Die Gegner der Todesstrafe kritisieren die Geheimhaltung von Exekutionsterminen. Menschenrechtler werfen Japan zudem eine sehr grausame Behandlung der Todeskandidaten vor.von Martin Fritz
@ Werauchimmer: Tatsächlich kostet z.B. in den USA eine Hinrichtung weitaus mehr, als jemanden ein Menschenleben lang im Hochsicherheitstrakt unterzubringen.
Auch gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die Todesstrafe abschreckt (einer Tötung oder Vergewaltigung geht ja auch nur in den seltensten Fällen eine Kosten/Nutzen-Abwägung voran), allerdings gibt es einige Verdachtsmomente die das Gegenteil suggerieren. In den Bundesstaaten der USA, in denen die Todesstrafe wieder eingeführt wurde, gibt es seitdem auch ungefähr doppelt so viele Morde als vorher (zunächst wurde die Todesstrafe in ganz USA abgeschafft).
Für die Todesstrafe zu sein ist ja durchaus Legitim (Absolute Straftheorie), allerdings sollte man sich dann auch im klaren sein, dass es dann auch lediglich nur ein ungleichgewicht wieder herstellen kann. Gleiches wird mit gleichem vergolten, etc.pp. Macht man das persönlich, heißt es Rache, tuts der Staat spricht man von Vergeltung. Mehr ist die Todesstrafe niemals, und von Verbesserung einer Bestimmten Lage durch Abschreckung oder Vorbeugung kann in diesem Kontext nicht gesprochen werden.
30.07.2009 09:19 Uhr
von 何:
Nein Peter, du bist offensichtlich der Gutmensch. Denn du lässt dich hier von subjektiven Emotionen Dritter beeinflussen.
29.07.2009 18:46 Uhr
von omoi:
Ich denke niemand hier ist der Meinung, das "Verbechen" nicht bestraft werden müssen (die Anführungszeichen, da ein Verbrechen im juristischen Sinn ja nicht das selbe sein muss, wie das, was "wir" unter einem Verbrechen verstehen).
Ich denke auch niemand hier kann sicht nicht den Schmerz der Hinterbliebenen des Opfers oder den Horror vorstellen, den manche Opfer in ihren letzten Momenten durchleben mussten.
Aber rechtfertigt das wirklich, den Täter mit dem Tod zu bestrafen?
Der Täter hatte nicht das "Recht", zu morden, zu töten oder einem anderen Menschen Gewalt anzutun.
Aber "wir" nehmen uns heraus, ein "Recht" anzuwenden, das wohl die extremste Form einer Strafe ist, nämlich ein weiteres Leben zu beenden - nicht in irgendeiner abgehobnen, philosophischen Form ("er verrottete in Einzelhaft, ohne jemals das Sonnenlicht wieder zu sehen"), sondern faktisch, durch die Todesstrafe.
Woher nehmen denn die Menschen, die hier anscheinend mit der Todesstrafe sympathisieren, dieses Recht?
Da können wir dann ja auch wieder anfangen Dieben die Hände abzuhacken und Vergewaltigern den Penis. Juhuu, willkommen im finsteren Mittelalter, scheiß doch auf die universellen Menschenrechte, die waren ja eh nie universell, denn anscheinend kann man ja die Mitgliedschaft im Verein der Menschen verlieren, wenn ein Gericht das so entscheidet, back to the roots, "Auge um Auge, Zahn um Zahn", steht ja schon so im AT. Vielleicht die Delinquenten vorher noch durch die Strassen jagen, damit jeder ihn oder sie anspucken, anglotzen und beschimpfen kann, die blutgeilen Gaffer von Nebenan, die weder das Opfer, noch deren Angehörige oder den Täter überhaupt kennen.
Wollen wir wirklich da wieder hin?
Dann Gute Nacht.
Eine Gesellschaft, die sich heraus nimmt, über Leben und Tod entscheiden zu dürfen ist nicht besser als der Mörder, denn keine Seite hat dieses Recht oder kann es erwerben.
29.07.2009 14:59 Uhr
von Werauchimmer:
Nicht besser als der Täter ?
