• 23.07.2010

Wirtschaftskrise

Auf Kuba werden Lebensmittel knapp

Zu wenig Devisen für Milchpulver, Zucker oder Kaffee: Die kubanische Regierung ist kaum noch in der Lage, lebenswichtige Produkte zu importieren. von Knut Henkel

  • 04.08.2010 08:23 Uhr

    von Anna:

    Für wieviel Geld importiert Deutschland eigentlich Lebensmittel, die ganzen Bananen und das Mais-Genfutter für unsere Kühe kommt mal zumindest von weit her, ganz zu schweigen von der Umweltzerstörung, die wir durch Billigimporte aus armen Ländern hinnehmen. Ich vermute auch, das Deutschland mehr Schulden hat als Kuba. Wäre schön, wenn die Taz mehr in Relation zu anderen Ländern schreiben würde, anstatt einseitig zu berichten.

  • 02.08.2010 16:02 Uhr

    von rotes Sternchen:

    Kuba könnt sich ohne Probleme selber versorgen, aber auf Importe sind Sie halt auch angewiesen und durch das Embargo ist das nicht so einfach.
    Die USA und wohl auch ein Teil von Europa (dessen Länder ja wiederum Ärger mit der USA fürchten, wenn sie das Embargo umgehen) werden wohl erst mit Kuba "normale Beziehungen" aufbauen, wenn Sie sich dieser sog. "Freien Marktwirtschaft" anschliessen. Man kann ja unmöglich nen sozialistischen Staat (=böse) als gleichberechtigten Partner akzeptieren.

    Das is echt der reinste Kindergarten. Wie lang wollen die USA noch dieses "ihr seid doof mit euch spielen wir nicht" treiben. Is doch lächerlich.

    Muss denn die ganze Welt kapitalistisch sein, muss die ganze Welt nach der Pfeife dieser selbsternannten Weltpolizei tanzen? Ich denk ma nicht.

  • 29.07.2010 17:11 Uhr

    von Sue:

    Antwort aus einem Internet-Cafe in Havanna - wir koennen keinen Mangel an den genannten Lebensmitteln erkennen, die Wirtin unserer Privatunterkunft auch nicht. Es ist alles wie immer, die subventionierten rationierten Lebensmittel sind knapp, weil sie unterschlagen werden und auf dem teuren Schwarmarkt verscherbelt werden. Die Bauern verkaufen ihren Kaffee etc lieber auf dem Schwarzmarkt als zu den offiziellen Aufkaufpreisen. Wer Geld hat, kriegt alles. Kein Drama, aber auch kein Paradies. Hohere Agrarpreise und Liberalisierung des Handels und Kleingewerbes waeren einen Versuch wert....

  • 27.07.2010 23:33 Uhr

    von Regine Metes:

    Der Umgang mit Kuba ist überhaupt nicht rational zu rechtfertigen.
    Es gibt schlicht weg eine Erklärung dafür: Kuba wird von Amerika beansprucht - deswegen wird es dermaßen boykottiert. Sicherlich spielt auch die amerikanische Aversion gegen den Kommunismus im allgemeinen eine Rolle.
    Jedenfalls kann man keinem erzählen, daß Kuba eine Bedrohung darstellen soll. Dies war es lediglich, als Atomwaffenrampen stationniert wurden (dies war damals nicht Kubas Wunsch sondern ein geschickter Schachzug der Sovjetunion, die damit die Stationnierung von amerikanischen Atomwaffen an der türkischen Grenze rückgängig machen wollten, was auch gelang). Aber die Sovjetunion gibt es heute nicht mehr.
    Kuba hätte es verdient, daß man mit ihm kooperiert.
    Es hat ein vorbildliches Bildungssystem und setzt sich humanitär für andere unterdrückte Staaten ein
    (Initiative blockfreier Staaten).

  • 26.07.2010 22:48 Uhr

    von Hagen:

    Freund Chavez kann ja helfend einspringen!!

