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„Liebe taz...“ Umfaller des Jahres

Betr.: „Automontage im Swimmingpool“, taz vom 9. Januar 2001

Der Artikel zum Schlossparkbad beinhaltet mindestens zwei Informationen, die der Leser auf den ers- ten Blick so aus dem Artikel nicht entnehmen kann. Da ist zum einen der CDU-Fraktionschef Jens Eckhoff mit seiner Feststellung vom Vorrang der Industrialisierung vor dem Anspruch auf ein Minimum an Leben im Stadtteil. Dabei klang es vor einem Jahr aus seinem Munde noch ganz anders, als er dem Beirat Hemelingen und der Bevölkerung den Erhalt des Schlossparkes zusicherte. Damit hat sich Herr Eckhoff bereits frühzeitig um den begehrten Politikertitel „Umfaller des Jahres“ beworben. Der Beirat Hemelingen wird ihn bei dieser Kandidatur natürlich nicht unterstützen. Dass Herr Eckhoff nicht begriffen hat, zeigt auch seine Aussage zu den „überdimensionierten Außenflächen“! Gerade diese sind es, die den Bürgern im Osten den Ersatzurlaub im Sommer erlauben, den sich viele nicht leisten können.

Auch die Aussage von Herrn Heise, Geschäftsführer der Bädergesellschaft, bestätigt den Verdacht des Beirates, dass Herr Heise kein Interesse an diesem Bad hat. Er möchte sich seine Lorbeeren wahrscheinlich mit wenigen großen Hallen-Bädern und weniger Arbeit verdienen und sich nicht mit den Freibädern belasten. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch sein, nach unserer Auffassung, Unvermögen dem Beirat und der Öffentlichkeit Alternativpläne vorzustellen zur Absicherung des Bades mit guten Zukunftschancen. Zum derzeitigen Sachbestand kann der Beirat nur feststellen: Der Geschäftsführer ist ungeeignet.

Aber eines ist immerhin sicher: Der Beirat, die Vereine und Bürger werden für dieses Bad nicht nur kämpfen. Wir werden notfalls diesen Stadtteil verkehrstechnisch stilllegen!

Kurt Schuster, Sprecher des

Beirats Hemelingen

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