• 04.08.2009

Öko-Discounter im Vormarsch

Bio, Masse und Macht

Die Bio-Branche ist im Umbruch. Immer mehr Discounter steigen in das Geschäft ein: 60 Prozent des Umsatzes wird allein von den ihnen erzielt.von Manfred Kriener

  • 08.08.2009 13:22 Uhr

    von steffimelda:

    hahaha, wenn irgendwann die schlupfloecher fuer hersteller so gross sind, dass die ihrem vermeindlichen "bio"-kaese auch bloss nur noch irgendeine analoge plastik-masse drunterruehren, dann lache ich alle aus, die kompromisslos jeden scheiss gekauft haben, nur um ihr trendbewusstes, konsumgeplagtes schlechte gewissen zu beruhigen!

    der gipfel des bio-wahnsinns ist fuer mich bio-kinderketchup, der den eltern derart die tomaten auf den augen wachsen laesst, dass sie doch total davon ueberzeugt sind, mit der einnahme dieses produkts wuerde sich nicht nur das koerperliche, sondern auch das geistige befinden ins immense steigern lassen. aber moment: wie viel zucker war da noch gleich drin? etwa genau so viel wie in herkoemmlichen ketchup? und wo stammen die tomaten her? wurden die eventuell ueber nacht von den kanarischen inseln eingeflogen?

    fazit: "bio" schuetzt nicht vor karies, auch nicht vor verpestung der luft mit abgasen, und erst recht nicht vor der unendlichen menschlichen dummheit. (was habt ihr davon, wenn ihr zwar nitratarme - nitratarm, nicht nitratfreie! - sachen in euch reinstopft, davon zwar keinen krebs bekommt, aber dafuer am feinstaub erstickt, den euer aus italien angekarrter bio-parmaschinken produziert - hm?!)

    ich bin absolut fuer eine lebensmittelproduktion (von "landwirtschaft" kann man heute ja fast gar nicht mehr sprechen), die fair und oekologisch ist, aber bio um jeden preis finde ich nicht erstrebenswert und sollte von jedem einzelnen kritisch hinterfragt werden:

    ein bio-kaffee ist nicht besser als herkoemmlicher, wenn sowohl die plantagenarbeiter als auch die hafenarbeiter als auch die supermarktkassierin trotzdem nur ein paar cent vom grossen kuchen abbekommen. eine bio-erdeere ist nicht besser als eine herkoemmliche, wenn sie zu weihnachten aus suedafrika eingeflogen wird.

    schluss mit der heuchelei - darum bin ich aehnlicher meinung wie vic und sage: regional und saisonal ist allemal besser als eine verlogene bio-mogelpackung.

    guten appetit!

  • 05.08.2009 17:05 Uhr

    von Markus:

    Die Statistik.
    Also Horst Hartmann hat sicher Recht. GfK sollte man nur glauben, wenn die Datengrundlagen bekannt sind. Da geht deutlich zu viel via Strichcode und zuviel in den Metropolen.
    Der Bioabsatz läuft aber gottlob zB bei Obst und Gemüse zu nicht unerheblichen Teilen unerfaßt (= beim Bauern/Erzeuger direkt, auch auf dem Markt & in den Läden mit losem Angebot und ohne Scannerwaage), da kommen auch die Branchenermittler nicht ran. Wenn es also heißt, Aldi und Co würden in Deutschland die meisten Kartoffeln, Möhren und Eier (etc) verkaufen, ist das eine recht verbogene Aussage. (nicht nur, was deren Biostandarts betrifft)


    Zu Vics Kommentar:
    Die Verfügbarkeit von regionalen Bioprodukten hängt ganz davon ab, wie ich mich oranisiere, wir selbst haben noch (und auch schon wieder) regionale Äpfel, gleiches sah ich in Schl.-Hol.
    Drumm prüfe, wer kauft.

  • 04.08.2009 15:13 Uhr

    von angsthase :

    kleine Läden die ich kenne teilen sich in verschiedene Gruppen, manche wollen reichere gebildete Leute, manche haben ein herz fuer treber, manche schimpfen ueber sie, es gibt politische, esoterische, Design, veruchene, muffige, klosterlöden, feinkostläden, Reformhäuserfranchise, mit Naturmöbeln, und und.

    Die Staerke des kleinen liegt in seiner Freiheit sich zu gestalten. So muss auch die Siicht darauf freiher sein. Manche Läden schliesen, weil Sie Bio falsch verstehen und es vieleicht mit etwas anderem verwechselt haben.

    In der Freiheit liegt grosse chanche. Auf wirkliche nachfrage und beduerfnisse einzugehen. Und eventuell auch fuer die angrenzenden NAchbarn.
    Nachbarläden.