  • 25.07.2010 19:41 Uhr

    von Garsvik:

    2009 hat Raul Castro verkündet, daß die Bauern ihre russischen Traktoren stehen lassen sollen und wieder auf Ochsengespanne wechseln sollen - wegen Spritmangel. 2010 ist 50% der landwitschaftlich nutzbaren Fläche freigegeben worden zur profitorientierten Bewirtschaftung (wer mehr erntet, verdient mehr). Ochsengespanne sind kein Problem, aber Mulis zum Transport der landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf die Märkte sind knapp.

  • 25.07.2010 17:02 Uhr

    von philip:

    Kuba sollte seinen bitteren Weg in den Sozialismus
    alleine weiter gehen, bis zum Ende ! Keine
    Wirtschaftshilfe oder Kredite aus der EU. Erst nach
    der Befreiung sollte über Hilfen nachgedacht werden.
    Auch Zapatero sollte sich da zurückhalten, sein Ende
    in Spanien ist eh absehbar.

  • 25.07.2010 10:16 Uhr

    von Argus:

    Um den Naturschutz, der auf Kuba schon immer ganz groß geschrieben wurde, zu wahren, wird auf der Karibik-Insel keine excessive Landwitschaft mit Monokulturen betrieben.
    Da das Land vom Tourismus lebt, wäre es viel verheerender für die Wirtschaft, wenn die Natur zerstören wird, als auf Lebensmittel-Importe angewiesen zu sein.
    Dies hat weitreichende Folgen, denn um die zirka 11,5 Millionen Kubaner mit allem ernähren zu können, muss das Gros an Lebensmitteln zur Versorgung der Bevölkerung importiert werden.
    Des Weiteren fegten - wie im Artikel beschrieben - im vorherigem Jahr drei schwere Hurrikans über die Insel und hinterließen eine Schneise der Verwüstung - mit schrecklichen Folgen für die Landwirtschaft, die sich bis heute nicht davon erholen konnt.

    Neben diesen Gegebenheiten besteht seit etwa 50 Jahren ein absolutes Handels-Emborgo durch die USA, das die Wirtschaft der Insel zum Erliegen brachte bzw. schon mehrmals fast kollabieren ließ.
    Das US-Embargo und das Wegbrechen des Handelspartners UdSSR, der beinahe die gesamte Zuckerernte aufkaufte, verschärfte die wirtschaftlich-miserable Lage weiter.
    Diese Zustand, der ökonomischen Abhängikeit durch Lebensmittel, Öl und Maschinen und den fehlenden Absatzmärkten für kubanische Produkte, spitzte sich derart zu, dass es 1993 zu einer Hunger-Katastrophe kam.

    Zum Bezahlen der importierten Lebensmittel benötigt Kuba Devisen; diese werden durch Nickelabbau, Tourismus, den Export von Ärzten und durch Bio-Technik erwirtschaftet.
    Durch ein gutes Bildungssystem gibt es auf Kuba kaum noch Analphabeten sowie ein hohes Aufkommen an Akademikern wie Ärzten, Biologen und Genetikern.
    Die kubanischen Ärzte gelten als die besten Allgemeinmediziner der Welt, nach denen man sich weltweit "die Finger leckt".
    Die Regierung in Havanne stellt für humanitäre Zwecke in aller Welt mehr Ärzte zur Verfügung (40.000) als die gesamte WHO.
    Um das Embargo zu wahren, dürfen diese hervorragenden Ärzte, die schon wirksame Therapien gegen Hepatitis B und C mit hohem Wirkungsgrad und das erste wirksame Medikament gegen Lungenkrebs (das auch gegen Hirntumore hilft) entwickelt haben, nicht direkt in die USA einreisen - sie müssen den Umweg über ein Dritte-Welt-Land nehmen.

    Was solche fürchterlichen Embargos (ob gerechtfertigt oder nicht) selbst mit "reichen" Ländern anstellen können, dass kann man grad am Beispiel Iran sehr gut sehen.

