Friedliche Demonstrationen gibt es in Deutschland, 100.000 sind in Istanbul auf der Straße, mehrere tausend in Tel Aviv. In Beirut versuchten rund 250 Demonstranten die US-Botschaft zu stürmen.

Ein Protestzug marschiert in Beirut auf das UN-Hauptquartier. Bild: reuters
BERLIN/ISTANBUL afp/dpa/taz Weltweit haben zehntausende Menschen gegen Israels Militäroffensive im Gazastreifen demonstriert. In Berlin versammelten sich laut Polizei rund 7.500 Menschen, die meisten von ihnen palästinensischer Herkunft. Zu Zwischenfällen kam es nicht. Acht Teilnehmer wurden kurzzeitig festgenommen, unter anderem wegen eines verbotenen Plakats und Landfriedensbruchs. In Frankfurt gingen etwa 7.000 Menschen auf die Straße, in Düsseldorf 4.000.
In Beirut versuchten rund 250 Demonstranten die US-Botschaft im Vorort Aukar zu stürmen, die libanesische Polizei hielt sie allerdings mit Wasserwerfern und Tränengasgranaten davon ab. Die größte Demonstration fand in Istanbul statt. Hier protestierten am Sonntag rund 100.000 Menschen gegen den Einmarsch israelischer Truppen in den Gazastreifen. Die Demonstranten schwenkten palästinensische Fahnen und hielten Transparente mit dem Spruch "Wir sind alle Palästinenser" hoch. Die Demonstration war von der orthodox-religiösen islamischen Saadet Parti organisiert worden, die bei den letzten Wahlen nur knapp zwei Prozent erreicht hat.
Die Stimmung in der Türkei schwankt zwischen heller Empörung und schierem Entsetzen über die Bilder aus Gaza. Nicht nur von den Rednern während der Kundgebung, auch von Regierungsvertretern wird das israelische Vorgehen hart verurteilt. Justizminister Mehmet Ali Sahin sprach gar von einem "terroristischen Vorgehen" Israels. Unterdessen tourt Ministerpräsident Tayyip Erdogan durch mehrere arabische Staaten, um eine Initiative zur Beendigung der Kämpfe auf den Weg zu bringen. Die türkische Regierung ist insbesondere verärgert, weil sie in ihrer Funktion als Moderatorin von Gesprächen zwischen Israel und Syrien von den Kampfhandlungen nicht vorab unterrichtet wurde. Erdogan sieht dadurch eine Vertrauensbasis zerstört, die Gespräche mit Syrien wurden abgebrochen.
Auch in Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Australien, Indonesien und Kanada kam es zu Protestkundgebungen mit tausenden Teilnehmern. In Israel verschafften sich die Gegner der Gewalt im Gazastreifen ebenfalls Gehör. Mehrere tausend Israelis forderten ein Ende des Blutvergießens.
Die Iren haben per Referendem für den Europäischen Fiskalpakt gestimmt. Nun drohen höhere Steuern und Kürzungen im Gesundheits- und Bildungswesen. von Ralf Sotscheck

Kita-Ausbau, Betreuungsgeld, Flexi-Quote - nix klappt bei der Familienministerin. Keine Schnute ziehen, Frau Schröder. taz.de hat Vorschläge für andere Aktivitäten.

Echte Stars, begeisterte Fans, prima Shopping-Tipps - wir freuen uns auf die Fußball-Europameisterschaft.

Starre Rituale, öde Debatten, ein Haus der Langeweile? Nicht in der Ukraine! Hier werden Parlamentsdebatten noch mit Leidenschaft, Herzblut und handfesten Argumenten geführt!

Weltraumtouristen, Satelliten und Versorgungsflüge zur ISS – die Raumfahrt wird privatisiert und kommerzialisiert.


Leserkommentare
06.01.2009 17:09 | Axel
Im Einheits-Blätterwald-Sumpf inklusive Spiegel und Co. liest mensch kaum etwas von der Friedensbewegung in Israel selbst, ...
06.01.2009 00:10 | denker
ganz recht, lieber vorredner: im wiewawunderland gäbe es die offensive nicht und gebratene tauben fliegen jedem in den mund ...
05.01.2009 13:41 | hto
Israels Offensive ist eine normale / logische Symptomatik der Menschheit im Wettbewerb (Ursache aller Probleme) - wenn die ...