vielen dank an aref hajjaj für seinen zustimmungswürdigen, man möchte fast sagen "schönen" kommentar! (nur "fast" wegen der 'unschönen' thematik) schon zuletzt l.rensmann mit seiner eher israel-solidarischen sicht und noch mehr dieser beitrag aus feder eines palästinensers zeigen, dass auch starke verbundenheit oder identifizierung mit einer von 'beiden seiten' NICHT in einseitigkeit und feinddenken münden müssen. überhaupt scheint diese taz-serie von mal zu mal weniger einseitig und stattdessen friedens-orientierter zu werden. zufall oder ein 'taz-nahost-plan'?!
15.08.2010 11:03 Uhr
von Daniel Preissler:
Hallo zusammen, hier nur mal als Denkansatz den Beitrag meines Namensvetters mal rumgedreht (wobei nicht meine Meinung herauskommet):
"...ich kann mir keinen Frieden vorstellen, solange jüdische (und evtl. christliche) Israelis so nah an Palästina leben - gebt ihnen Land abseits, (dann) werden (sie) gute Nachbarn und irgendwann werden die Grenzen anerkannt - aber nicht, solange Israelis in Spuckweite Palästinas sind."
Fühlt sich komisch an, oder? Dann sollte sich der Originaltext wohl auch komisch anfühlen.
Freundliche Grüße und für eine laizistische Republik Nahost DP
14.08.2010 19:19 Uhr
von alex:
von einem intellektuellen, besonders wenn er deutschland vorwirft tendenziös zu sein, erwartet man doch mehr als tendenziöse beiträge.
neben faktischen fehlern (arabsiche, moslemische, christliche israelis und auch die bahai dürfen sehr wohl in der idf dienen. aber für sie besteht keinen wehrpflicht), stellt mir dieser wissenschaftler seine meinung zu sehr in den mittelpunkt. wo bleiben seine forderungen an die muslimischen brüder der palästinenser, wo deren finanzielle unterstützung? zudem weigert sich die deutsche regierung seit jahrzehnten mit terroristen zu sprechen - warum sollte sie bei der hamas von diesem diktum abgehen? woher kommt auch diese merkwürdige forderung nach einer 2-staaten-lösung, wo der autor doch wissen müsste das sowohl hamas als auch große teile der fatah diese ablehnen? wo sind die appele an die eigene front israel nicht mehr anzugreifen (wie neulich wieder eilat und be shea)?
fordert jemand ausgewogenheit - sollte er auch welche liefern.
14.08.2010 13:29 Uhr
von DocBenway:
Versuchen Sie doch mal unter PalästinenserInnen für die Idee eines binationalen Staates zu werben, wo doch ein großer Teil das Fortbestehen Israels auf keinen Fall hinnehmen will! Diese Option scheint mir tatsächlich ein für alle mal vom Tisch zu sein. Daß es "zwischen dem deutschen Völkermord an den Juden und dem Nahostkonflikt" "keinen kausalen Zusammenhang" gibt, möchte ich bestreiten, wenngleich sich tatsächlich keine direkte Herleitung ergibt. Regelrecht zynisch ist jedenfalls die Behauptung, PalästinenserInnen müßten für den Holocaust büßen. Und Genschman kann mir gestohlen bleiben. Der würde sicher gleich die ganze Gegend balkanisieren. Was die FDP unter "ausgewogener" Nahost-Politik versteht, haben seine Erben doch deutlich gemacht.
13.08.2010 17:56 Uhr
von Moritz:
Guter Beitrag zum Thema Nahost. Die Verteufelung der Hamas bringt wenig, da diese Partei lediglich die Wut der Verzweifelten bündelt. In Nordirland gab es mit der Sinn Fein auch extremistische Parteien, die auf Gewalt und Bomben gesetzt haben um gegen Unrecht zu kämpfen. Die Israelis sind die stärkste Macht in der Region und könnten innerhalb weniger Wochen Frieden schaffen. Anscheinend wollen sie nicht, ihr Landhunger ist zu groß. Die israelische Regierung unter Netanjahu baut eher neue Siedlungen im Westjordanland, als dass sie einen Friedensprozess in Gang bringt. Mir hat mal ein Israeli erklärt, dass der Hass auf die Palästinenser besonders in der Wehrpflichtzeit der Armee geschürt wird. Da findet angeblich Brain-Washing statt, so nach dem Motto: "Der neue Holocaust steht schon bevor!".
