• 19.04.2010

Wer ist Wikileaks?

Die Rache der Nerds

Wikileaks sorgt mit seinen Veröffentlichungen für Furore - und revolutioniert Medien und Demokratie. Wer steckt dahinter und wer kontrolliert die neuen Kontrolleure?von Wolf Schmidt

  • 03.12.2010 09:01 Uhr

    von Nerd:

    "Transparenzvakuum"

    Wer mit einem gesundem Menschenverstand, kommt auf die Idee dem Staatsfeind Nr.1 ein Tranzparenzvakuum vorzuwerfen! Sollen sich die beteiligten von Wikileaks durch Angabe von Namen, Wohnort und Telefonnummer "Unfälle" ins Haus einladen?

    Wikileaks steht im Gegensatz zur taz etc. nicht unter Staatlicher Kontrolle! Natürlich haben wir eine Pressefreiheit aber diese wird von den großen Medien kaum genutzt um wirklich was zu bewegen oder anzuprangern!

  • 24.04.2010 05:08 Uhr

    von gaijinette:

    Da Wikileaks sich offenbar dem Frieden verpflichtet fühlt, ein kleiner Hinweis: Auch traditionelle Medien, die wir ja auch brauchen (ich schrieb hier vor Wochen unsinnigerweise, (Un-)sinn-gemäß, wir könnten dank Wikileaks auf sie verzichten), können sehr gute journalistische Arbeit bieten, so etwa: Monitor am Donnerstag, 23.04.2010, über den Afghanistankrieg -- Danke, Sonia Mikich !

    Wer steckt hinter Wikileaks... also, klar ist das eine Frage, die man sich stellt. Ich zum Beispiel kann es mir nach meiner (bescheidenen aber existentiellen) Erfahrung nicht vorstellen, daß es eine Organisation gibt, die wirklich gegen die Geheimdienste agieren, ja, existieren kann, insbesondere nicht gegen den BND. Die Professionalität der Wikileakser und auch die Kontakte könnten sogar bedeuten, daß es sich um Leute aus ebenjenem Milieu handelt. Und natürlich wollen wir nicht bloß eine neue Qualität von Manipulation, daher die Frage, wer kontrolliert die Kontrolleure.

    Jedoch... die Amerikaner haben unter vielem anderen etwas ganz wunderbares erfunden: Den Pragmatismus. Ich werde pragmatisch einfach die Ergebnisse dieser Organisation beurteilen und, wenn sie den Idealen der Menschheit dienen, muß ich nicht unbedingt wissen, wem wir sie verdanken. Wenn nicht, ist immer noch Zeit für die Frage nach den Machern. Klingt unjournalistisch aber, es geht auch um den Schutz derer, die dem Journalismus zu einer neuen Blüte zu verhelfen scheinen. Und da Wikileaks aufgezeigt hat, wie gerade auch Journalisten kaltblütig ermordet werden, und da die Wahrheit immer mächtige und skrupellose Feinde hat, kann ich meine Haltung nicht wirklich als unjournalistisch ansehen.


    Kannte die 'Scoops' gar nicht alle. Zur 'Steuerflucht' (Februar 2008) habe ich übrigens eine Minderheitenmeinung:

    Da der NAZI-BND (mit vielen Milliarden Euro) aus Steuergeldern finanziert wird, wären Steuerflüchtlinge eigentlich Helden, wenn man von ihrer Motivation absieht.

    (Kurios, daß der Nazi-BND Steuergelder erhält, die er durch eine Art staatlichen Auslandsbankraub (Schweiz) kassieren läßt. Ich hebe weiters hervor: Der BND operierte gegen Deutsche.)

    Anders ausgedrückt: Solange der Staat Nazis finanziert (BND, NPD bzw. die diese Partei zu einem hohen Prozentsatz konstituierenden VS-Mitarbeiter), halte ich Steuerflucht für legitim.

    Gilt übrigens auch für den mit Milliarden Steuer-Euro finanzierten (Afghanistan-) Krieg. In den ja der Nazi-BND ebenfalls verwickelt ist. (Siehe obigen Link zu Monitor: Gezielte Tötungen ! Und für Arbeitslose fehle das Geld...)


    Das wär' ja was, wenn die 'Steuerflüchtlinge' Wikileaks finanzierten...

    -gaijinette


  • 23.04.2010 18:23 Uhr

    von christoph:

    warum werden eigentlich immer leyendecker und netzwerk recherche herangezogen....

