taroko-Schlucht im Gebirge vor der Ostküste Taiwans Bild: Jareed-by-commons.wikimedia

12. Tag

Am Vormittag fahren wir die letzte Strecke bis zur Hauptstadt zurück, wo wir gegen Mittag ankommen. In Taipeh setzen wir unsere Gespräche mit Akteur*innen der Zivilgesellschaft fort.

Bei der Taiwan Youth Association for Democracy werden uns Studenten erzählen, wie sie das Bildungssystem verändern wollen. Im Industrial Technology Research Institute werden wir erfahren, wie es Taiwan geschafft hat, zum Silicon Valley Asiens aufzusteigen.

13. Tag

Und im 228-Memorial-Park lernen wir, wie sehr das Massaker vom 28. Februar 1947, bei dem zehntausende Zivilisten starben, die Taiwaner noch heute beschäftigt und ebenso wie der "Weiße Terror" weiter aufgearbeitet werden muss. Wir werden im berühmten Palast-Museum, wo sich sämtliche Schätze der Verbotenen Stadt von Peking, befinden, den berühmten „China-Kohl“ besichtigen.

Der Chinakohl aus Jade gehört zu den berühmtesten Exponaten im Nationalmuseum von Taipeh Bild: Archiv

14. Tag

Am Vormittag müssen wir Abschied nehmen von Taipeh. Bei einem letzten gemeinsamen Mittagessen können wir die Erlebnisse und Erfahrungen der Reise austauschen. Am Nachmittag geht es zum Flughafen. Wir fliegen zunächst nach Hongkong zurück und von dort geht es um Mitternacht wieder direkt nach Frankfurt/M.

15. Tag

Ankunft in Frankfurt morgens kurz nach 6 Uhr. Bis Mittag werden Sie alle ihre Wohnorte erreichen.

Umstellungen und Änderungen im Detail möglich. Stand: 23.1.2020

Der Rückflug kann unter Umständen individuell auch später erfolgen. Näheres beim Veranstalter