13.08.2010 16:53 Uhr
von Wehrdienst ist möglich:
Sehr geehrter Autor,
das ableisten des Wehrdienstes in Israel ist sehr wohl möglich, wenn auch auf freiwilliger Basis. Erst neulich war von einer israelischen Araberin zu lesen, einer Christin übrigens, von denen es in Israel einige gibt, die wie ihr Vater freiwillig in der Armee dient.
Meine zweite Anmerkung bezieht sich auf die teilweise mangelnde Geschichtliche Schulbildung in arabischen Schulen in Israel. Eine Israelische Araberin, die jetzt in Tel Aviv studiert, hat mir berichtet, dass sie auf ihrer (arabischen) Privatschule nichts über die Geschichte des Staates Israel gelernt hat. Der Geschichtsunterricht endete mit der Gründung des Staates Israel. Ihre Schule war eine der besten in ganz Israel, und trotzdem.
Wenn man nun noch in einem radikalen Umfeld aufwächst, muss es schwer sein, sich der extremistischen Propaganda zu entziehen.
13.08.2010 12:36 Uhr
von mr.mammut:
Lieber Herr Hajjaj, ich finde es wichtig, dass Sie auf die Crux deutscher Außen- und Entwicklungspolitik hinweisen, die in veränderter Form 1,5 Mrd. jährlich einsparen, oder zumindest 'nachhaltig' einsetztbar machen würde. Da Sie die tendenziöse Haltung Deutschlands gegenüber Israel ansprechen, möchte ich dazu folgendes sagen. Zum einen wäre es wichtig klarzustellen, dass die historisch-moralische Verantwortung sich auch zunächst als solche ausdrücken müsste, d. h. mahnen, aufklären, kulturell austauschen und aufbauen etc. Dieser Verantwortung aber in erster Linie monetär nachzukommen, halte ich für falsch. Angesichts des Nahostkonflikts, der sich auch um Ressourcen, Wirtschafträume und Rohstoffe dreht, können geschenkte Atom-U-Boote, der bedingungslose Einlass in die OECD nicht als differenzierter Umgang mit dieser Verantwortung gesehen werden. Blinde Solidarität hilft niemandem und schürt nur den Konflikt. Statt auf der einen Seite Israel Militärsubventionen und wirtschaftliche Zugeständnisse zu vermachen und auf der anderen immer wieder Gelder in einen sinnlosen Wiederaufbau der Palästinensergebiete und eine korrupten Verwaltung zu pumten, sollte nur noch in Versöhnung, Gleichberechtigung und gemeinsame israelisch-palästinensische Projekte investiert werden.
Für einen gerechten Frieden, Shalom.
13.08.2010 10:00 Uhr
von motja:
eine Zitat aus einem Interview von Dr. Hajjaj (2004): Wenn die Israelis ehrlich wären, müssten sie sagen: Wir haben durch die Gründung eines eigenen Staates, dessen Gründung vielleicht moralisch gerechtfertigt war, einem anderen Volk Schaden zugefügt. Wir bekennen uns zu dieser Verantwortung und erklären uns hiermit zu einer Geste des Guten Willens bereit, nämlich einige Tausend Palästinenser aufzunehmen - und die anderen werden entschädigt.... Aber es bedarf als ERSTES des Bekenntnisses zur eigenen SCHULD durch die Israelis...
Dr. Hajjaj, wie wäre es mit den Zugeständnissen auf der anderen Seite?
13.08.2010 09:41 Uhr
von otto:
Wenn "Ausgewogenheit" bedeutet, die Mörder und Menschenschinder der HAMAS zu unterstützen, dann doch lieber weiter "unausgewogen"!
13.08.2010 09:31 Uhr
von Daniel:
Gute Friedenspolitik waere, die Fronten endgueltig zu klaeren, egal wer was bekommt. Offensichtlich sitzt Israel am laengeren Hebel, ich kann mir keinen Frieden vorstellen, solange Palaestinenser so nah an Israel leben - gebt ihnen Land abseits, werden gute Nachbarn und irgendwann werden die Grenzen anerkannt - aber nicht, solange Palaestinenser in Spuckweite Israels sind.