  • 23.04.2010 15:44 Uhr

    von Joe:

    Ich sehe die Anonymität von Wikileaks auch nicht als Problem - im Gegenteil. Jeder Journalist hat das Recht und kann von niemandem gezwungen werden, seine Quellen preiszugeben. Wikileaks als solches könnte also auch Journalisten "im Geheimen", ohne eine Website zu unterhalten, beliefern. Niemand würde erfahren, wo die Journalisten Ihre Informationen her haben.
    Mit Wikileaks in seiner jetzigen Form wird daher sogar MEHR Transparenz geschaffen. Denn hier ist sogar die Quelle - Wikileaks - öffentlich. Dass die Personen dahinter anonym sind und bleiben ist für mich völlig unerheblich. Denn es ist Aufgabe der anderen Medien, wie zum Beispiel der taz dann weiter zu recherchieren und ggf. über Wahrheit oder Unrichtigkeit von Wikileaks-Berichten zu berichten. Und mit Sicherheit wird es früher oder später auch zu (vllt. auch untergeschobenen) "falschen" Wikileaks-Berichten kommen. Auch dann ist es Aufgabe der anderen Medien, hier sorgfältig selber zu recherchieren.

    Meiner Meinung nach ist Wikileaks daher zwingend auf die anderen Medien angewiesen, umgekehrt aber auch diese auf Wikileaks. Im Gegensatz zum Autor des obigen Artikels hat Wikileaks dies aber schon lange erkannt und bekennt sich selber dazu, lediglich der Lieferant von "Rohdaten" zu sein, die von den anderen Medien noch verarbeitet und bewertet werden müssen.

    So far...

    Joe

  • 21.04.2010 01:34 Uhr

    von wirhabeneinentraum:

    Ich finde die Stellungnahmen hier sehr eindeutig...und das freut mich!

    Insgesamt ist der Artikel eine Zumutung! Das die Identitätsfrage hier zur Maßgeblichen erhoben wird.
    Der Autor ist sich anscheinend nicht im Klaren (und das ist erstaunlich für einen taz-autor), mit welchen Gegnern es die Pressefreiheit in diesen hochbrisanten Bereichen wirklich zu tun hat. Und welche nichtinstitutionellen Helfer diese rekrutieren können. Ich erinnere u.a. an das Beseitigen von Atommüll im Mittelmeer durch die Mafia.

    Ich bin dankbar, dass es Wikileaks gibt. Und jeder, der für sie arbeitet ist ein Held. Und der soll bitte nicht im blauen Kostüm öffentlichkeitswirksam zum Krisenherd fliegen....es sei denn, sie sind wirklich aus Krypton.

  • 20.04.2010 09:21 Uhr

    von Cytrix:

    Tut mi leid ich finde den Artikel auch nicht zu ende gedacht.

    Hat sich schonmal wer über Anonymität bei einem Zeugenschutz Programm beschwert?

    Darum geht es doch. Dokumente veröffentlichen egal wie. Ob die Wert haben entscheidet die Welt. Sollte Wikileaks Dokumente zurückhalten entsteht uns daraus kein Schaden den wir ohne sie nicht gehabt hätten.

  • 19.04.2010 23:20 Uhr

    von hanfbauer:

    nur mal angenommen: wikileaks und die taz stünden beide vor dem ende - beide würden zu spenden aufrufen um das ende abzuwenden...
    beim derzeitigen regelsatz von 359 € als hartz4-empfänger wäre mir wikileaks mindestens 20-25 € wert, die taz dagegen würde leer ausgehen.

  • 19.04.2010 22:25 Uhr

    von Petra Raab:



    Es ist vollkommen egal wer die Wahrheit verkündet,
    Hauptsache sie wird verkündet.
    Ob der Verkünder eine grüne, rote oder blaue
    Mütze auf hat, ist vollkommen egal.
    Es wird sich nur deshalb so darüber aufgeregt,
    damit man die Quelle wenigstens etwas diskreditieren
    kann oder damit man sie so aus ihrem Versteck lockt,
    um so besser gegen sie vorgehen zu können.

  • 19.04.2010 20:07 Uhr

    von Ostzoner:

    Danke Wikileaks!

    Danke Wikileaks!

    Danke Wikileaks!