Der Täter hätte einfach nur nicht seine Opfer töten/vergewaltigen müssen, um seinen eigenen, im Vergleich zu dem der Opfer, immer noch humaneren Tod zu verhindern.
Und wenn nicht Menschen über andere Menschen urteilen sollen, wer denn sonst ?
Viel verachtender als unsere Strafsysteme, finde ich die Meinung man müsse Menschen die, um ihre eigenen niederen Gelüste (Geldgier, Sexualtrieb, Sadismus, Hass, Wut, Langeweile)zu befriedigen anderen ihren Willen aufzwingen, ein schönes Leben auf Kosten der Allgemeinheit verschaffen.
Man darf nie vergessen, daß alle Straftäter (ausgenommen natürlich JustizIrrtümer) ihr Schicksal hätten vermeiden können in dem sie einfach nicht straffällig geworden wären...ihre Opfer hat keiner gefragt...
29.07.2009 13:22 Uhr
von Peter:
schon mal an die Hinterbliebenen der Ermordeten/vergewaltigten Opfer gedacht - diese armen bemitleidenswerten mörder/verbrecher? Ihr Gutmenschen???
29.07.2009 13:01 Uhr
von Jackabum:
Auch ein Mörder hat das Recht auf die Menschenrechte. Allerdings ist dies schon bemerkenswert, daß ein High-Tech Land in seiner Rechtssprechung im tiefsten Mittelalter steht.
29.07.2009 11:22 Uhr
von aktualiter:
Die Kommentare hier zumeist der reine Horror, so langsam breitet sich aber auch viel Dummheit über die Möglichkeit aus, Kommentare einzustellen aus. Wer glaubt denn hier über andere Menschen urteilen zu dürfen, wo bleibt eine demütige Haltung wie sie etwa christlich begründet ist: Wer ohne Schuld werfe den ersten Stein... Der Mensch freut sich wenn der andere Mensch leidet, offensichtlich, das ist unmenschlich! Gottseidank haben wir hier (noch) die Chance einer Rehabilitierung. Inhumanität kann man doch nicht mit Inhumanität ausmerzen! Da ist der Staat doch nicht besser als die Täter!
29.07.2009 11:01 Uhr
von Humba:
warum muss das Licht in den Zellen Tag und Nacht brennen? Warum dürfen sie nicht Fernsehen?
Dabei handelt es sich meiner Meinung nach um reine Schikane.
Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich immer daran, wie sie mit Außenseitern umgeht. Dazu gehören ebenfalls diejenigen, die durch ihre Taten sich selbst an den Rand stellen. Aber selbst im Falle eines eindeutigen Beweises einer schweren Straftat wie Mord sollten wir uns als Gesellschaft gut überlegen, ob wir uns auf die gleiche Stufe wie der Mörder stellen wollen. Hinrichtung ist lediglich eine legalisierte Form von Mord. Selbst in der deutschen Justiz gibt es einige Fälle von Urteilen, die sich nachträglich als fragwürdig oder sogar falsch herausstellten. Will da jemand dann durch einen legalisierten Mord = Hinrichtung bereits unumkehrbare Tatsachen geschaffen haben?
29.07.2009 10:10 Uhr
von Torben-Hendrick:
Seltsam, es wird immer so pauschalisiert. Ich habe für Mörder und Vergewaltiger auch nicht die geringste Symphatie. Die Todesstrafe halte ich deshalb für zu human, da schnell und endgültig.
29.07.2009 09:50 Uhr
von Ingo Hertrich:
Irgendwie hab ich den Eindruck, dass die wenigen zum Tode verurteilten Mörder und Vergewaltiger mehr Mitleid abbekommen als die vielen Unschuldigen, die in Krisen- und Kriegsgebieten zu Tode kommen. Das ist doch eigentlich ungerecht.
29.07.2009 09:46 Uhr
von Familiarise:
Hm, ich finde die Ausdrucksweise auch etwas unglücklich, aber lasst uns darüber nachdenken:
Jahrelang in einer Zelle sitzen, unter oben genannten Bedingungen, mit der Gewissheit, dass du hingerichtet wirst, unabhängig davon wie viel Zeit ins Land verstreicht. Ich vermute - wissen wäre zu viel behauptet- dass die Todeskandidaten innerhalb weniger Monate bereits stark an psychischen Problemen leiden (Indiz sind hier auch die Schlaftabletten) und die aufgeführten Methoden (ständiges Licht, kein Fenster, nur wenig Kontakt etc.) kann man durchaus als psychische Folter bezeichnen.