Leserkommentare
20.08.2010 12:56 Uhr
von the fall:
vielen dank an aref hajjaj für seinen zustimmungswürdigen, man möchte fast sagen "schönen" kommentar! (nur "fast" wegen der 'unschönen' thematik)
schon zuletzt l.rensmann mit seiner eher israel-solidarischen sicht und noch mehr dieser beitrag aus feder eines palästinensers zeigen, dass auch starke verbundenheit oder identifizierung mit einer von 'beiden seiten' NICHT in einseitigkeit und feinddenken münden müssen. überhaupt scheint diese taz-serie von mal zu mal weniger einseitig und stattdessen friedens-orientierter zu werden. zufall oder ein 'taz-nahost-plan'?!
15.08.2010 11:03 Uhr
von Daniel Preissler:
Hallo zusammen,
hier nur mal als Denkansatz den Beitrag meines Namensvetters mal rumgedreht (wobei nicht meine Meinung herauskommet):
"...ich kann mir keinen Frieden vorstellen, solange jüdische (und evtl. christliche) Israelis so nah an Palästina leben - gebt ihnen Land abseits, (dann) werden (sie) gute Nachbarn und irgendwann werden die Grenzen anerkannt - aber nicht, solange Israelis in Spuckweite Palästinas sind."
Fühlt sich komisch an, oder? Dann sollte sich der Originaltext wohl auch komisch anfühlen.
Freundliche Grüße und für eine laizistische Republik Nahost
DP
14.08.2010 19:19 Uhr
von alex:
von einem intellektuellen, besonders wenn er deutschland vorwirft tendenziös zu sein, erwartet man doch mehr als tendenziöse beiträge.
neben faktischen fehlern (arabsiche, moslemische, christliche israelis und auch die bahai dürfen sehr wohl in der idf dienen. aber für sie besteht keinen wehrpflicht), stellt mir dieser wissenschaftler seine meinung zu sehr in den mittelpunkt.
wo bleiben seine forderungen an die muslimischen brüder der palästinenser, wo deren finanzielle unterstützung? zudem weigert sich die deutsche regierung seit jahrzehnten mit terroristen zu sprechen - warum sollte sie bei der hamas von diesem diktum abgehen? woher kommt auch diese merkwürdige forderung nach einer 2-staaten-lösung, wo der autor doch wissen müsste das sowohl hamas als auch große teile der fatah diese ablehnen? wo sind die appele an die eigene front israel nicht mehr anzugreifen (wie neulich wieder eilat und be shea)?
fordert jemand ausgewogenheit - sollte er auch welche liefern.
14.08.2010 13:29 Uhr
von DocBenway:
Versuchen Sie doch mal unter PalästinenserInnen für die Idee eines binationalen Staates zu werben, wo doch ein großer Teil das Fortbestehen Israels auf keinen Fall hinnehmen will! Diese Option scheint mir tatsächlich ein für alle mal vom Tisch zu sein.
Daß es "zwischen dem deutschen Völkermord an den Juden und dem Nahostkonflikt" "keinen kausalen Zusammenhang" gibt, möchte ich bestreiten, wenngleich sich tatsächlich keine direkte Herleitung ergibt.
Regelrecht zynisch ist jedenfalls die Behauptung, PalästinenserInnen müßten für den Holocaust büßen.
Und Genschman kann mir gestohlen bleiben. Der würde sicher gleich die ganze Gegend balkanisieren. Was die FDP unter "ausgewogener" Nahost-Politik versteht, haben seine Erben doch deutlich gemacht.
13.08.2010 17:56 Uhr
von Moritz:
Guter Beitrag zum Thema Nahost. Die Verteufelung der Hamas bringt wenig, da diese Partei lediglich die Wut der Verzweifelten bündelt. In Nordirland gab es mit der Sinn Fein auch extremistische Parteien, die auf Gewalt und Bomben gesetzt haben um gegen Unrecht zu kämpfen. Die Israelis sind die stärkste Macht in der Region und könnten innerhalb weniger Wochen Frieden schaffen. Anscheinend wollen sie nicht, ihr Landhunger ist zu groß. Die israelische Regierung unter Netanjahu baut eher neue Siedlungen im Westjordanland, als dass sie einen Friedensprozess in Gang bringt. Mir hat mal ein Israeli erklärt, dass der Hass auf die Palästinenser besonders in der Wehrpflichtzeit der Armee geschürt wird. Da findet angeblich Brain-Washing statt, so nach dem Motto: "Der neue Holocaust steht schon bevor!".