  • 19.04.2010 16:49 Uhr

    von Brian von Nazareth:

    Einige scheinen nicht zu kapieren, dass Wikileaks keine Zeitung ist, sondern "nur" ein Medium für Whisteblower. DANACH erst fängt der journalistische Prozess an - und das ist nicht Aufgabe von Wikileaks, sondern von z.B. der taz ...

  • 19.04.2010 16:36 Uhr

    von der dritte:

    Macht es euch nicht zu einfach.
    Die Leute hinter Wikileaks müssen anonym bleiben, klar. Sonst bekommen sie Probleme.

    Die Konsequenz daraus ist dann aber die fehlende Transparenz. Damit wird es möglich, WL insgeheim zu instrumentalisieren.

    Dieser Widerspruch wird WL und den positiven Eigenschaften dieses Projektes Probleme bereiten, wenn sie nicht eine Lösung für das Dilemma finden.

    Das nur schwarz-weiß zu sehen (das sind die Guten) ist viel zu kurzsichtig

  • 19.04.2010 16:05 Uhr

    von CarstenSC:

    Keine Ahnung warum hier in den Stellungnahmen Wikileaks so unkritisch gesehen wird. Die Taz hat recht: Bei mir läuten bei so einem Projekt alle Alarmglocken. Im Spannungsfeld von Hochfinanz, Geheimdiensten, nationaler Justiz und Regierungsinteressen taucht noch ein klandestin arbeitendes Medium auf und will sein eigenes Süppchen kochen.

    Schon das Geschäftsmodell macht stutzig. Da will man einerseits Spenden von einer breiten Öffentlichkeit, lehnt Gelder von Firmen ab, will aber die Leaks meistbietend und exklusiv an die Medien verschachern. Die Öffentlichkeit bekommt sie erst zu sehen, wenn das Thema ausgelutscht ist.

    Das Projekt bleibt anonym, wirbt aber auf der eigenen Seite mit Gemeinnützigkeit. Menschen, die das kontrollieren, gibt es nicht. Der vorgeschwindelte Beirat ist Fiktion usw.

    Zumindest die eMails zur Gründung gibt es öffentlich bei http://www.cryptome.org, da gibt es auch weitere kritische Infos. Und bei http://wwww.oskarmaria.de sind die Infos in deutsch zusammengefasst.

    CarstenSC

  • 19.04.2010 16:01 Uhr

    von Ekel Alfred:

    ich stimme 'dietah' voll zu.
    es provoziert vieleicht aber haben wir Watergate vergessen ?
    und zur Frage wer hinter wikileaks stecktt;auf jeden fall der lieferant der Dokumente

  • 19.04.2010 15:45 Uhr

    von jjk:

    Den einzig wirklich visionären Kommentar gibt denninger ab, da er schon mal darauf hinweist, was danach kommt... - ansonsten darf sich jeder die Frage stellen, ob er die totale Öffentlichkeit will? Vielleicht totaler und radikaler, als wir sie uns überhaupt vorstellen können?
    Und- die Lügen der Eltern wollten schon andere vorher aufdecken; so lange, bis sie selbst Eltern wurden......

  • 19.04.2010 15:03 Uhr

    von Asche, der auf Zedern fliegt:

    Hallo taz und andere Verlage!

    Wann kommt denn der nächste investigative Artikel über das iPad.

    Ob die Artikel/News von Wikileaks dann auch eines Tages bei iTunes, iBook, o.ä. erscheinen werden???

    Na, dämmerts?

  • 19.04.2010 14:49 Uhr

    von Peter:

    @Daniel:
    Das Video gibt es sowohl geschnitten, ca 15min , als auch ungeschnitten zu sehen. Wikileaks ermöglicht es also allen sich selbst ein Bild zu machen in wie weit das Video manipulierend verändert wurde, wie Sie es unterstellen.
    Bei den meisten 1 Min Spots bei Tagesschau und Co hat man überigens diese Option nicht !

