• 24.08.2009

Windkraft-Poker

Kohle bekommt Gegenwind

Bislang schien die Bürgerinitiative "Saubere Energie" gegen das geplante Kohlekraftwerk im emsländischen Dörpen wenig ausrichten zu können. Jetzt hat sie mächtige Unterstützung bekommen: Der Windrad-Produzent Enercon will eine Rotorproduktion errichten - wenn das Kohlekraftwerk nicht gebaut wirdvon Felix Zimmermann

  • 26.08.2009 19:39 Uhr

    von Maria Mulder:

    Leserbrief:
    Wenn über 10.000 Unterschriften keinen Eindruck auf hiesige Politiker machen, und wenn die Gründung vieler Ortsgruppen und die Übergabe zahlreicher Petitionen aus den Samtgemeinden für den Gemeinderat Dörpens immer noch kein Zeichen für den großen KKW-Widerstand sind, wenn die Unterstützung des Kantons Bern in dieser umstrittenen Sache, die Verleihung des Schmähpreises an die BKW als unverantwortlicher Betrieb, nicht ausgereicht hat und selbst der Rücktritt des Herrn Wacker keinen Sinneswandel bewirken konnte, wenn die Stellungnahme von 160 Ärzten und Heilberuflern und die Stellungnahme der Kirche eiskalt vom Tisch gefegt werden, eine Riesendemo in Dörpen und die überdeutliche Absage Nordlands zur KWK als Großbetrieb mit 1600 Arbeitsplätze nicht imponiert, dann glaube ich kaum, dass die Kurzsichtigkeit hiesiger CDU-Politiker sich in Weitsicht und politische Verantwortlichkeit verändern lässt, auch nicht, wenn zum heutigen Zeitpunkt 1000 saubere Enercon -Arbeitsplätze durch die gleichen Politiker aufs Spiel gesetzt werden.


    1000 Arbeitsplätze versus maximal 100, und dennoch besitzt man die Überheblichkeit, keine Bürgerbefragung zuzulassen!


    Diese Form von Politik operiert nicht nur mit Lügen, sie versucht obendrein, die bekanntlich dreckigste, gesundheitsschädigende und klimaschädlichste Art der Energieerzeugung in unser naturverbundenes, touristisch ausgerichtetes Dörpen zu holen. Sie verkaufen diese CO2-, Feinstaub- und Schwermetallschleuder ohne jegliche Scham ihren eigenen Wählern als klimafreundlich , sauber und als ‚wirtschaftliches Wunder‘, obwohl man bewusst zum selben Zeitpunkt nicht nur die vielen Arbeitsplätze bei Enercon aufs Spiel setzt, sondern auch die Verluste in der Touristenbranche gerne in Kauf nimmt.


    Enercon-Chef Wobben hat bereits gleich am Anfang gesagt, dass Kohlekraft "Sünde und unnötig" sei - Worte, die Frau Connemann und Co aber nur zu gerne geflissentlich überhören.


    Politiker, die unverständlicher Weise immer noch meinen, dass sie im Interesse der angeblichen „Generierung der Wirtschaftlichkeit Dörpens“ handeln und diesen Klimakiller, ohne Kraft-Wärme-Kopplung und ohne stichhaltige Argumente auf äußerst undemokratische Weise gegen den Willen der Bevölkerung erzwingen wollen, haben kein Recht auf eine verantwortliche Position in der heutigen Politik. Wir leben weder im Mittelalter noch in einer Diktatur!


    Die Bürger sind nämlich diejenigen, die sich für die kommenden 40 Jahre tagtäglich mit den immensen, aber sehr realen Verschmutzungen und der Scala an schwerwiegenden Konsequenzen rumschlagen müssen. Was ist das für eine Politik, die all diese schwerwiegenden Punkte eiskalt ignoriert und die Überheblichkeit besitzt, trotz allem das Votum des Bürgers bei einem so weitreichenden Projekt zu ignorieren. Es ist eine Schande!


    Es ist an der Zeit, mit dieser undemokratischen Partei, die sich christlich nennt, bei den Bundestagswahlen in einigen Wochen abzurechnen!




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