    Wenn die USA in spätestens 5 Jahren pleite ist und China zur Weltmacht Nummer 1 aufsteigt, dann wird Kuba aufblühen wie eine Rose.

  • 24.07.2010 12:44 Uhr

    von Jens:

    Kuba hat erhebliche Probleme in der Landwirtschaft, nicht nur wegen der 3 Hurrikans. Die Abwanderung in die Städte ist auch in Kuba enorm und die Bezahlung war dort immer schlecht. Trotzdem sind 100.000 neue Job geschaffen worden, es sind ca. 1.700 neue LPGs gegründet worden, die unrentablen werden dichtgemacht.

    DIe Kubaner haben sich eingerichtet, der Staat kauft die Lebensmittel in den USA und vielen reicht das auch. Wenn der Staat die Einfuhren aus Geldnot drosselt dann ist das auch richtig, es muss mehr Druck erzeugt werden, aber gleichzeitig muss auch investiert werden.

    Kuba war auf einem guten Weg, die 3 Hurrikane haben einen Gesamtschaden von 10 Mrd angerichtet, sie wollten gerade loslegen, die Mindestlöhne anheben, das ist auf Jahre nicht möglich.

    Die Situation ist sehr angespannt, aber es gibt auch Partnerländern, die helfen werden, das aber dauert bei der Trägheit der Bürokratie. Russland könnte einen großen Einfluss auf Kuba nehmen, wenn die das Erdöl liefern könnten, das Kuba ermöglicht auf die Einfuhren aus Venezuela völlig verzichten zu können. Sie sind dran, es dauert noch...

  • 24.07.2010 02:09 Uhr

    von Nikolini:

    Exzellenter Report des Redakteurs !

    Der Kollaps droht auf la Isla Grande. Riesige landwirtschaftliche Flächen liegen brach und dort wächst gebietsweise "importiertes" indisches Unkraut meterhoch in den Himmel und das muss aufwändig abgefackelt werden !

    Davon abgesehen:
    Die Dürre im Jahr 2009 wirkt sich landesweit nachhaltig negativ aus !

    Die Folgen für die Infrastruktur sind nicht abzusehen, falls in diesem Jahr Hurrikans wie im Jahr
    2008, über die Insel fegen.

    Fazit: Unabhängig von den ideologischen Differenzen
    muss!!! der Dialog zwischen der Europäischen Union und der Repulica de Cuba im vollen Umfang wieder aufgenommen werden !

  • 23.07.2010 20:44 Uhr

    von Peter W.:

    Die Leute sollten weniger jammern und sich lieber über den Sozialismus freuen.

  • 23.07.2010 19:27 Uhr

    von Paul B:

    leider hat das hin-und-her der letzten jahre die menschen auf der insel verwirrt und besorgt. privates engagement in der wirtschaft wurde erlaubt, verboten, enigeschränkt und ausgeweitet. die oma, die kuchen aus ihrem wohnzimmerfenster verkauft oder der bauer, der einen hektar mehr bewirtschaften kann, könne die probleme nicht lösen. auch hat sich die kubanische landwirtschaft, trotz ankündigungne, noch immer nicht auf eine konsequent düngemittelfreie biologische erzeugung umgestellt. fehlt dünger (und das tut er dank der finanziellen defizite) sinken die erträge, wie o.g. beim kaffee um 90 %. die menschen sind frustriert - kommt auch hunger hinzu, könnte es brenzlich werden...

  • 23.07.2010 18:02 Uhr

    von deviant:

    Wenn selbst Waren wie Kaffee und Milch knapp werden, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch andere überlebensnotwendige Grundnahrungsmittel wie Luxusuhren und Geländewagen knapp werden....

  • 23.07.2010 16:45 Uhr

    von Sebastian:

    Die werden es doch wohl hinbekommen sich selbst zu versorgen. Oder ist der Sozialismus etwas auf den Kapitalismus angewiesen?

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