    @Wolf Schmidt:
    Ihr Artikel ist wohl nur mit einer gewissen Portion Futterneid und der gerade unter linken Journalisten üblichen Neigung Nörgeln und Kritik zum Selbstzweck zu erheben zu verstehen.
    Die deutsche Presse-Landschaft hat es sich selbst zu zuschreiben, dass ihr die Leser in Massen davonlaufen. Sie hat jahrelange ihre Hausaufgaben nicht mehr gemacht, Politische Korrektheit und Mainstream über ihren eigentlichen Sinn die Menschen zu informieren gesetzt. Wenn dies nun Internet-Portale wie Wikileaks übernehmen, sollten die Journalisten dies eigentlich als Chance verstehen, aber statt dessen lieber weiter jammern.
    Besonders pikant: das erwähnte Video aus dem Irak stand bereits Tage online bei wikileaks, bis die deutschen Medien er aufgegriffen haben und die Wichtigkeit begriffen haben.

  • 19.04.2010 14:27 Uhr

    von L3viathan:

    Selbst die Leiter von Wikileaks wissen nicht, wo die Server stehen und wie viele es gibt. Mit gutem Grund: Auch unter Folter bleibt Wikileaks standhaft.

    Welche Zeitung veröffentlicht schon, wer ihre Whistleblower sind?

  • 19.04.2010 14:14 Uhr

    von dietah:

    Die mainstream Medien sind doch nur neidisch auf, DAS:

    "Wikileaks hat in kurzer Zeit wahrscheinlich mehr Scoops produziert als die Washington Post in den letzten 30 Jahren"

    Egal ob Datenschutzskandale, Politik und schmutzige Wirtschaftsskandale.
    Es findet sich immer ein paar hübsche Dateien dazu.

    Was die Anonymität betrifft. Ist sie in diesem Falle, leider, einmal unerlässlich.
    Denn leider liegt genau diese Transparenz in äußerst geringem Interesse derjenigen die in dieser Seite benannt werden.
    Und blöderweise haben diese Leute eine Menge Einfluss.
    Und man kann eine Menge Blödsinn anrichten, wenn Namen, Anschrift und Bankverbindung bekannt sind.
    Vor allem wenn man ein Staat on "war on terror" ist.

    Die Gesetze, die wir die letzen Jahre so teilnahmslos haben passieren lassen, geben der Executive die nötige Legalität dazu.
    Präventiv verhaften, Bankverbindungen einfrieren, Tel und I-net kappen und aushorchen.

    Und das Sahnehäubchen obendrauf:
    Ganz ohne judikative Konsultation.
    Und das auch teilweise hier, mein lieber Michel, deutscher, direkt in deinem Vorgarten (schau mal ins BKA Gesetz).

    Wir haben Ihnen eine Menge Spielzeuge in die Hand gedrückt, quer durch den ganzen Westen.
    Und nur ein Idiot würde annehmen, dass diese nicht auch benutzt werden würden.

  • 19.04.2010 14:06 Uhr

    von Lukas M.:

    Das einzige was der Artikel unglaubwürdig macht ist mein Glauben an die taz. und guten objektiven journalismus...

    Ich denke wikileaks funktioniert anders nicht - im gegenteil, eine whistleblower-organisation mit offenen mitarbeitern und informanten wäre für mich unglaubwürdig.

    ..doch davon liest man in diesem artikel leider kein wort.
    ....der bild traue ich einen solchen artikel zu, bei der taz hieß es sonst immer: erst denken, dann schreiben!

  • 19.04.2010 13:58 Uhr

    von Martin:

    Wohin es führt wenn die "Kontrolleure" kontrolliert werden sieht man ja in der deutschen Presselandschaft : Alles aus einem Guss, kontrolliert und von Lobbyisten unterwandert.

    Da ist mir ein Herde idealistischer, unkontrollierter Nerds weitaus lieber als die deutsche "Presselandschaft".

  • 19.04.2010 13:18 Uhr

    von Karin:

    Einseitigkeit zugunsten des tollen, mittels Krieg die Demokratie verbreitenden Westens haben wir schon genug in der deutschen Presse.

  • 19.04.2010 12:55 Uhr

    von Brian von Nazareth:

    Bravo, Herr Schmidt, ich habe selten so einen fundierten und qualitativen Artikelanfang gelesen wie den Ihrigen.
    "und wer kontrolliert die neuen Kontrolleure?" markiert eine neue Ära im Qualitätsjournalismus, denn er hinterfragt nicht nur völlig zu Recht, ob das denn alles so koscher sein kann, was an den Geheimdiensten so vorbeigeschleust wird, sondern er sagt uns auch, dass wir alles offenlegen müssen, was auf vertraulichen Wegen zu uns kommt. Denn nur offene Quellen garantieren uns, dass noch weitere Schweinereien ans Tageslicht kommen können, und die ins Rampenlicht gezerrten Informanten können sich dann auch mal rechtfertigen für ihre Taten.