    In einem kleinem Laden verkauf ich auch mich selbst und mein eigenes Konzept und meine Kultur. Wenn das nicht klappt oder zu autistisch ist. Was dann?
    Wie soll ich mangos verkaufen in einer stadt mit vielen Nazis und Peruaner werden angepöbelt.
    Bio hat auch etwas mit hinschauen zu tun. und sich fuer das einsetzen. In dem Fall Antirassismus.

    Mangos verkaufen und zusehen wie Ausländer vertrieben werden. ein Betrug der Menschen die hier nach Deutschland wollen.
    Viele denken Deutschland ist so toll.Anscheinend fuer die Ware! Die Menschen muessen sich stark anpassen ihre eigene Kultur verlassen. Und eventuell abgeschoben werden. Whärend die Mongo oder die Avocade hierbleiben darf.

  • 04.08.2009 12:28 Uhr

    von may:

    Was mich wirklich interessieren würde wäre ein Vergleich: In welchen Biosupermärkten arbeiten denn noch Fachkräfte? Zu welchem Stundenlohn? Bei einer Bezahlung von 6.5€/h wissen die Aushilfen doch oft nichtmal den Unterschied zwischen Demeter und Bioland.

    Die Geiz-ist-Geil Mentalität treibt die Besserverdiener die sich für was Besseres halten in Scharen zu Biocompany, Basic, Alnatura & Co. Wo sie sich dann guten Gewissens teure Ware kaufen. Der kleine Bioladen an der Ecke hat halt nicht 8000 Artikel im Sortiment und muss die bessere Qualifikation der Mitarbeiter auch über einen höheren Preis finanzieren.

  • 04.08.2009 12:10 Uhr

    von Bio:

    >>Nur schade daß die deutschen Bauern so unflexibel sind und der Entwicklung hinterherhinken. <<

    Hä? Wie genau kann ein Bauer unflexibel sein? Ist damit gemeint, dass die Bauern nun besser Zitronen und Oliven anbauen sollen weil die als Bioware besonders gut gehen? Der Bauer baut an, was er kann! Und niemad soll ewig radeln, dafür gibbet ja die Geschäfte im Ort, lieber Herr Albrecht. Aber nicht jeder wohnt in Köln-Kalk.

  • 04.08.2009 11:43 Uhr

    von Andreas:

    Ist doch prima, wenn mehr Leute Biowaren kaufen. Ich freue mich wenn es mehr und preisgünstige Bioware gibt, und zwar auch in Biosupermärkten und vor allem auch in den "ganz normalen Märkten/Supermärkten". Nur schade daß die deutschen Bauern so unflexibel sind und der Entwicklung hinterherhinken.

    - Und liebe Vorkommentatoren, soll man dann lieber konventionelle Ware kaufen, oder was für kluge Lösungen habt ihr? - Dann doch lieber Import von Bio-Ware.

  • 04.08.2009 10:59 Uhr

    von Ernst Albrecht:

    >Wenn alle so auf Bio stehen, warum fahren sie denn >dann nicht mal aufn Hof? So viele Bauern bauen gut >und sinnvoll an, aber den Salat kauft man dann >fürs doppelte bei Rewe und der kommt trotzdem aus >Holland. Sowas dämliches!

    Jaja, da schwingt sich die Bäckereifachverkäuferin nach der Arbeit aufs Fahrrad und radelt 28 Kilometer von Köln-Kalk nach Bergheim, um beim guten Bauern Uwe den Bio-Salat für 35 Cent zu kaufen. Oder der Herr "Bio" gibt seinen Untergebenen die nötigen Befehle, setzt sich in seinen dicken Mittelklassewagen, um beim Bauern Uwe selbstherrlich das wohlfeile Gemüse zu kaufen und wichtigtuerisch herumzuschwadronieren und sich im Glanze seiner Biohaftigkeit und Guttuerei zu sonnen. Daher: Lieber fader Hollandsalat für 95 Cent als dünkelhafte großbürgerliche Biowichtigtuer.
    Grüße, E.A.

  • 04.08.2009 10:32 Uhr

    von Bio:

    Diese Biosupermärkte sind eine absolute Frechheit, da steht dann PinkusPils und Weledamilch vorne, nur um weiter hinten den gleichen Scheiss wie bei Aldi zu verklappen. Ich kann diese Trendwelle weder verstehen noch gutheißen, denn so stumpf wie die Leute alles mit dem Schildchen "Bio" kaufen und dann wie die Finnkorns von Aldi letztlich gefärbtes, gepresstes Weißmehl mit der Überschrift "35% Roggenschrot" in der Tasche haben, ist die ganze Sache ein Witz.

    Wenn alle so auf Bio stehen, warum fahren sie denn dann nicht mal aufn Hof? So viele Bauern bauen gut und sinnvoll an, aber den Salat kauft man dann fürs doppelte bei Rewe und der kommt trotzdem aus Holland. Sowas dämliches!