Oder eine kurze Zeit Gefägnis und die Gewissheit, dass du in max. z.B. 2 Monaten hingerichtet wirst.
Ich glaube da ist die zweite Variante durchaus eine Verbesserung und ,ja, "menschlicher".
29.07.2009 06:47 Uhr
von Nigredo:
Ist das nun zynisch, wenn man sich freut, dass Menschen schneller hingerichtet werden? Oder einfach menschenverachtend?
Die Todesstrafe als Machtdemonstration ist (nach der CDU/CSU) wohl das Dämlichste, was man von einem demokratischen Staat je gehört hat, sowas findet man sonst nur in autoritären Staaten, die akut um ihre Autorität fürchten; hier wird sich offensichtlich nichtmal die Mühe gemacht, die Todesstrafe zu rechtgertigen, um ihr irgendeine Pseudolegitimität zu geben, wie das selbst in halbdemokratischen Staaten weltweit passiert.
Hat Japan eigentlich die Atombombe, oder kann man denen die Menschenrechte mit Blei in die Körperschaften pumpen, wie das schon so gut im Irak und in Afghanistan funktioniert hat?
29.07.2009 06:23 Uhr
von ich, wer sonst:
Wir regen uns auf über China, Nordkorea, Iran etc. und sind als "Kulturnationen" nicht in der Lage uns mit Menschenrechten auseinander zu setzen. Dabei ist es ganz einfach und gilt eigentlich für fast jede Weltanschauung/ Religion - Du sollst nicht töten. Insofern wäre ich allen Politikern, Journalisten und sonstigen Krokodilstränenvergießern sehr dankbar, wenn endlich der gleiche Maßstab an alle angelegt werden würde.
29.07.2009 05:30 Uhr
von vic:
Die Todesstrafe ist barbarisch. Überall auf der Welt. Menschen produzieren immer effektivere Waffensysteme, Menschen nehmen sich gegenseitig das Leben, Menschen hassen sich mehr als sie sich lieben. Menschen sind größtenteils unerträglich dumm. Regierungsmitglieder ganz besonders.
29.07.2009 03:36 Uhr
von Ihr Name Peter Manske:
Waehrend der langen Wartezeit auf ihre " Erloesung " haben die Moerder durch ihre Behandlung reichlich Gelegenheit zur Reue.
29.07.2009 00:30 Uhr
von Peter:
Ach, diese armen, bemitleidenswerten Mörder und Vergewaltiger!
28.07.2009 21:41 Uhr
von xxx:
Traurig, dass eine schnellere Vollstreckung der Todesstrafe hier bereits eine Verbesserung der Situation darstellt und es keine wirkliche Verbesserung gibt.
28.07.2009 20:15 Uhr
von Hartmut:
Bei der schnelleren Vollstreckung der Todesstrafe von Besserung zu sprechen, ist schon ziemlich geschmacklos. Jede vollstreckte Todesstrafe ist eine massive Menschenrechtsverletzung. Ich nehme aber mal an, dass der Autor sich nur unglücklich ausgedrückt hat. Die Zustände in einem Gefängnis eines scheinbar zivilisierten Landes schockieren mich.
28.07.2009 19:21 Uhr
von Besserin:
Ich kann mir diese Anmerkung nicht ersparen:
-> "warten wegen der extrem langsamen Justiz Jahrzehnte auf ihre Hinrichtung. Hier zeichnet sich etwas Besserung ab: Die Todesurteile der drei jetzt Hingerichteten waren erst vor wenigen Jahren rechtskräftig geworden."
Ist das eine "Besserung", wenn man zügig exekutiert wird, dafür aber weniger lange Angst und Hoffnung hat?
