28. Juni - 5. Juli 2020 (NEU): Entlang der Oder (Radtour)

Reiseleitung: Uwe Rada

Szczecin/Stettin Bild: Archiv

Eisenhüttenstadt - Frankfurt/Slubice - Kostrzyn/Küstrin - Szczecin/Stettin

PROGRAMM

PREISE UND LEISTUNGEN

LITERATUR ZUM EINLESEN

 

PREIS: ab 880 Euro (DZ/HP/ohne Anreise)

VERANSTALTER: 

flusslandschaft reisen, Hohenholz,

Tel: 0172-19 79 316, info@flusslandschaft-reisen.de

Die Reise kann nur beim Veranstalter gebucht werden.

Als der Regisseur Hans-Christian Schmid 2003 seinen Film „Lichter“ in die Kinos brachte, war die Oder noch die Außen-grenze der EU, ein Fluss, an dem Schlepper illegal Migranten nach Deutschland brachten. Seitdem haben sich die Ereignisse beinahe überschlagen.

ist Uwe Rada, taz-Redakteur in der Berlin-Redaktion und Autor, u.a. des Buches "Die Oder. Lebenslauf eines Flusses", Siedler 2009. www.uwe-rada.de

2004 trat Polen der Europäischen Union bei. 2007 entfielen die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Polen. Seit 2011 gibt es die Arbeitnehmerfrei-zügigkeit. Aus dem deutsch-polnischen Grenzfluss ist ein Strom in der Mitte Europas geworden. Frankfurt und das polnische Słubice, die in Schmids Lichter noch für zwei grundverschiedene Welten standen, wollen sich als „Doppelstadt“ 2029 sogar für den Titel der Kultur-hauptstadt Europas bewerben.

Im Oderbruch Bild: Inka Schwand

Vielleicht ist die Oder der Fluss in Europa, der lange etwas unterschätzt wurde. Seitdem sie aber ihr Image als deutsch-polnischer Grenzfluss nach und nach abstreifen konnte, wird auch ihr europäisches Potential sichtbar. Eine erste, wenn auch tragische Etappe dabei war das Jahrhunderthochwasser 1997. An den Fernsehern erfuhren die Deutschen, dass der Scheitel der Oderflut von Racibórz/Ratibor über Opole/Oppeln und Wrocław/Breslau in Richtung Brandenburg rollte. Nicht mehr nur die Vertriebenen wussten plötzlich etwas mit Schlesien anzufangen, sondern auch die, die mit den Menschen am Fluss bangten. Seitdem arbeiten deutsche, polnische und tschechische Behörden an der 860 Kilometer langen Oder zusammen, wenn es um Hochwasserschutz geht.

Die vorerst letzte Etappe der europäischen Oder war die Kulturhauptstadt Breslau 2016. Als „Stadt der Begegnung“ stand Breslau für das andere, das offene Gesicht Polens im Vergleich zu den in Warschau regierenden Nationalkonservativen. Aber auch die Grenzoder ist europäisch geworden. Frankfurt und Słubice planen inzwischen eine grenzüberschreitende Innenstadt, die Europa-Universität Viadrina ist als intellektuelles Zentrum ein Anker in der von Abwanderung betroffenen Regionen beiderseits der Grenze, und die Metropole Szczecin/Stettin strahlt inzwischen auch auf ihr deutsches Umland aus. Im Norden Brandenburgs spricht man sogar schon von der „polnischen Uckermark“. Wer die Oder heute noch unterschätzt, sieht nicht, was an ihr alles entdeckt werden kann.

Diesen rasanten Wandel wollen wir bei der taz-Reise entlang der Oder von Eisenhüttenstadt bis Stettin mit eigenen Augen erleben und bei zahlreichen Gesprächen mit Akteurinnen und Akteuren vor Ort vertiefen.