    Ich denke, ich werde bis nächste Woche keine taz mehr kaufen, bis endlich mal offen gelegt wird, woher die taz immer solche Qualitätsjournalisten her bekommt.

  • 19.04.2010 12:33 Uhr

    von daniel:

    Um die Intentionen von Wikileaks zu ergründen, hätte es ja schon gereicht, das ausgesprochen lehrreiche Interview von Stephen Colbert zu sehen, das dieser mit dem Wikileaks Chef geführt hat.
    Da kann man sehr sehr schnell erkennen, dass hier kein neutraler oder objektiver Zugang zu Informationen gegeben werden soll, sondern die persönliche tendentielle Ideologie des Gründers zelebriert wird.

    Gibt er doch selber zu, dass sie das Video so geschnitten haben, um ihre Erzählweise zu unterstreichen - im Wissen, dass das Original, welches durchaus eine andere Lesart erlaubt, natürlich nicht angesehen wird.

  • 19.04.2010 12:12 Uhr

    von Tasko:

    Wie lange würde es nachd er Offenlegung der Identität wohl bis zu den ersten "Unfällen" dauern? Wäre es überhaupt noch möglich, brisante Dokumente zu empfangen und zu veröffentlichen? Solange der ach so zivilisierte und wahrheitsliebende Westen nur an Manipulationen interessiert ist, kann und darf Wikileaks nicht aus der Anonymität hervortreten.

    Und natürlich geht es vorzugsweise gegen die schlechten Eigenschaften des Westens. Die guten Seiten werden ja von den Regierungen nicht unter den teppich gekehrt. Die kann man überall nachlesen. Mit den pöhsen "totalitären Regimes" ist es andersrum. Da werden hier nur negative Sachen verbreitet, um den gemeinen Mob dagegen aufzubringen und "Rückhalt in der Bevölkerung" für Kriege etc. zu finden.

  • 19.04.2010 12:12 Uhr

    von uwegre:

    Dümmlicher Artikel, alles wesentliche hat "Mainzer" treffend kommentiert. Die TAZ sollte sich mal langsam über ihre Autoren Gedanken machen, statt hohler Umfragen über geschmacklose Header ihrer Printausgabe.

  • 19.04.2010 11:54 Uhr

    von leser:

    Ich weiß ja nicht von welchem Baum dieser Herr Leif gefallen ist, aber mir wäre eine Organisation, die streng geheime Dokumente veröffentlicht und dabei NICHT verdeckt operiert, höchst suspekt und unglaubwürdig. Ich würde sofort auf eine Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten schließen.

    wikileaks, so wie jetzt, ist sehr glaubwürdig.

  • 19.04.2010 11:53 Uhr

    von end.the.occupation:

    >> Wikileaks ist ein radikales Projekt. Das Ziel ist völlige Transparenz.

    Die taz ist selber Teil der Herrschafsstruktur die es ermöglicht, dass eine 'frei' gewählte Regierung eine Politik gegen die Interessen der Mehrheit der Bevolkerung betreiben kann - ohne das es zu Streiks oder Aufständen kommt.

    Transparenz in der taz - etwa was Afghanistan oder Palästina betrifft?

    wikileaks unterminiert diese Strukturen - wenig
    stens potentiell. Daher die Angst vor den 'Unkontrollierten'.

  • 19.04.2010 11:40 Uhr

    von denninger:

    Ja toll, eine paranoide Person ist der "Wächter der Wahrheit" und entscheidet was veröffentlicht werden darf und was nicht.
    In einem Punkt hat die Überschrift des Artikels recht:
    Es werden andere Nerds folgen und ihre "Wahrheit" ins Netz stellen.
    Und so werden wir bald lesen
    - wo angebliche Sexualstraftäter wohnen
    - wo Linke / Rechte / Moslems / Juden / HIV-Infizierte leben und arbeiten
    - wer angeblich für das MfS spionierte
    - wer angeblich Steuern hinterzieht
    - was der Otto Schily so verdient (SCNR)
    usw. usw.
    Wo ist denn die Grenze zwischen dem (zum Teil berechtigtem) Informationsanspruch der Öffentlichkeit und primitivem Denunziantentum?