Leserkommentare
30.07.2009 11:42 Uhr
von Makeze:
@ Werauchimmer: Tatsächlich kostet z.B. in den USA eine Hinrichtung weitaus mehr, als jemanden ein Menschenleben lang im Hochsicherheitstrakt unterzubringen.
Auch gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass die Todesstrafe abschreckt (einer Tötung oder Vergewaltigung geht ja auch nur in den seltensten Fällen eine Kosten/Nutzen-Abwägung voran), allerdings gibt es einige Verdachtsmomente die das Gegenteil suggerieren. In den Bundesstaaten der USA, in denen die Todesstrafe wieder eingeführt wurde, gibt es seitdem auch ungefähr doppelt so viele Morde als vorher (zunächst wurde die Todesstrafe in ganz USA abgeschafft).
Für die Todesstrafe zu sein ist ja durchaus Legitim (Absolute Straftheorie), allerdings sollte man sich dann auch im klaren sein, dass es dann auch lediglich nur ein ungleichgewicht wieder herstellen kann. Gleiches wird mit gleichem vergolten, etc.pp. Macht man das persönlich, heißt es Rache, tuts der Staat spricht man von Vergeltung. Mehr ist die Todesstrafe niemals, und von Verbesserung einer Bestimmten Lage durch Abschreckung oder Vorbeugung kann in diesem Kontext nicht gesprochen werden.
30.07.2009 09:19 Uhr
von 何:
Nein Peter, du bist offensichtlich der Gutmensch. Denn du lässt dich hier von subjektiven Emotionen Dritter beeinflussen.
29.07.2009 18:46 Uhr
von omoi:
Ich denke niemand hier ist der Meinung, das "Verbechen" nicht bestraft werden müssen (die Anführungszeichen, da ein Verbrechen im juristischen Sinn ja nicht das selbe sein muss, wie das, was "wir" unter einem Verbrechen verstehen).
Ich denke auch niemand hier kann sicht nicht den Schmerz der Hinterbliebenen des Opfers oder den Horror vorstellen, den manche Opfer in ihren letzten Momenten durchleben mussten.
Aber rechtfertigt das wirklich, den Täter mit dem Tod zu bestrafen?
Der Täter hatte nicht das "Recht", zu morden, zu töten oder einem anderen Menschen Gewalt anzutun.
Aber "wir" nehmen uns heraus, ein "Recht" anzuwenden, das wohl die extremste Form einer Strafe ist, nämlich ein weiteres Leben zu beenden - nicht in irgendeiner abgehobnen, philosophischen Form ("er verrottete in Einzelhaft, ohne jemals das Sonnenlicht wieder zu sehen"), sondern faktisch, durch die Todesstrafe.
Woher nehmen denn die Menschen, die hier anscheinend mit der Todesstrafe sympathisieren, dieses Recht?
Da können wir dann ja auch wieder anfangen Dieben die Hände abzuhacken und Vergewaltigern den Penis. Juhuu, willkommen im finsteren Mittelalter, scheiß doch auf die universellen Menschenrechte, die waren ja eh nie universell, denn anscheinend kann man ja die Mitgliedschaft im Verein der Menschen verlieren, wenn ein Gericht das so entscheidet, back to the roots, "Auge um Auge, Zahn um Zahn", steht ja schon so im AT. Vielleicht die Delinquenten vorher noch durch die Strassen jagen, damit jeder ihn oder sie anspucken, anglotzen und beschimpfen kann, die blutgeilen Gaffer von Nebenan, die weder das Opfer, noch deren Angehörige oder den Täter überhaupt kennen.
Wollen wir wirklich da wieder hin?
Dann Gute Nacht.
Eine Gesellschaft, die sich heraus nimmt, über Leben und Tod entscheiden zu dürfen ist nicht besser als der Mörder, denn keine Seite hat dieses Recht oder kann es erwerben.
29.07.2009 14:59 Uhr
von Werauchimmer:
Nicht besser als der Täter ?
Der Täter hätte einfach nur nicht seine Opfer töten/vergewaltigen müssen, um seinen eigenen, im Vergleich zu dem der Opfer, immer noch humaneren Tod zu verhindern.
Und wenn nicht Menschen über andere Menschen urteilen sollen, wer denn sonst ?