13.08.2010 16:53 Uhr
von Wehrdienst ist möglich:
Sehr geehrter Autor,
das ableisten des Wehrdienstes in Israel ist sehr wohl möglich, wenn auch auf freiwilliger Basis. Erst neulich war von einer israelischen Araberin zu lesen, einer Christin übrigens, von denen es in Israel einige gibt, die wie ihr Vater freiwillig in der Armee dient.
Meine zweite Anmerkung bezieht sich auf die teilweise mangelnde Geschichtliche Schulbildung in arabischen Schulen in Israel.
Eine Israelische Araberin, die jetzt in Tel Aviv studiert, hat mir berichtet, dass sie auf ihrer (arabischen) Privatschule nichts über die Geschichte des Staates Israel gelernt hat. Der Geschichtsunterricht endete mit der Gründung des Staates Israel. Ihre Schule war eine der besten in ganz Israel, und trotzdem.
Wenn man nun noch in einem radikalen Umfeld aufwächst, muss es schwer sein, sich der extremistischen Propaganda zu entziehen.
13.08.2010 12:36 Uhr
von mr.mammut:
Lieber Herr Hajjaj,
ich finde es wichtig, dass Sie auf die Crux deutscher Außen- und Entwicklungspolitik hinweisen, die in veränderter Form 1,5 Mrd. jährlich einsparen, oder zumindest 'nachhaltig' einsetztbar machen würde. Da Sie die tendenziöse Haltung Deutschlands gegenüber Israel ansprechen, möchte ich dazu folgendes sagen. Zum einen wäre es wichtig klarzustellen, dass die historisch-moralische Verantwortung sich auch zunächst als solche ausdrücken müsste, d. h. mahnen, aufklären, kulturell austauschen und aufbauen etc. Dieser Verantwortung aber in erster Linie monetär nachzukommen, halte ich für falsch. Angesichts des Nahostkonflikts, der sich auch um Ressourcen, Wirtschafträume und Rohstoffe dreht, können geschenkte Atom-U-Boote, der bedingungslose Einlass in die OECD nicht als differenzierter Umgang mit dieser Verantwortung gesehen werden. Blinde Solidarität hilft niemandem und schürt nur den Konflikt. Statt auf der einen Seite Israel Militärsubventionen und wirtschaftliche Zugeständnisse zu vermachen und auf der anderen immer wieder Gelder in einen sinnlosen Wiederaufbau der Palästinensergebiete und eine korrupten Verwaltung zu pumten, sollte nur noch in Versöhnung, Gleichberechtigung und gemeinsame israelisch-palästinensische Projekte investiert werden.
Für einen gerechten Frieden,
Shalom.
13.08.2010 10:00 Uhr
von motja:
eine Zitat aus einem Interview von Dr. Hajjaj (2004): Wenn die Israelis ehrlich wären, müssten sie sagen: Wir haben durch die Gründung eines eigenen Staates, dessen Gründung vielleicht moralisch gerechtfertigt war, einem anderen Volk Schaden zugefügt. Wir bekennen uns zu dieser Verantwortung und erklären uns hiermit zu einer Geste des Guten Willens bereit, nämlich einige Tausend Palästinenser aufzunehmen - und die anderen werden entschädigt.... Aber es bedarf als ERSTES des Bekenntnisses zur eigenen SCHULD durch die Israelis...
Dr. Hajjaj, wie wäre es mit den Zugeständnissen auf der anderen Seite?
13.08.2010 09:41 Uhr
von otto:
Wenn "Ausgewogenheit" bedeutet, die Mörder und Menschenschinder der HAMAS zu unterstützen,
dann doch lieber weiter "unausgewogen"!
13.08.2010 09:31 Uhr
von Daniel:
Gute Friedenspolitik waere, die Fronten endgueltig zu klaeren, egal wer was bekommt.
Offensichtlich sitzt Israel am laengeren Hebel, ich kann mir keinen Frieden vorstellen, solange Palaestinenser so nah an Israel leben - gebt ihnen Land abseits, werden gute Nachbarn und irgendwann werden die Grenzen anerkannt - aber nicht, solange Palaestinenser in Spuckweite Israels sind.