  • 19.04.2010 11:31 Uhr

    von Oberhart:

    Ich glaube nicht, dass ihre "Anonymisierungsneurose" wikileaks viel Glaubwürdigkeit kostet. Machen wir uns nix vor: In Russland sterben Journalisten, die kritisch über den Tschetschenienkrieg berichten wie die Fliegen. Da ist es einfach zu gefährlich, sich zu erkennen zu geben. Traurig, aber wahr. Man muß einfach akzeptieren, dass gewisse Nationen oder Konzerne zur Wahrung ihrer Interessen eben auch Mord in Betracht ziehen. Genau deshalb: Hut ab, wikileaks.

    Die Gefahr, dass wikileaks einseitig berichten oder sich für ein obskures Ziel einspannen lassen könnte, besteht. Ebenso besteht die Gefahr, dass wikileaks Fälschungen oder nicht authentisches Material veröffentlicht. Nur: Das ist bei herkömmlichen Medien nicht anders. Und bislang schlägt sich wikileaks wacker.

  • 19.04.2010 11:11 Uhr

    von Martin:

    Fällt eigentlich auch irgendjemand die dem Projekt implizite extreme Einseitigkeit auf?
    Die zu einer immer weiteren Verzerrung der Sichtweisen führen wird, in Richtung "böser Westen" - gute totalitäre Regimes?

  • 19.04.2010 11:09 Uhr

    von Karin:

    Endlich findet eine Plattform weltweite Beachtung, die sich uneingeschränkt für die Aufklärung von Missständen in Politik und Gesellschaft einsetzt. Sie überbringen dadurch die für eine Demokratie dringend erforderliche Information, die dem Bürger eine eigenständig begründbare Meinung ermöglicht. Dies leisten die öffentlich-rechtlichen Medien mit ihrer "objektiven" Berichterstattung, die sich exakt an den Sprachregelungen der Politik orientiert und eine Kritik dadurch kaum zulässt, nicht. Deshalb finde ich es nicht angemessen, die Betreibung von Wikileaks als "Die Rache der Nerds" herunterzuspielen. Mit dieser Diffamierung wollen die Medien nur davon ablenken, dass sie ihren Auftrag nicht erfüllen. Und wer kontrolliert eigentlich die Tagesschau? Wer kontrolliert die taz?

  • 19.04.2010 11:06 Uhr

    von Mainzer:

    Und wieder ein Journalist der nicht die Chance sieht, sondern versucht etwas kritisches an dem Wikileaksprojekt zu finden. (Wobei eine kritische Betrachtung nie falsch ist, nur eine so Oberflächliche...)

    Ich habe noch nie davon gehört, dass ein Magazin oder eine Zeitung die einen "Scoop" veröffentlicht ihre Quellen nennt. Also auch nicht die, die den Handel überhaupt möglich gemacht haben. Des Weiteren schreiben sogar viele Journalisten bei heiklen Texten unter einem Synonym.
    Und welcher Inhalt/Thema in einer Ausgabe erscheint, entscheidet letztendlich auch nur der Chefredakteur.

    Wikileaks ist keine Zeitung/Magazin, sondern eine Bewegung die die Lügen ihrer Eltern satt hat und diese nun mit allen Mitteln versucht aufzudecken, damit unsere Welt (Die der jüngeren Generation) endlich in ein neues Zeitalter aufbrechen kann, wo nicht mehr die retardierten lügenden "Alten" das sagen haben, sondern wir als Informationsgeneration.

    Die Alten haben genug Zeit gehabt ihre Ideale umzusetzen und zu leben. Es ist an der Zeit, dass eine Wende kommt, in der die Schulden, Gesetze, Ideale, Religionen usw. bei den Alten bleiben und die Jungen endlich ihren eigenen Weg gehen können.


  • 19.04.2010 10:15 Uhr

    von Thomas Fluhr:

    Was will der Autor? Sein letzter Satz zeigt das Problem, aber wo bleibt der Mut zu einer Position? Mit abstrakten, logischen und konsequenten Denkstrukturen kommt man nicht weit und schon gar nicht zu so einem Projekt. Wikileads soll lieber anonym weitermachen und erfolgreich bleiben, als sich dem Selbstmord auszuliefern. Die vielen 'kritischen' Journalisten sollten ihre Energie lieber in echte Themen investieren, als ihre Enthüllungsfähigkeiten an den Namen der Betreiber von Wikileads auszuloten.