Viel verachtender als unsere Strafsysteme, finde ich die Meinung man müsse Menschen die, um ihre eigenen niederen Gelüste (Geldgier, Sexualtrieb, Sadismus, Hass, Wut, Langeweile)zu befriedigen anderen ihren Willen aufzwingen, ein schönes Leben auf Kosten der Allgemeinheit verschaffen.
Man darf nie vergessen, daß alle Straftäter (ausgenommen natürlich JustizIrrtümer) ihr Schicksal hätten vermeiden können in dem sie einfach nicht straffällig geworden wären...ihre Opfer hat keiner gefragt...
29.07.2009 13:22 Uhr
von Peter:
schon mal an die Hinterbliebenen der Ermordeten/vergewaltigten Opfer gedacht - diese armen bemitleidenswerten mörder/verbrecher? Ihr Gutmenschen???
29.07.2009 13:01 Uhr
von Jackabum:
Auch ein Mörder hat das Recht auf die Menschenrechte.
Allerdings ist dies schon bemerkenswert,
daß ein High-Tech Land in seiner Rechtssprechung
im tiefsten Mittelalter steht.
29.07.2009 11:22 Uhr
von aktualiter:
Die Kommentare hier zumeist der reine Horror, so langsam breitet sich aber auch viel Dummheit über die Möglichkeit aus, Kommentare einzustellen aus. Wer glaubt denn hier über andere Menschen urteilen zu dürfen, wo bleibt eine demütige Haltung wie sie etwa christlich begründet ist: Wer ohne Schuld werfe den ersten Stein... Der Mensch freut sich wenn der andere Mensch leidet, offensichtlich, das ist unmenschlich! Gottseidank haben wir hier (noch) die Chance einer Rehabilitierung. Inhumanität kann man doch nicht mit Inhumanität ausmerzen! Da ist der Staat doch nicht besser als die Täter!
29.07.2009 11:01 Uhr
von Humba:
warum muss das Licht in den Zellen Tag und Nacht brennen? Warum dürfen sie nicht Fernsehen?
Dabei handelt es sich meiner Meinung nach um reine Schikane.
Hier zwei weitere Artikel:
http://www.tagesschau.de/ausland/meldung63198.html
http://www.tagesschau.de/ausland/meldung70168.html
29.07.2009 11:00 Uhr
von Rolff:
Die Qualität einer Gesellschaft zeigt sich immer daran, wie sie mit Außenseitern umgeht. Dazu gehören ebenfalls diejenigen, die durch ihre Taten sich selbst an den Rand stellen. Aber selbst im Falle eines eindeutigen Beweises einer schweren Straftat wie Mord sollten wir uns als Gesellschaft gut überlegen, ob wir uns auf die gleiche Stufe wie der Mörder stellen wollen. Hinrichtung ist lediglich eine legalisierte Form von Mord. Selbst in der deutschen Justiz gibt es einige Fälle von Urteilen, die sich nachträglich als fragwürdig oder sogar falsch herausstellten. Will da jemand dann durch einen legalisierten Mord = Hinrichtung bereits unumkehrbare Tatsachen geschaffen haben?
29.07.2009 10:10 Uhr
von Torben-Hendrick:
Seltsam, es wird immer so pauschalisiert. Ich habe für Mörder und Vergewaltiger auch nicht die geringste Symphatie. Die Todesstrafe halte ich deshalb für zu human, da schnell und endgültig.
29.07.2009 09:50 Uhr
von Ingo Hertrich:
Irgendwie hab ich den Eindruck, dass die wenigen zum Tode verurteilten Mörder und Vergewaltiger mehr Mitleid abbekommen als die vielen Unschuldigen, die in Krisen- und Kriegsgebieten zu Tode kommen. Das ist doch eigentlich ungerecht.
