Dass Westerwelle kein Englisch kann, sollte eigentlich kein Problem sein. Man muss sich nicht über ihn lustig machen. Aber: Warum rastete er so aus? Eine Text- und Videoantwortvon Julia Seeliger

Westerwelle zeigt mit dem Finger auf ausländische Journalisten. Bild: ap
BERLIN taz | Eigentlich ist doch alles gar nicht so schlimm. Joschka Fischer konnte auch sehr schlecht Englisch, bevor er Außenminister wurde. Viele Menschen in Deutschland können nicht richtig oder gar kein Englisch sprechen - so wie Guido Westerwelle.
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Jetzt aber ließ Guido Westerwelle BBC-Journalisten auf einer Pressekonferenz kalt abblitzen: Er maßregelte deren "If I may ask a question in English" mit einem "So wie es in Großbritannien üblich ist, dass man dort Englisch spricht, so ist es in Deutschland üblich, dass man hier Deutsch spricht". Kurz "Man spricht Deutsch".
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Die Videos verbreiteten sich wie der Wind im Netz, bei Twitter erlangte der Account @westerwave in kürzester Zeit große Beliebtheit.
Bemerkenswert an der Sache ist nicht, dass Westerwelle kein Englisch kann - erschreckend ist eher, dass er sich in seiner Rolle als erwarteter Außenminister nicht sonderlich wohl zu fühlen scheint. Auch wenn er seine Entgleisung mit Schlafmangel begründete, bleiben doch Zweifel an seiner Eignung als Chefdiplomat der Bundesrepublik Deutschland.
taz.de nimmt sich die Ehre, Mr. Westerwave deswegen mit einer Video-Botschaft zu antworten. Julia Seeliger hat sich in der Mittagspause aufs taz-Dach gestellt und Guido Westerwelle Trost und Tipps gespendet.
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