  • 19.04.2010 10:10 Uhr

    von Thomas:

    Wenn wikileaks die Identitäten seiner Mitwirkenden offenlegt, wird es die Plattform wohl nicht mehr lange geben.

    Geheimniskrämerei um die eigene Identität bewirkt meiner Meinung nach kein Glaubwürdigkeitsproblem, denn wikileaks schreibt und kommentiert nicht, sondern veröffentlicht lediglich Dokumente - und die sprechen für sich.

    Das ist der Unterschied zu klassischen Medien: Die Zeitungen schreiben "Uns liegen Dokumente vor, dass...". Wikileaks veröffentlich diese Dokumente.

    Stellen Sie sich mal einen Staat vor (meinetwegen einen radikalen, diktatorischen), dessen interne Dokumente bspw. über Atomwaffenpläne veröffentlicht werden. Und hinter dieser Veröffentlichung steht ein Klarname, dessen zugehörige Adresse mühelos recherchiert werden kann.

    Die Anonymität ist also die Voraussetzung, unter der Wikileaks wirken kann.

  • 19.04.2010 10:00 Uhr

    von imbre:

    Naja wer wird schon wollen das sein name preisgegben wird und die dann angeklagt werden? das wäre dann mal wieder ein immenser rücksckrit diese information sind ja eigentlich auch alle gehim ich bin dafür

    gleiches mit gleichem

    zu bekämpfen

  • 19.04.2010 09:58 Uhr

    von meimei:

    im letzten Satz wird angedeutet dass die vom Autor so vehement eingeforderte Transparenz im Fall von Wikileaks vermutlich nach hinten losgehen würde. Mir fallen so einige Szenarien ein, wie gewisse Staatsorgane das Netzwerk unterwandern, für ihre Zwecke nutzen und somit zu einem abrupten Ende führen könnten. Das wäre nicht wünscheswert, oder?

  • 19.04.2010 09:36 Uhr

    von G. Lauterbach:

    Erzählt dieser Bericht etwas neues, das in den vergangenen Wochen nicht bereits hinlänglich in vielen anderen "Blättern" vorgestellt wurde? NEIN! Es handelt sich dabei nicht um einen Lückenfüller - zumindest füllt der Artikel des Autors keine Informationslücke halbwegs informierter Taz-Leser aus. Und auch das noch: Gekrönt ist der Beitrag mit einer geklauten Headline aus der aktuellen Ausgabe einer Wirtschaftszeitung.
    Das die Macher von Wikileaks (Gottlob, dass es sie gibt) keine Nerds sind (Gottlob, dass auch sie gibt), könnte der Taz-Autor wissen, wenn er sich mit "Nerds" beschäftigt hätte - oder wenigstens den Artikel gelesen hätte, dessen Headline er kopiert hat.

  • 19.04.2010 09:24 Uhr

    von alcibiades:

    Mit Verlaub, diese Überschrift stinkt. Wieso ist wikileaks die "Rache der Nerds" und nicht vielmehr ein tolles Werkzeug gegen Demokratiedefizite des Planeten? Überhaupt: "Rache" an wem denn bitte? Und wieso ist immer noch jeder, der nicht ganz ratlos vor einem Bildschirm sitzt, gleich ein "Nerd"? Vielleicht könnt man ja doch mal eine Zigarettenlänge (bzw. vergleichbare Nichtraucherzeiteinheit) über so eine Überschrift nachdenken.

  • 19.04.2010 09:20 Uhr

    von mensch:

    Tag,

    Diese Transparenz kann nur funktionieren, wenn die Menschen dahin nicht öffentlich sind.

    Wenn es wenige sind, wer soll die denn vor einem Einfluss, Erpressungsversuchen und Prozessen zahlloser Geheimdienste, Unternehmen und anderer Organisationen schützen?

    Sicher wissen die führenden Geheimdienste auch so damit umzugehen, aber wenigstens nur wenige...

  • 19.04.2010 09:15 Uhr

    von Anonymus:

    Ich glaube Konsequent zu ende gedacht hat bei diesem Artikel niemand.
    Offensichtlich hat man bei der TAZ das Konzept nicht verstanden unter dem Wikileaks operiert.
    Weitergehend wird nicht verstanden was Anonymität bedeutet.
    Kurz gesagt jeder ist Wikileaks und Wikileaks arbeitet nach Regel 3, 4, und 5 des Internets.


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