29.07.2009 09:46 Uhr
von Familiarise:
Hm, ich finde die Ausdrucksweise auch etwas unglücklich, aber lasst uns darüber nachdenken:
Jahrelang in einer Zelle sitzen, unter oben genannten Bedingungen, mit der Gewissheit, dass du hingerichtet wirst, unabhängig davon wie viel Zeit ins Land verstreicht. Ich vermute - wissen wäre zu viel behauptet- dass die Todeskandidaten innerhalb weniger Monate bereits stark an psychischen Problemen leiden (Indiz sind hier auch die Schlaftabletten) und die aufgeführten Methoden (ständiges Licht, kein Fenster, nur wenig Kontakt etc.) kann man durchaus als psychische Folter bezeichnen.
Oder eine kurze Zeit Gefägnis und die Gewissheit, dass du in max. z.B. 2 Monaten hingerichtet wirst.
Ich glaube da ist die zweite Variante durchaus eine Verbesserung und ,ja, "menschlicher".
29.07.2009 06:47 Uhr
von Nigredo:
Ist das nun zynisch, wenn man sich freut, dass Menschen schneller hingerichtet werden? Oder einfach menschenverachtend?
Die Todesstrafe als Machtdemonstration ist (nach der CDU/CSU) wohl das Dämlichste, was man von einem demokratischen Staat je gehört hat, sowas findet man sonst nur in autoritären Staaten, die akut um ihre Autorität fürchten; hier wird sich offensichtlich nichtmal die Mühe gemacht, die Todesstrafe zu rechtgertigen, um ihr irgendeine Pseudolegitimität zu geben, wie das selbst in halbdemokratischen Staaten weltweit passiert.
Hat Japan eigentlich die Atombombe, oder kann man denen die Menschenrechte mit Blei in die Körperschaften pumpen, wie das schon so gut im Irak und in Afghanistan funktioniert hat?
29.07.2009 06:23 Uhr
von ich, wer sonst:
Wir regen uns auf über China, Nordkorea, Iran etc. und sind als "Kulturnationen" nicht in der Lage uns mit Menschenrechten auseinander zu setzen.
Dabei ist es ganz einfach und gilt eigentlich für fast jede Weltanschauung/ Religion - Du sollst nicht töten.
Insofern wäre ich allen Politikern, Journalisten und sonstigen Krokodilstränenvergießern sehr dankbar, wenn endlich der gleiche Maßstab an alle angelegt werden würde.
29.07.2009 05:30 Uhr
von vic:
Die Todesstrafe ist barbarisch. Überall auf der Welt.
Menschen produzieren immer effektivere Waffensysteme, Menschen nehmen sich gegenseitig das Leben, Menschen hassen sich mehr als sie sich lieben.
Menschen sind größtenteils unerträglich dumm. Regierungsmitglieder ganz besonders.
29.07.2009 03:36 Uhr
von Ihr Name Peter Manske:
Waehrend der langen Wartezeit auf ihre " Erloesung " haben die Moerder durch ihre Behandlung reichlich Gelegenheit zur Reue.
29.07.2009 00:30 Uhr
von Peter:
Ach, diese armen, bemitleidenswerten Mörder und Vergewaltiger!
28.07.2009 21:41 Uhr
von xxx:
Traurig, dass eine schnellere Vollstreckung der Todesstrafe hier bereits eine Verbesserung der Situation darstellt und es keine wirkliche Verbesserung gibt.
28.07.2009 20:15 Uhr
von Hartmut:
Bei der schnelleren Vollstreckung der Todesstrafe von Besserung zu sprechen, ist schon ziemlich geschmacklos. Jede vollstreckte Todesstrafe ist eine massive Menschenrechtsverletzung. Ich nehme aber mal an, dass der Autor sich nur unglücklich ausgedrückt hat.
Die Zustände in einem Gefängnis eines scheinbar zivilisierten Landes schockieren mich.
28.07.2009 19:21 Uhr
von Besserin:
Ich kann mir diese Anmerkung nicht ersparen:
-> "warten wegen der extrem langsamen Justiz Jahrzehnte auf ihre Hinrichtung. Hier zeichnet sich etwas Besserung ab: Die Todesurteile der drei jetzt Hingerichteten waren erst vor wenigen Jahren rechtskräftig geworden."
Ist das eine "Besserung", wenn man zügig exekutiert wird, dafür aber weniger lange Angst und Hoffnung hat?
28.07.2009 19:00 Uhr
von Schulz:
bin sprachlos