    Ich finde im Übrigen, dass die taz an dieser Stelle ein wenig kritischer sein könnte, und nicht von einem tollen Wechsel sprechen sollte.

  • 04.08.2009 07:10 Uhr

    von vic:

    Bitte nicht verwechseln. Bio ist eher selten regional. Bio-Äpfel kommen derzeit z.B. aus Neuseeland.
    Regionale Bioprodukte gibt es niemals ganzjährig. Also UmweltfreundInnen, bitte die Labels oder Ausschilderung beachten.
    Ich kann ca. 5 Km weiter auf einem Biohof einkaufen oder auf dem Wochenmarkt. Aber nicht immer alles, und regional kommt für mich vor Bio.

  • 03.08.2009 21:12 Uhr

    von Küstenstelze:

    Wen wundert die Entwicklung wirklich? Dasselbe kennen wir doch von "grünen" Ideen, die sich mittlerweile die großen polit. Parteien auf die Fahne geschrieben haben. Dass die Grünen überhaupt noch prozentual eine Rolle spielen, das ist eher ein Grund zum Wundern.
    Aber letztlich darf man nicht so kleinlich denken, denn entscheidend ist, dass sich unser Leben und unsere Umwelt durch das Umdenken verbessert haben und dieser Prozess noch lange nicht zu Ende ist. Vorreiter sind immer kopiert worden, egal, in welcher Branche oder bei welcher technischen Erfindung. Schutz in dieser Hinsicht ist nicht eingeplant und kann m. E. auch nicht gewährt werden. Da haben wir sie wieder, die freie Marktwirtschaft, auf die wir so stolz sind?!?

  • 03.08.2009 20:41 Uhr

    von Herbert Richard:

    "Dass ein Großteil der Kundschaft idyllische und romantische Vorstellung mit Biohöfen und Ökoprodukten verbindet, ist sicher unbestritten."

    ich fände es gut zu sehen wie es wirklich ist. Lebensbedingungen der Angestellten der Biobranche.

  • 03.08.2009 20:34 Uhr

    von mil:

    Hallo,

    ich bin langjaehriger bio konsumer. ich muss sagen seit ich weniger bio esse geht es mir seelisch besser. Die bio radikalen, lernen mit der zeit das auch sie leiser reden sollen.

    Bio sollte auch bald nicht mehr so geschuetzt werden. auf der einen seite gibt es leute die sagen bio ist eh nicht gut es geht besser und es geht schlechter. bio bio.

    streicht doch mal die ganzen begriffe wie bio organisch dynamisch natur und und kontrolliert,... und lesst euch die verpackungen prospekte durch.

    vieles was bio heisst ist ganz normal und der ganze wortschwal ist ein geldkassieren mit inklussiver wellnesstheraphie die einen aaus der restbevlkerung heraustecht.

    ich kaufe nicht vvom bauern nein! vom bio bauern. ich essenicht roh ich esse...

    Bio Brot Bio menschen. Das ist Natur das Kunst aldi schlecht homophathie gut.
    das der ganhze kapitalismus und liberalismus das ganze prüft tut gut uns allen. Sonst wuerde wir dinge kaufen die keiner will.
    Wichtiger als bio ist es kulturen und wissen aufrechtzuerhalten, alte traditionen neben menschlichen freiheiten freiraeumen offenen raeumen.
    Armut gibt es auch in d land. Und ein kleiner bio laden sollte offener werden. staatt elitärem oder fachistischem oder akademischen, alles mit ? klang und dogma . lieber alles verkaufen was man fuer gut haelt. macht euer eigenes bio siegel, ich will auch keine knette an einen buerokratischen staat zahlen.

    Der begriff bio sagt nichts. Aufklärung ist alles. Das die Bio branche aufgekauft wird ist halt so. Wer will schon Bio essen. ich moechte mich gut fuehlen.
    der stress der bio gurus und rapunzel macker nervt.

    und sowieso die behinderten zwangsarbeit bei demeter schmeckt man mit. Und sowieso auch bei anderen bioleuten liegen leichen im keller. Wir werden einiges noch hoehren und sehen wie diskrieminieren vieles ist was doch so toll seien soll.

    Solange das biotum alles besser weiss meide ich sie.
    esst mehr obst lernt schlachten.

    Fuer den Bioladen der zukunft wuensche ich mir anarchie sozialismus und wiederstand statt esoterik und seifenblasen.
    neo)lieberalismus schadet vieleicht auch nicht. Obwohl.
    Adam Smith wird uns retten.
    Bio sollte nicht mehr kosten, ohne das unsere anderen beduerfnisse wie schutz-wohnraum bedroht sind.

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